Freitag, 23. Februar 2018

22. Juli 2010 19:20 Uhr

Für eine tolerante Zukunft

Hainsfarth Die Geschichte Hainsfarths ist untrennbar mit der Geschichte der Juden in Deutschland verbunden. Professor Herbert Immenkötter, Kirchengeschichtler und mittlerweile emeritierter Professor der Uni Augsburg hat diese Geschichte - in Zusammenarbeit mit seinen Studenten - erforscht und zu Papier gebracht. "Die israelitische Kultusgemeinde in Hainsfarth im 19. und 20. Jahrhundert" heißt sein bisher zu diesem Thema veröffentlichtes Werk, das im Jahr 2002 erschienen ist. Von Heike Jahnz

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Im Rahmen eines Festakts hat der Freundeskreis der ehemaligen Synagoge Hainsfarth jetzt Professor Herbert Immenkötter die Ehrenmitgliedschaft verliehen; die erste Ehrenmitgliedschaft überhaupt, seit Bestehen des Vereins.

"In Hainsfarth lebten viele Juden und heute geht es um den, der diese Geschichte dokumentiert hat", begrüßte Prof. Dr. Jochen Blumbach die Festgäste in der ehemaligen Synagoge. Sehr stilvoll wurde die Veranstaltung von Stefan Schneider (Trompete) und Margarete Hädrich (Klavier) musikalisch umrahmt. Ausdrücklich dankte Blumbach der Gemeinde Hainsfarth für "die vielfältige Hilfe, die wir durch Sie immer wieder erfahren. Das finden wir ganz wunderbar." Hainsfarths Bürgermeister Franz Bodenmüller würdigte im Gegenzug die Leistung, des Freundeskreises, der die ehemalige Synagoge mit Leben erfülle.

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"Das Ziel, das uns vereint, ist die Erinnerungsarbeit", formulierte die Freundeskreis-Vorsitzende Sigi Atzmon das Hauptanliegen des Vereins. Auch die kommenden Generationen sollten durch die Hainsfarther Synagoge an die große jüdische Gemeinschaft erinnert werden, die hier einmal gelebt habe.

An Hainsfarths Bürgermeister Max Engelhardt erinnerte dann Dr. Wulf-Dietrich Kavasch: Engelhardt habe es mit Bauernschläue, Hartnäckigkeit und aus einer zutiefst christlichen Überzeugung heraus bewerkstelligt, dass die Renovierungsarbeiten an der Synagoge finanziert und abgeschlossen werden konnten. "Er hat mir erzählt, dass er sich damit Beschimpfungen und sogar Morddrohungen ausgesetzt hatte."

Wie Immenkötter auf Hainsfarth gekommen sei, erklärte in seiner Laudatio Professor Dr. Rolf Kießling von der Universität Augsburg: Immenkötter sei eingeladen worden zur Wiedereröffnung der ehemaligen Synagoge, wodurch er auf die jüdische Geschichte des Ortes aufmerksam geworden sei. Schon bald habe Immenkötters Beschluss festgestanden, sich in Hainsfarth auf Spurensuche zu begeben - vor allem auf dem jüdischen Friedhof, über den er eine Dokumentation erstellte, die allerdings bisher nur im Internet veröffentlicht sei. "Herbert Immenkötter betreibt jüdische Geschichte mit einem Impetus der Aufklärung. Erinnern ist für ihn Teil des Weges in eine tolerantere Zukunft", würdigte der Laudator das Ergebnis der Forschungen Immenkötters.

"Es ist mir eine Freude, diese Ehrung heute anzunehmen", sagte Immenkötter schließlich selbst. "Bei Licht betrachtet ist das viel zu viel der Ehre." Immenkötter erzählte dann von seinen Erkundungen vor Ort, von den Kollegen, die ihm bei seiner Arbeit zur Seite standen und insbesondere von seinen Begegnungen mit der "Friedhofs-Wally". Walburga Wagner, sagte er, habe sich die Pflege "ihres" jüdischen Friedhofs zur Lebensaufgabe gemacht und lebte dafür "wie selbstverständlich" in der Leichenhalle.

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