Samstag, 27. August 2016

12. Dezember 2015 00:42 Uhr

Sicherheit

Hände hoch

Immer mehr Menschen im Landkreis legen sich Waffen zu. Die Zahl der vom Landkreis ausgestellten kleinen Waffenscheine hat sich seit 2013 nahezu verdoppelt. Warum?

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Die Schreckschusswaffe wird oft an Silvester verwendet – aber auch zum Selbstschutz vor Angriffen. Sie ist äußerlich nur durch den mehrbeinigen Metallsteg im Lauf von einer „echten“ Schusswaffe zu unterscheiden, kann aber auch im Nahbereich zu Verbrennungen und Verletzungen führen.
Foto: William Harrison-Zehelein

Es wirkt bedrohlich, wenn eine Waffe auf einen gerichtet ist, ganz egal ob sie geladen ist oder nicht. Selbst beim Lesen dieses Textes mag sich mancher Leser irgendwie unwohl fühlen. Tatsache ist jedoch, dass Waffen, wie die oben abgebildete Schreckschusspistole, verstärkt zu unserem Alltag gehören. Immer mehr Menschen im Landkreis besorgen sich solche Waffen. Das geht zumindest aus einer Statistik des Landratsamts Donau-Ries hervor, die besagt, dass sich die Zahl der kleinen Waffenscheine in den vergangenen zwei Jahren fast verdoppelt hat.

Betrug die Zahl dieser Scheine im Jahr 2013 noch 24, sind es heuer 41 Stück. Dieser Trend wird auch in den bayerischen Städten bestätigt. So stieg die Zahl der kleinen Waffenscheine laut Süddeutscher Zeitung auch in Nürnberg, München oder Regensburg deutlich an.

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Zum Erwerb und Besitz von Schusswaffen benötigt man in Deutschland eine Waffenbesitzkarte. Einzig Gas- und Schreckschusswaffen sowie Luftdruck, Federdruck- und CO2-Waffen, die ein entsprechendes Prüfzeichen aufweisen sind hiervon ausgenommen – vorausgesetzt man benutzt sie auf dem eigenen Grundstück ohne Nachbarn zu belästigen. Einzige Bedingung: die Volljährigkeit.

Will man allerdings solche Waffen in der Öffentlichkeit mitführen, benötigt man den kleinen Waffenschein. Hierfür prüft das Landratsamt die Zuverlässigkeit und Eignung des Bewerbers. Nach Aussage von Karl Lasch vom Landratsamt Donau-Ries dürfen keine Vorstrafen und keine Drogenabhängigkeit bestehen.

Ein Grund oder Bedürfnis für den Besitz des kleinen Waffenscheins muss nicht nachgewiesen werden. Dies ist der Unterschied zum Erwerb einer Waffenbesitzkarte für alle weiteren Schusswaffen. Auch deshalb kann Karl Lasch nicht sagen, weshalb die Zahl der kleinen Waffenscheine im Landkreis steigt. Nur die Tatsache, dass es so ist, kann der Waffenexperte bestätigen.

Wolfgang Mayer besitzt in Nördlingen einen Waffenladen. Der Nördlinger Büchsenmachermeister hat eine Erklärung für den Waffenschein-Trend: „Ich denke mit dem Zuzug der Flüchtlinge, der vermehrten Einbruchsserien und den vielen Trickbetrügern ist das Schutzbedürfnis der Leute definitiv größer geworden.“ Es gebe zudem ein Empfinden in der Gesellschaft, dass der Staat seine Bürger nicht ausreichend schützen könne und man sich folglich eben selbst besser schützen müsse. Die Polizei war für eine Stellungnahme dazu nicht zu erreichen.

Vor allem Männer würden bei ihm Schreckschusspistolen kaufen, erzählt Mayer. Aber auch zunehmend Frauen. Neulich habe eine ältere Dame eine Schreckschusspistole und eine Dose Pfefferspray bei ihm erworben. Die Dosen würden sogar besser verkauft werden, als die Schreckschusspistolen.

„Seit Sommer ist der Absatz von Pfefferspray bestimmt um 50 Prozent hoch“, schätzt Mayer. Käufer seien hier vor allem Frauen jeglichen Alters – von der Studentin in der Großstadt bis hin zur verwitweten Oma.

Heinz Brinner hat eine etwas andere Meinung zu der Thematik. Seit über 40 Jahren betreibt er ein Waffengeschäft in Nördlingen. Und sieht keinen Waffenanstieg in der Region. „Früher waren doch viel mehr Waffen im Umlauf“, sagt er. Man dürfe das Thema daher auch nicht verteufeln, sagt Brinner. Durch Autos würden jeden Tag doch viel mehr Leute sterben.

Dieser Meinung schließt sich auch Wolfgang Mayer an: „Schauen Sie sich doch die ganzen Familientötungen an: Da werden Messer, Beile oder sonstige Haushaltsgeräte genommen.“ Eine Schreckschusswaffe sei also nicht gefährlicher als ein Haushaltsgerät, findet er. „Entscheidend ist doch die Person, die eine solche Waffe missbraucht.“

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Ein Artikel von
William Harrison-Zehelein

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Ressort: Volontär

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