Mittwoch, 22. November 2017

24. Februar 2015 07:05 Uhr

Königsbrunn als „Bananenstadt“

Drei Redner servieren in Königsbrunn deftige politische Kost zum Auftakt der Fastenzeit

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Als Pater Corvinus trat Jürgen Raab, der FW-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, beim Politischen Aschermittwoch im Hotel Zeller auf.
Foto: Freie Wähler

Am Aschermittwoch ist der Fasching vorbei – Politiker legen an diesem Tag erst richtig los. So hielten es auch die Freien Wähler (FW) mit einem regionalen „Politischen Aschermittwoch“ im Hotel Zeller, bei dem Jürgen Raab, Fabian Mehring und Johann Häusler deftige Watschen für die politischen Gegner verteilten.

Königsbrunn gleicht einem Bananenstaat“, stellte Jürgen Raab, der FW-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, alias Pater Corvinus in seiner Büttenrede fest und spielte an auf den Reifegrad der Früchte, „von ungenießbar grün bis breiig schwarz“. An der Mehrheitskoalition im Königsbrunner Stadtrat ließ Raab in seinen Reimen kein gutes Haar. „Themen wie die Straßenbahn geht man nassforsch und doch mutlos an. Bloß nicht den Landrat verprellen und keine Forderungen stellen. Krähen sind, ist allseits bekannt, nicht nur schwarz, sondern auch verwandt.“

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Vize-Bezirksvorsitzender Fabian Mehring kritisierte die Debattenkultur im Landratsamt, wo seiner Meinung nach nur Parteiinteressen im Vordergrund stünden. „Intensiv diskutiert wird immer dann, wenn Posten zu vergeben sind.“ Die Kompetenzen der Mandatsträger aller Parteien würden stattdessen ignoriert. In Anbetracht der finanziellen Lage des Kreises sei das besonders ärgerlich. „Mit öffentlichen Geldern ist Landrat Sailer weit weniger knausrig wie mit seinen Nebeneinkünften.“ Sein Hang zu Prestigeprojekten, so Mehring, habe die Schulden des Kreises seit seiner Amtsübernahme fast verdoppelt.

Der FW-Landtagsabgeordnete Johann Häusler aus Biberbach sprach Themen der großen Politik an – etwa die geplanten Freihandelsabkommen mit Kanada und den USA. In Häuslers Augen sind sie ein „Wunschkonzert der Lobbyisten“. Damit drohe der „Ausverkauf des deutschen Mittelstands, anerkannte Titel wie Meisterbrief oder DiplomIngenieur würden dabei „ersatzlos geopfert“.

Häusler kritisierte in seiner Rede auch die aktuelle Umsetzung des Mindestlohnes und den damit verbundenen Bürokratismus: „Das Geld für 16000 Kontrolleure, die unsere mittelständischen Unternehmen unter einen unsäglichen Generalverdacht stellen sollen, wäre in der Ausbildung viel besser angelegt“, so der Ehrenvorsitzende der Freien Wähler im Landkreis. (pm)

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