Samstag, 18. November 2017

21. März 2017 08:30 Uhr

Germanwings-Absturz

Lubitz' Vater bestreitet Suizid-Absicht seines Sohnes

Andreas Lubitz riss 149 Menschen mit in den Tod. Zwei Jahre nach dem Germanwings-Absturz meldet sich erstmals seine Familie zu Wort. Sein Vater bestreitet die Suizidabsicht.

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Gedenkstätte für die Opfer des Germanwings-Fluges 4U 9525 im französischen Le Vernet.
Foto: Peter Kneffel (dpa)

An diesem Freitag jährt sich der absichtlich herbeigeführte Absturz einer Germanwings-Maschine mit 150 Toten zum zweiten Mal. Die Germanwings-Muttergesellschaft Lufthansa hat wie im Vorjahr ein Angehörigentreffen in Le Vernet in der Nähe der Absturzstelle in den südfranzösischen Alpen organisiert. Am 24. März soll es dort eine Gedenkfeier geben. Auch ein Gottesdienst in der Kathedrale der nahegelegenen Stadt Digne-les-Bains soll geplant sein.

150 Menschen starben bei Germanwings-Absturz

Nach Überzeugung der französischen Ermittler hatte der Copilot Andreas Lubitz die Maschine am 24. März 2015 auf einem Linienflug von Barcelona nach Düsseldorf absichtlich gegen einen Berg gesteuert. Alle Insassen starben. Unter den Toten waren auch 16 Schüler und zwei Lehrerinnen aus dem westfälischen Haltern.

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Ebenfalls für Freitag kündigte die Familie des verantwortlichen Co-Piloten eine Pressekonferenz in Berlin an. Bereits in der Einladung bezweifelt Lubitz' Vater die «Annahme des dauerdepressiven Copiloten, der vorsätzlich und geplant in suizidaler Absicht das Flugzeug in den Berg gesteuert haben soll». Die Angehörigen seien «der festen Überzeugung, dass dies so nicht richtig ist». Der Anwalt der Absturzopfer kritisierte dagegen in der «Rheinischen Post» die Aktion der Familie als «unverantwortlich» und «geschmacklos».

Im Rahmen der Gedenkfeier in Le Vernet soll ein künstlerisch gestaltetes «Gedenkelement» enthüllt werden. Es sei auf Wunsch der Angehörigen in den letzten Wochen geschaffen worden, teilte die Lufthansa auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. «Nach Abschluss der baulichen Vorarbeiten wird dies im Sommer an der Absturzstelle aufgestellt und dort an die Menschen erinnern, die bei dem tragischen Absturz ihr Leben verloren haben», hieß es. Über Art und Aussehen des Objekts wurde offiziell zunächst nichts bekannt.

Die «Bild am Sonntag» hatte zuvor über das Mahnmal berichtet. Nach Informationen der Zeitung soll es sich um eine Art goldene Sonnenkugel aus 149 individuell geschmiedeten Einzelteilen handeln. Der bayerische Bildhauer Jürgen Batscheider habe das Kunstwerk geschaffen, so die Zeitung.

Nach dpa-Informationen waren die Angehörigen an der Auswahl des Mahnmals beteiligt. 23 Künstler sollen einen Vorschlag präsentiert haben. In rund 700 Metern Entfernung von der nicht zugänglichen Absturzstelle wurde den Informationen zufolge eine Plattform errichtet, von der aus das Element zu sehen sein soll.

Der Opfer aus Haltern, die alle dem dortigen Joseph-König-Gymnasium angehörten, wird am Freitag in der westfälischen Stadt mit fünf Schweigeminuten gedacht. Die 16 Schüler und die beiden Lehrerinnen waren auf dem Rückflug von einem Schüleraustausch verunglückt. Geplant ist eine halbstündige Feier an der Gedenkstätte auf dem Schulgelände. Auch Vertreter der Stadt und der Kirchen nehmen daran teil. Die Schweigeminuten beginnen um 10.41 Uhr, dem Zeitpunkt des Unglücks. Gleichzeitig sollen die Trauerglocken aller Kirchen in Haltern läuten. dpa/AZ

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