Mittwoch, 23. Juli 2014

31. März 2014 09:59 Uhr

American Music Awards

Justin Bieber: Erste Sahne, Milchgesicht!

Justin Bieber hat bei den American Music Awards drei Preise abgesahnt. Doch worin liegt das Phänomen des 18-jährigen Teenie-Stars?

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Justin Bieber bei den American Music Awards in Los Angeles. Foto: Debbie VanStory dpa

Am Ende kullerten über Justins Biebers Wangen Tränen der Freude. Ist ja auch alles ein bisschen viel gerade. Die Versöhnung mit seiner Ex-Freundin Selena Gomez scheint in die Hose gegangen zu sein, wenn man den Boulevards glauben darf. Gleichzeitig räumte der Jungstar aber am Sonntagabend in Los Angeles bei den American Music Awards drei begehrte Preise auf einmal ab – mehr als alle anderen Musiker. Unter anderem wurde er zum Künstler des Jahres gekürt.

Bieber: Allein im Jahr 2010 über 100 Millionen Dollar eingespielt

Da drängt sich die Frage auf: Wer ist eigentlich dieser Halbwüchsige mit dem Milchgesicht, der nach Angaben der Los Angeles Times allein im Jahr 2010 weit über 100 Millionen Dollar einspielte? Knapp die Hälfte des Umsatzes erzielte die „Bieber-Maschine“, wie der junge Mann und seine Vermarktungsagenten nicht ohne Anerkennung beschrieben werden, durch Albumverkäufe, die andere durch Konzertkarten. Bieber gehört nach vierjähriger Karriere zu den bekanntesten Gesichtern der aktuellen Popszene. Und er spaltet die Welt wie wenig andere Musiker. Die einen mögen ihn, die anderen hassen ihn. Dazwischen gibt es nichts.

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Der gebürtige Kanadier leidet am Schicksal vieler Teenager-Idole. Wer so smart so viele Mädels zwischen sechs und 18 begeistert, beschwört Reflexe von Neidern und hämischen Kritikern herauf, die ihn schnell in der Schublade Teeniestar unterbringen. Bieber selbst scheint bisher mit all dem Wahnsinn ebenso gut umgehen zu können wie mit den Zahnspangen-Mädchen, die ihm mit „Heirate mich Justin“-T-Shirts vor Hotels und Konzerthallen auflauern. Im Gegensatz zu anderen Jungstars scheint der inzwischen 18-Jährige trotz Ducati-Motorrad und Lamborghini in der Garage nicht völlig abgehoben zu sein. Vielleicht kommt das ja noch. Ob er den Sprung in die Erwachsenen-Liga schafft, wird sich zeigen. Immerhin aber gilt er derzeit laut der britischen Zeitung The Observer in sozialen Netzwerken einflussreicher als US-Präsident Barack Obama.

Justin Bieber ist kein Casting-Kid

Mit einem Vorurteil über Justin Bieber muss man an dieser Stelle aufräumen. Der talentierte Knabe ist weder ein Casting-Kid noch eine Kunstfigur der Musikindustrie. Wenn man seiner Biografie glauben darf, hat er sich im zarten Alter von fünf Jahren Gitarre- und Schlagzeugspielen selbst beigebracht, weil sich seine Familie keinen professionellen Unterricht leisten konnte.

In seinem extrem erfolgreichen autobiografischen Film „Never say never“ sieht man Bieber als Achtjährigen mit Baseball-Käppi am Schlagzeug inmitten einer Jazzband trommeln. Die Arme nicht viel dicker als die Schlagzeugsticks. Ob der Rest mit der Karriere im Detail wirklich so zufällig und Gott gewollt war, wie es im Film geschildert wird, bleibt dahin gestellt. Doch das Gerüst scheint zu stimmen. Biebers alleinerziehende Mutter Pattie hat unermüdlich Videos von den Auftritten ihres Sohnes auf Youtube gestellt.

Bieber 2011 meistgesuchte Person bei Google

So soll der berühmte Talent-Scout Scooter Braun auf das Schnuckel aufmerksam geworden sein und umgehend ein Vorsingen bei R’n’B-Star Usher arrangiert haben. Der nahm Bieber postwendend unter Vertrag. Und – logisch – mit seiner Debüt-Single „One Time“ eroberte der kleine Justin sofort die Mädchenherzen und landete einen Super-Hit. Auch das erste Album „My World“ war einer.Zeit für Bieber, auch mal bei Barack Obama vorzusingen. So ein Talent zahlt sich aus: 2011 war Justin Bieber die meistgesuchte Person bei Google.

Ob ihm all diese Bilder seiner Kindheit bei der Gala zu den American Music Awards durch den Kopf geschossen sind – wer weiß? Zumindest hatte Justin Bieber eine Frau dabei, die ihn nicht nur über das Aus mit Disney-Schauspielerin Serena Gomez hinwegtrösten konnte, sondern auch mächtig stolz auf ihn war: seine Mama. Als er zum dritten Mal als Sieger genannt wurde, wirbelte er sie durch die Luft und zog sie an der Hand mit auf die Bühne. „Das ist meine Mutter“, hauchte Justin ins Mikrofon. „Sie ist klein, aber wunderschön.“ Da rollten auch bei Mama Bieber ein paar Tränen.

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Josef Karg

Augsburger Allgemeine
Ressort: Bayern und Welt



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