Samstag, 23. September 2017

22. August 2017 14:41 Uhr

Hainsfarth

„Die erste Amtszeit war wesentlich einfacher“

Hainsfarth hat ehrgeizige Projekte gestemmt. Die Untersuchung der Kanalsysteme ist noch immer nicht abgeschlossen. Franz Bodenmüller im Interview über weitere Bauprojekte der Gemeinde.

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Halbzeit im Rathaus: Hainsfarths Bürgermeister Franz Bodenmüller steht bereits in seiner zweiten Amtszeit. Die hatte für ihn so einige Herausforderungen parat, wie er im Interview mit den Rieser Nachrichten erzählt.
Foto: Verena Mörzl

Herr Bodenmüller, 2014 haben Sie sich vorgenommen, ein Bürgermeister für alle zu sein. Was sollte das genau sein und hat sich dahingehend etwas verändert?

Franz Bodenmüller: Der Bürgermeister ist der gleiche geblieben. Die Situation von nur noch einer Wählergemeinschaft mit 24 Listenplätzen in Hainsfarth ist neu. Entstanden durch den Umstand, dass sich für die bislang zwei Wahlgruppierungen kaum mehr Bürger der Wahl zum Gemeinderat zur Verfügung stellen wollten. So hat man sich damals zusammengesetzt und beide Gruppierungen in diese Vereinigte Freie Wählergemeinschaft zusammengeführt. Früher war es das katholische und das evangelische Lager, die sich in diesen Gruppierungen dargestellt haben. Etablierte Politische Gruppierungen traten soweit ich zurückdenken kann, meines Wissens in Hainsfarth im Wahlkampf nicht öffentlich auf.

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Jetzt ist Halbzeit ihrer zweiten Amtszeit Herr Bodenmüller und sie haben einiges um die Ohren.

Bodenmüller: Die erste Amtszeit war wesentlich einfacher, das ist eindeutig. Aber das liegt sicherlich auch an den aufwendigen Baumaßnahmen, die wir hier zu bewältigen hatten und auch neu angehen werden. Die Kanalanschlussleitung nach Steinhart beispielsweise, die Sanierung der ehemaligen jüdischen Schule und ganz aktuell noch die Umgestaltung des Vorplatzes der ehemaligen Synagoge.

Die Gemeinde hatte ehrgeizige Projekte.

Bodenmüller: Ja, das stimmt und nun kommen ja noch die neuen Baumaßnahmen hinzu. Zum einen die Erweiterung des Gewerbegebietes mit Kanal- und Straßenbau, sowie die Sanierung des Armenhauses, wobei die Förderung hierfür in den Medien jetzt auch schon offiziell verkündet worden ist:

Da sollen dann anerkannte Asylbewerber untergebracht werden.

Bodenmüller: Im Sonderprogramm „Leerstand nutzen - Lebensraum schaffen“ der Bayerischen Städtebauförderung (bis zu 90 Prozent Förderung) sollen leerstehende Gebäude aufgewertet werden und eben dann anerkannten Asylbewerbern für Wohnzwecke zur Verfügung stehen. Diese Bindung läuft über sieben Jahre und danach können die Wohnungen im Armenhaus von der Gemeinde als Sozialwohnungen vermietet werden.

Wann könnten die Wohnungen bezugsfertig sein?

Bodenmüller: Momentan wollen wir noch die ehemalige jüdische Schule einschließlich der Vorplatzgestaltung bis Ende Oktober fertigstellen. Im Frühjahr soll dann die große Einweihung für beiden Objekte stattfinden. Im Anschluss daran könnte falls die Planung und Ausschreibungen abgeschlossen sind schon der Baubeginn für das Armenhaus sein.

Ganz schön fleißig, was die Bauprojekte angeht.

Bodenmüller: Das ist richtig, wir wollen schließlich unsere Gemeinde voran bringen.

Dann geht die große Bauphase aber auch dem Ende zu, oder?

Bodenmüller: Nicht ganz. Ein Kanalnetz will ja auch überprüft und gepflegt werden. Aktuell müssen wir quasi unsere Regenwassereinleitungsstellen überprüfen und es werden wahrscheinlich neue Regenrückhaltebecken zu bauen sein. Hernach könnte es dann in eine Konsolidierungsphase gehen. Irgendwann muss man auch mal Luft schnappen. Die Baumaßnahmen zur Neugestaltung des Ensembles um die Synagoge kostet die Gemeinde sicherlich einiges aber wir stehen dazu und wollen dieses einmalige Alleinstellungsmerkmal erhalten. Ohne die Zuschüsse der Städtebauförderung, des Bezirkes und vom Landkreis wäre das Ganze sicherlich nicht machbar gewesen. Danken möchte ich an dieser Stelle dem Landkreis der sich beim Unterhalt dieser Gebäude im nicht unerheblichen Umfang beteiligt.

Wie geht es mit dem Gewerbegebiet weiter?

Bodenmüller: Die Probleme bei der Erschließung des Gewerbegebietes waren die Analysen zur Untersuchung der Teerhaltigkeit der alten Staatsstraße nach Wemding. Hierbei wurden abermals Bodenfunde entdeckt. Im Moment läuft eine Untersuchung des Landesamt für Denkmalpflege, ob es sich hierbei um Relikte einer alten Römerstraße handelt, die eventuell unter der alten Staatsstraße liegt. Für die Planung der Kanaltrasse ist dies enorm wichtig, ob der Kanal im Straßenkoffer oder in die Grünflächen zu verlegen ist.

Was werden ihre Ziele für die nächsten drei Jahre sein?

Bodenmüller: Auf jeden Fall werden wir, wegen der auslaufenden Bescheide, die Kanalsysteme in Hainsfarth untersuchen müssen. Regenrückhaltebecken, die vom Wasserwirtschaftsamt gefordert werden, müssen gebaut werden. Zum Thema Baugebiete: Wir werden uns in nächster Zeit mehr auf die Kernorte konzentrieren, um den dortigen Leerstand zu beseitigen. Es könnten alte Gehöfte aufgekauft und dann abgebrochen werden, um Platz für neue Häuser zu schaffen. Problematisch in Hainsfarth ist einfach die Situation mit dem Einzelhandel. Die Errichtung eines Tante-Emma-Laden kommt bei uns nicht so recht ins Laufen, da wir hier von den großen Discountern kaum Unterstützung bekommen. Die sagen aufgrund der Nähe zu Oettingen, wolle man sich hier nicht selber Konkurrenz machen. Man bekommt die Grundnahrungsmittel einfach nicht in den Ort.

Also funktioniert es auch nicht, auf das Dorfladen-System des Kreises aufzuspringen?

Bodenmüller: Wenn man mit Grundnahrungsmitteln wie Salz oder Mehl nicht versorgt wird, dann ist das nicht möglich. Wir haben hier vor Ort mehrere Direktvermarkter bei denen funktioniert es sehr gut, aber leider eben nur mit ihren eigenen Produkten.

Das Interview führte Verena Mörzl

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Ein Artikel von
Verena Mörzl

Rieser Nachrichten
Ressort: Lokales

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