Samstag, 17. Februar 2018

12:40 Uhr

News-Blog

Trumps Sicherheitsberater prangert Nordkorea als "Schurkenstaat" an

Der südkoreanische Präsident Moon Jae In sieht die Zeit noch nicht reif für ein Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Pjöngjang.

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General Herbert Raymond McMaster ist nationaler Sicherheitsberater der USA.
Foto: Susan Walsh, dpa
  • Nordkorea sorgt mit seinen Raketen- und Atomwaffen-Tests weltweit für Unruhe.

  • Während der Olympischen Spiele gibt es eine Annäherung zwischen Nordkorea und Südkorea.

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  • Die USA kündigten an, das eigene Land und Verbündete mit allen Mitteln zu verteidigen.

Nordkorea-Konflikt: News im Blog

17. Februar: Trumps Sicherheitsberater prangert Nordkorea als "Schurkenstaat" an

Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, H.R. McMaster, hat in seiner Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz Nordkorea, Syrien und den Iran als "Schurkenstaaten" angeprangert. "Wir wissen, dass Syrien und Nordkorea nicht die einzigen Schurkenstaaten sind, die gefährliche Waffen entwickeln und einsetzen", sagte McMaster am Samstag mit Blick auf Nordkoreas Atomprogramm und den Einsatz von Chemiewaffen in Syrien. Auch der Iran mit "seiner Unterstützung für Stellvertreter-Milizen" müsse nun in den Blick genommen werden. Der Iran "schürt Gewalt", warf Trumps Sicherheitsberater der Islamischen Republik vor. Teheran zählt zu den Unterstützern von Syriens Machthaber Baschar al-Assad. Nach eigenen Angaben hat der Iran aber lediglich Militärberater in das benachbarte Bürgerkriegsland entsandt. In dem bewaffneten Konflikt im Jemen unterstützt der Iran die schiitischen Huthi-Rebellen.

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Südkoreas Präsident sieht Zeit nicht reif für Gipfel mit Nordkorea

Der südkoreanische Präsident Moon Jae In sieht die Zeit noch nicht reif für ein Gipfeltreffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Pjöngjang. Es sei zu früh, um darüber zu diskutieren, ob und wann er die Einladung in die nordkoreanische Hauptstadt annehmen sollte, sagte Moon am Samstag nach Angaben des Präsidialamtes bei einem Besuch im Medienzentrum der Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang. "Wir warten darauf, dass der anhaltende Dialog zwischen Südkorea und dem Norden zu Gesprächen zwischen den USA und Nordkorea sowie zur Denuklearisierung führt", sagte Moon vor Journalisten.

16. Februar: Stoltenberg: Nordkoreanisches Atomprogramm bedroht alle Nato-Partner

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat vor der großen Gefahr des nordkoreanischen Nuklearprogramms für sämtliche Bündnispartner gewarnt. Nordkorea arbeite weiter an seinem Atom- und Raketenprogramm, und sämtliche Nato-Staaten befänden sich mittlerweile in Reichweite nordkoreanischer Raketen, sagte Stoltenberg am Freitag auf der Münchner Sicherheitskonferenz und fügte hinzu: "Pjöngjang ist näher an München als an Washington."

Stoltenberg rief dazu auf, man müsse so viel Druck wie möglich auf Nordkorea ausüben, damit das Land sein Atomprogramm einstelle. Und zwar mit politischen und diplomatischen Mitteln, aber auch mit effektiven Wirtschaftssanktionen. Dabei hätten Russland und China als Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und als Nachbarn Nordkoreas eine besondere Verantwortung, mahnte der Nato-Generalsekretär.

Stoltenberg beklagte ganz grundsätzlich ein Wiederaufflammen der nuklearen Bedrohung. Diese sei leider zurück auf der poltischen Agenda. Und es wäre unverantwortlich, dies zu ignorieren, warnte er. 

In dem Zusammenhang sprach Stoltenberg auch Russland an: Das Land modernisiere seine atomaren Fähigkeiten, entwickle neue atomare Systeme und stärke die Rolle von Nuklearwaffen innerhalb seiner Militärstrategie. Das sei ein echter Grund zur Beunruhigung.

15. Februar: Trump und Abe wollen weiter Druck auf Nordkorea ausüben

Trotz Anzeichen einer Entspannung auf der koreanischen Halbinsel wollen US-Präsident Donald Trump und Japans Ministerpräsident Shinzo Abe weiter Druck auf Nordkorea ausüben. Ziel sei es, Pjöngjang dazu zu zwingen, seine Atom- und Raketenprogramme aufzugeben. "Dialog um des Dialogs willen wäre bedeutungslos", erklärte Abe am späten Mittwoch nach dem mehr als eine Stunde langen Telefongespräch mit Trump. "Wir haben ausführlich darüber gesprochen, was wir von jetzt an tun sollten, um die atomare Abrüstung Nordkoreas Wirklichkeit werden zu lassen."

14. Februar: Südkorea zahlt für Olympia-Aufenthalt nordkoreanischer Cheerleader

Südkorea zahlt für den Besuch hunderter von Cheerleadern und Mitgliedern anderer Gruppen aus Nordkorea während der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang. Es geht nach Angaben des Vereinigungsministeriums in Seoul um Kosten in Höhe von knapp 2,9 Milliarden Won (etwa 2,2 Millionen Euro). Das zuständige Gremium zur Förderung des bilateralen Austausches habe den Plänen zugestimmt, dass das Geld aus dem staatlichen Budget für die innerkoreanische Zusammenarbeit komme, teilte das Ministerium am Mittwoch mit. 

13. Februar: Agentur: Kim zeigt sich sehr beeindruckt von Südkorea

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat sich nach Angaben der staatlichen Medien sehr beeindruckt vom Nachbarland Südkorea gezeigt. Die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA meldete, Kim habe nach der Rückkehr seiner Schwester und anderer ranghoher Regierungsvertreter von den Olympischen Spielen am Montag deren Bericht angehört. Er habe diesen zufrieden zur Kenntnis genommen und gesagt, dass "der Süden, der Nordkoreas Delegation einen besonderen Empfang bereitet hat, sehr beeindruckend war". Kim habe Südkorea gegenüber seinen "Dank ausgedrückt", meldete KCNA weiter. Er wolle die Annäherung weiter ausbauen. Ihm sei an "weiteren guten Ergebnissen" gelegen, da es für ihn wichtig sei, "das gute Klima der Versöhnung und des Dialogs weiter zu beleben".

Altkanzler Schröder kritisiert US-Vizepräsident Pence

Altkanzler Gerhard Schröder hat das Verhalten von US-Vizepräsident Mike Pence bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang kritisiert. "Das war tollpatschig", sagte der SPD-Politiker. Schröder hatte zusammen mit seiner Lebensgefährtin Kim Soyeon die Spiele in Südkorea besucht. Pence hatte bei der Eröffnungsfeier den Kontakt zu Nordkoreas protokollarischem Staatsoberhaupt Kim Yong Nam und zu Kim Yon Nong, der Schwester des Machtinhaber Kim Yong Un, demonstrativ gemieden. Auf dem Rückflug aus Südkorea hatte Pence dann erklärt, die USA seien bereit, direkte Gespräche mit Nordkorea zu führen.

12. Februar: USA offen für Gespräche mit Nordkorea - Pence für "Druck und Dialog"

Die USA sind zu direkten Gesprächen mit Nordkorea über den Konflikt um die nordkoreanische Raketen- und Atomrüstung bereit. Nach der Einladung des Machthabers Kim Jong Un an Südkoreas Präsidenten Moon Jae In zu einem Treffen nach Pjöngjang bekräftigte US-Vizepräsident Mike Pence, dass auch die USA offen für einen Dialog seien, wenn Pjöngjang reden wolle. Sein Angebot gehört zu der neuen Strategie, die Pence mit dem südkoreanischen Präsidenten für die Zeit nach den Olympischen Winterspielen vereinbart hat. Er stellte keine Vorbedingungen, schloss aber eine Abmilderung der Sanktionen für eine Aufnahme der Gespräche aus.

Nach der Charmeoffensive von Kim Jong Un zu den Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang stecken die USA und Südkorea in einem Dilemma, wie sie auf die Einladung reagieren sollen. Südkoreas Präsident betonte, dass "die nötigen Bedingungen dafür" geschaffen werden müssten. Er forderte Nordkorea auf, Gespräche mit den USA über sein Atomwaffen- und Raketenprogramm aufzunehmen. Auch stimmte sich Moon anschließend noch in einem Gespräch mit dem US-Vizepräsidenten über das weitere Vorgehen ab. Auf dem Rückflug sagte Pence in einem Interview der Washington Post, beide Seiten hätten sich auf eine Strategie des "maximalen Drucks und des Dialogs zur gleichen Zeit" geeinigt. "Der Punkt ist, dass kein Druck abgebaut wird, bis sie (die nordkoreanische Führung) etwas tun, das die Allianz (USA und Südkorea) für einen bedeutsamen Schritt in Richtung Denuklearisierung hält", sagte Pence. "Die Politik des maximalen Drucks bleibt also bestehen und wird noch verstärkt. Aber wenn man reden will, werden wir reden."

 

Ein Stolperstein für die weitere Annäherung könnten die Militärmanöver der USA und Südkoreas sein, die wegen der Winterspiele verschoben wurden und jetzt im Anschluss an die noch im März stattfindenden Paralympischen Winterspiele stattfinden sollen. Auch hatte der US-Vizepräsident noch vor seinem Besuch in Südkorea neue Sanktionen gegen Nordkorea angekündigt, die bald vorgelegt werden sollen. Sollte Kim Jong Un mit einer neuen Provokation reagieren oder gar wieder Raketen oder Atomsprengköpfe testen, wäre das leicht das Ende des eingeschlagenen Dialoges.

Mattis: Nordkorea kann keinen Keil zwischen USA und Südkorea treiben

US-Verteidigungsminister Jim Mattis hat versichert, dass Nordkorea mit seiner Charmeoffensive gegenüber Südkorea keinen Keil zwischen Seoul und Washington treiben könne. "Ich weiß, dass die Leute nach einem Keil zwischen Südkorea und den USA suchen", sagte Mattis. "Es gibt da keinen Keil."

Die hochrangige nordkoreanische Delegation übermittelte Moon eine Einladung von Kim Jong Un zu einem Gipfeltreffen. Südkorea reagierte zunächst zurückhaltend, während US-Vizepräsident Mike Pence eine "Propaganda-Farce" Nordkoreas kritisierte. Mattis sagte dazu, es sei "zu früh, um zu sagen (...), ob das irgendeine Zugkraft haben wird, wenn die Olympischen Spiele erst vorbei sind". Mattis erinnerte daran, dass Nordkorea noch am Tag vor der Eröffnung der Olympischen Spiele eine Militärparade mit ballistischen Raketen abgehalten habe. Dies sei "ein sehr seltsamer Zeitpunkt", wenn das Land tatsächlich eine Annäherung an Südkorea anstrebe.

11. Februar: Pence: Nordkorea weiterhin wirtschaftlich und diplomatisch isolieren

Vor dem Hintergrund der vorsichtigen Annäherung von Nord- und Südkorea hat US-Vizepräsident Mike Pence die Notwendigkeit betont, Nordkorea auch "weiterhin wirtschaftlich und diplomatisch zu isolieren". Die USA, Südkorea und Japan seien sich einig, dass Pjöngjang weiterhin isoliert werden müsse, bis das Land sein Raketen- und Atomprogramm aufgebe, sagte Pence am Samstag bei seinem Rückflug von Südkorea in die USA. Im südkoreanischen Pyeongchang hatte er zuvor an der Eröffnung der Olympischen Winterspiele teilgenommen.

10. Februar: Kim Jong Un lädt südkoreanischen Präsidenten ein

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat den südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In nach Pjöngjang eingeladen. Kim habe über eine Delegation einen Brief an Moon übermittelt, in dem er Moon zu einem baldigen Treffen einlade, teilte das Präsidialamt in Seoul am Samstag mit. Sollte Moon nach Pjöngjang fahren, käme es zum dritten Gipfeltreffen zwischen beiden Ländern.

Moon habe dazu aufgerufen, die richtigen Bedingungen für die künftigen Beziehungen zu schaffen, hieß es. Der Brief wurde den Angaben zufolge von einer hochrangigen nordkoreanischen Delegation überbracht, die auch Kims einflussreiche Schwester Kim Yo Jong und das 90 Jahre alte protokollarische Staatsoberhaupt Nordkoreas, Kim Yong Nam, umfasst. 

9. Februar: Historische Treffen bei Olympia: Kims Schwester erstmals in Südkorea

Mit den bisher höchsten Treffen beider Koreas seit fast zwei Jahrzehnten wollen beide Seiten ihre Annäherung voranbringen. In historischen Begegnungen begrüßte Südkoreas Präsident Moon Jae In vor der Eröffnung der Olympischen Winterspiele am Freitag im südkoreanischen Pyeongchang die einflussreiche Schwester von Nordkoreas Machthaber, Kim Yo Jong, und das protokollarische Staatsoberhaupt Kim Yong Nam. Als Zeichen für die anhaltenden Spannungen über Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm ging US-Vizepräsident Mike Pence beiden aber demonstrativ aus dem Weg. 

Die 30-jährige Schwester von Kim Jong Un ist das erste Mitglied der seit drei Generationen in Nordkorea herrschenden Kim-Familie, das den Süden der koreanischen Halbinsel besucht. Moon sprach kurz mit ihr im Stadion, bevor die Eröffnungsfeier begann. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der ebenfalls an der Eröffnung teilnahm,  war im selben Hochgeschwindigkeitszug mit der hohen Funktionärin von Seoul nach Pyeongchang gefahren. Ein Gespräch habe es aber nicht gegeben, hieß es aus deutschen Delegationskreisen. Vor der Eröffnungsfeier hatte Moon einen Empfang für 200 Staats- und Regierungsgäste gegeben. Außer Steinmeier nahmen auch US-Vizepräsident Pence, Japans Ministerpräsident Shinzo Abe und Chinas Sondergesandter Han Zheng teil. Damit waren erstmals die Spitzenvertreter aller Kontrahenten in dem Konflikt über die nordkoreanische Entwicklung von Atomwaffen und Raketen in einem Raum.

Der US-Vizepräsident schlug allerdings ein anschließendes Abendessen an einem Tisch mit Nordkoreas Vertreter aus. Beide seien sich bei dem Empfang kurz begegnet, hätten aber offensichtlich vermieden, sich ansehen zu müssen, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Berichte. Pence habe den Ort nach fünf Minuten wieder verlassen. Er habe offenbar vermeiden wollen, Kim Yong Nam an dem Tisch mit Südkoreas Gastgeber gegenübersitzen zu müssen. Obwohl die Teilnahme von Pence laut Yonhap fest eingeplant war, sagte der südkoreanische Präsidentensprecher, der US-Vizepräsident habe ein separates Dinner mit US-Sportlern vorgehabt. Dass er so früh gegangen sei, bedeute nicht, dass er das Essen boykottieren wollte. Dass Pence aber derart deutlich auf Distanz zu den Nordkoreanern ging, enttäuschte Hoffnungen auf mögliche Gespräche am Rande der Winterspiele. Allerdings hatte auch Nordkorea am Vortag erklärt, an einem Dialog mit der US-Seite nicht interessiert zu sein.  

In einer Rede beim Empfang äußerte Südkoreas Präsident allerdings die Hoffnung, dass die Annäherung beider Koreas zu Dialog und Frieden führen wird. Mit Blick auf Nordkoreas Vertreter sagte Moon: "Einige von uns hätten nicht die Chance gehabt, im gleichen Raum zusammen zu sein, wenn es nicht wegen der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang wäre." Er fügte hinzu: "Am wichtigsten ist es, dass wir hier zusammen sind." Das allein sei schon der Start "unseres ersten Schrittes" in Richtung weltweiten Friedens.

8. Februar: Nordkorea zeigt auch Langstreckenraketen bei Militärparade

Bei der Militärparade in Pjöngjang hat Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un auch Langstreckenraketen gezeigt. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Donnerstag nach der Analyse der Bilder von der Waffenschau berichtete, wurde die neueste Rakete vom Typ Hwasong 15 präsentiert.

Die USA befürchten, dass diese erst im November getestete Langstreckenrakete das amerikanische Festland erreichen kann. Experten berichteten ferner, dass auch das Vorgängermodell Hwasong 14 bei der Militärparade gezeigt worden sei. Ob es sich tatsächlich um einsatzfähige Raketen handelte, war unklar.

Nordkorea will nicht mit USA reden

Nordkorea will die Olympischen Winterspiele nicht für Gespräche mit den USA nutzen. Die Absage erfolgte vor der großen Militärparade am Donnerstag in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang. 

Nordkorea und die USA sind bei der Eröffnungsfeier am Freitag ranghoch vertreten. Während die US-Delegation von Vizepräsident Mike Pence angeführt wird, sendet Nordkorea mit Kim Yo Jung die einflussreiche Schwester von Machthaber Kim Jong Un sowie Parlamentspräsident Kim Yong Nam, der als protokollarisches Staatsoberhaupt des isolierten Staates fungiert. 

Doch sagte ein hoher Beamter des Außenministeriums in Pjöngjang: "Wir erklären eindeutig, dass wir nicht bereit sind, während unseres Besuches in Südkorea mit der US-Seite zusammenzutreffen", wie südkoreanische Medienberichte die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA zitierten. "Wir haben niemals um einen Dialog mit den USA gebettelt." Das werde sich auch in Zukunft nicht ändern.

Seoul: Nordkorea hält Militärparade in Pjöngjang ab

Einen Tag vor Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Südkorea hat Nordkorea eine Militärparade abgehalten. "Wir haben erfahren, dass Nordkorea eine Militärparade auf dem Kim Il Sung-Platz in Pjöngjang organisiert hat", verlautete am Donnerstag aus südkoreanischen Regierungskreisen.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap hatte bereits Mitte Januar unter Berufung auf Regierungskreise in Seoul berichtet, Nordkorea plane für den Tag vor Beginn der Olympischen Winterspiele eine große Militärparade. Damit solle das 70-jährige Bestehen der nordkoreanischen Armee gefeiert werden.

Am Freitag beginnen im südkoreanischen Pyeongchang die Olympischen Winterspiele. Auch nordkoreanische Athleten werden an dem Sportereignis teilnehmen. Dies gilt als wichtiges Zeichen der Entspannung im Verhältnis zwischen den verfeindeten koreanischen Staaten.

7. Februar: Nordkoreas Machthaber schickt Schwester zu Olympia in Südkorea

Im Rahmen der Olympischen Winterspiele soll zum ersten Mal ein Mitglied der seit drei Generationen in Nordkorea herrschenden Kim-Familie nach Südkorea kommen. Im Zuge seines plötzlichen Annäherungskurses an Südkorea will Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un seine jüngere Schwester zu den Spielen nach Pyeongchang schicken. Nordkorea habe Südkorea davon informiert, dass Kim Yo Jong als Mitglied einer hohen Delegation anreisen werde, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul am Mittwoch mit. Die Delegation soll am Freitag, wenn die Spiele eröffnet werden, anreisen und bis zum Sonntag bleiben. 

Die Ankündigung gilt als Zeichen dafür, dass Kim Jong Un die seit Anfang des Jahres betriebene Annäherung fortsetzen will. Die 30-jährige Schwester trägt den Angaben des Vereinigungsministeriums zufolge den Titel einer Vizedirektorin des Zentralkomitees der Arbeiterpartei. Nach Berichten der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap ist sie auch stellvertretende Leiterin der Abteilung für Propaganda und Agitation.

6. Februar: Steinmeier in Tokio: Mit Druck auf Nordkorea nicht nachlassen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat dazu aufgerufen, die Sanktionen gegen Nordkorea wegen der atomaren Bedrohung strikt anzuwenden und den Druck aufrechtzuerhalten. "Wir sind davon überzeugt, dass der Dialog mit Nordkorea nur dann zum Ziel führen kann, wenn er mit größtmöglichem Druck durch Sanktionen verbunden bleibt", sagte Steinmeier am Dienstag in Tokio bei einem Abendessen mit Japans Premierminister Shinzo Abe. Die nukleare Bedrohung durch Nordkorea habe "dramatisch zugenommen", sagte Steinmeier. "Wir müssen uns gemeinsam weiter dafür einsetzen, dass alle großen Mächte und die ganze Weltgemeinschaft in dieser Frage geschlossen zusammenstehen." Steinmeier betonte laut Redemanuskript: "Ein nukleares Nordkorea ist auch für Deutschland eine Gefahr - und nicht nur deshalb völlig unakzeptabel."

Deutschland und Japan hätten auch wegen ihrer wirtschaftlichen Stärke eine besondere außenpolitische Verantwortung, sagte der Bundespräsident. Sie gehörten zu den größten und innovativsten Volkswirtschaften der Welt. "Auch deshalb sind unsere beiden Länder schlichtweg auf eine stabile und regelbasierte internationale Ordnung angewiesen." Gemeinsam sei Deutschland und Japan auch, dass sie sich Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie verpflichtet fühlten, sagte Steinmeier. Ebenso wie Abe, der als enger Verbündeter von US-Präsident Donald Trump gilt, bekräftigte der Bundespräsident das gemeinsame Interesse am internationalen Freihandel. Abe sagte, Deutschland und Japan seien "Fahnenträger des freien Handels". Am Mittwoch wird auch US-Vizepräsident Mike Pence in Tokio erwartet. 

Im kaiserlichen Palast von Tokio wird Steinmeier am Mittwoch von Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko empfangen. Danach fliegt er nach Südkorea weiter, wo er am Freitag an der Eröffnung der Olympischen Winterspiele teilnimmt. Auch Abe kommt zu diesem Anlass nach Pyeongchang. Steinmeier und der japanische Premier wünschten ihren Ländern gegenseitig viel Erfolg bei den Spielen.

Nordkorea schickt Orchester für Olympia-Programm nach Südkorea

Trotz Sanktionen gegen Nordkorea hat Südkorea anlässlisch der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang die Einfahrt eines nordkoreanischen Schiffes mit einem Orchester an Bord erlaubt. Die Fähre "Mangyongbong 92" sei am Dienstag im Hafen von Donghae an der Ostküste vor Anker gegangen, berichteten südkoreanische Sender. Das Schiff soll während des Aufenthalts der 140 Mitglieder des Orchesters an der Küste auch als Unterkunft dienen. Der erste von zwei Auftritten in Südkorea ist für Donnerstag, einen Tag vor Eröffnung der Spiele, geplant.

Die Regierung habe die Einfahrt als eine Ausnahme von den Sanktionen genehmigt, teilte das Vereinigungsministerium in Seoul mit. Seoul hatte 2010 neben anderen Maßnahmen zur Reduzierung des Austausches beschlossen, dass keine Schiffe aus Nordkorea mehr in südkoreanischen Häfen anlegen dürfen. Hintergrund war der Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffes, für den Seoul eine Torpedoattacke Nordkoreas verantwortlich gemacht hatte. 

Tillerson schließt US-Gespräche mit Nordkorea bei Olympischen Spielen nicht aus

US-Außenminister Rex Tillerson schließt ein Treffen von US-Vize-Präsident Mike Pence oder anderen Regierungsvertretern mit nordkoreanischen Vertretern bei den Olympischen Winterspielen nicht aus. Bei einer Pressekonferenz in Lima wollte Tillerson die Frage, ob Pence eine Einladung zu einem Treffen mit der nordkoreanischen Delegation annehmen würde, am Montag (Ortszeit) nicht verneinen. "Wir werden sehen, was passiert", sagte Tillerson. Noch sei unklar, ob es irgendeine Gelegenheit für ein Treffen geben werde.

Die US-Regierung hatte bislang erklärt, sie werde nicht die Initiative für Gespräche mit Nordkorea während der Winterspiele ergreifen. Sie ist aber zum Dialog mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un bereit, um den Konflikt um Pjöngjangs Atomprogramm zu lösen.

Pence nimmt am Freitag an der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang teil. Zuvor reist er nach Alaska, Tokio und Seoul. Es ist bereits seine zweite Reise in die Region als Vize-Präsident. (AZ, dpa, afp)

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