Freitag, 23. Juni 2017

14. März 2014 12:01 Uhr

Nördlingen

"Eingesperrt, gemobbt, beleidigt": Zwölf Stämme klagen gegen Jugendamt

Mitglieder der umstrittenen Glaubensgemeinschaft Zwölf Stämme haben gegen das Jugendamt geklagt. Es geht um angebliche Freiheitsberaubung. Und um noch viel mehr.

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Die Polizei hat 28 Mädchen und Jungen aus der umstrittenen Sekte "12 Stämme" mitgenommen. Das Amtsgericht Nördlingen hatte vorläufig das Sorgerecht wegen Hinweisen auf Kindesmissbrauch entzogen. Etwa 100 Beamte waren im Einsatz

Familien der Zwölf-Stämme-Sekte aus Klosterzimmern, deren Kinder im September letzten Jahres wegen Prügelvorwürfen in Obhut des Jugendamtes genommen wurden, führen nun Dienstaufsichtsbeschwerden gegen die verantwortlichen Beamten bei Landrat Stefan Rößle. Gleichzeitig stellten die Zwölf Stämme bei der Staatsanwaltschaft Augsburg Strafanzeigen und Strafanträge gegen Mitarbeiter des Jugendamtes, die sie folgendermaßen begründen:

Am 5. September vergangenen Jahres seien in Klosterzimmern alle 29 Kinder unter Androhung körperlichen Zwanges in staatliche Obhut genommen, ins Landratsamt geschafft und dort festgehalten worden. Da die Kinder gegen ihren Willen über mehrere Stunden festgehalten wurden, sei der Tatbestand der Freiheitsberaubung erfüllt.

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Zwölf Stämme: Kinder seien eingesperrt worden

Alle in Obhut genommenen Kinder seien amtsärztlich untersucht worden, wozu sie sich bis auf die Unterhose ausziehen und auch das nackte Gesäß vorzeigen mussten. Es ging dabei um Anzeichen von Misshandlungen, die laut Zwölf Stämme nicht festgestellt wurden. Dies erfülle den Tatbestand der Nötigung.

In der Folgezeit habe das Jugendamt angeordnet, dass alle Briefe im Schriftverkehr zwischen Eltern und Kindern, die in Pflegefamilien und Kinderheimen untergebracht sind, geöffnet werden. Briefe seien kopiert worden; in einem Fall seien Briefe von Eltern einbehalten und weder weitergeleitet noch zurückgeschickt worden. Hier liege eine Verletzung des Briefgeheimnisses und Untreue vor.

Kinder seien in Kinderheimen eingesperrt und in einem Fall nachts eingeschlossen worden, in einem Fall sei einem 17 Jahre alten Mädchen unter Androhung von Gewalt eine Woche lang das Verlassen des Heimes verwehrt worden. Da das Amtsgericht keine freiheitsentziehenden Maßnahmen angeordnet hatte, liege hier „Freiheitsberaubung in der Qualifikation als Verbrechen“ vor.

Im Landratsamt zeigt man sich nicht überrascht

Kinder seien in den Jugendhilfeeinrichtungen gemobbt, beleidigt und verleumdet, unter anderem „als Juden beschimpft“ worden. Hierbei werde nach Auffassung der Zwölf Stämme zu prüfen sein, ob eine Vernachlässigung der Aufsichtspflicht durch das Jugendamt vorliege.

Beim Landratsamt zeigte man sich nicht schockiert über das Vorgehen der Zwölf Stämme: „Wir sind nicht überrascht“, erklärte Pressesprecherin Gabriele Hoidn gestern gegenüber unserer Zeitung. „Es ist uns klar, dass die Zwölf Stämme alle Mittel nutzen, die ihnen rechtlich zur Verfügung stehen.“ Da die angekündigte Dienstaufsichtsbeschwerde gestern noch nicht vorlag und auch von der Staatsanwaltschaft noch keine Reaktion gekommen war, könne man noch keine weitere Stellung nehmen.

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