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Augsburger Sporthalle: Muhammad Ali: Der Größte war da

Augsburger Sporthalle

Muhammad Ali: Der Größte war da

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    Muhammad Ali in der Augsburger Sporthalle. Edi Lebold (links) von der MBB SG hat bereits das Autogrammbuch gezückt.
    Muhammad Ali in der Augsburger Sporthalle. Edi Lebold (links) von der MBB SG hat bereits das Autogrammbuch gezückt. Foto: Archiv

    Edi Lebold war als Amateurboxer eine lokale Größe – eher Techniker als Haudrauf. Deshalb wird der 15. Mai 1976 für den Augsburger unvergessen bleiben. In der Sporthalle traf er den „Größten“ aller Boxer in der Sporthalle. Muhammad Ali, der heute seinen 70. Geburtstag feiert, war damals Weltmeister. Zur Vorbereitung auf den WM-Kampf in München gegen den Briten Richard Dunn kam er zum Showtraining nach Augsburg. Lebold, Trainer bei der MBB SG, ließ seine Nachwuchsboxer Spalier stehen und durfte dem amerikanischen Star Wasser und Zahnschutz reichen. Horst Eckert, damals Eishockey-Journalist, half in der Organisation und erlebte Ali in seiner ganzen Vielseitigkeit:

    Muhammad Ali - Die besten Sprüche des Boxers

    Muhammad Ali wird 70. Der größte Boxer aller Zeiten hat die Sportwelt fasziniert wie kaum ein anderer Athlet.

    Auch mit seinen Sprüchen.

    «Ich bin der Größte.» (sein Urschrei im Ring)

    An seinen Rivalen ließ er zumeist kein gutes Haar: Die waren «hässlich», «Penner», «Analphabeten» oder «Zuchthaus-Boxer».

    «Wer nur davon träumt, mich zu schlagen, sollte aufwachen und sich dafür entschuldigen.»

    «Ich habe die Welt durchgeschüttelt.» (1964 nach seinem sensationellen ersten WM-Titelgewinn gegen Sonny Liston)

    «Wir kamen als junge Champions nach Manila und gingen als alte Männer.» (Nach dem gnadenlosen Schlagabtausch im Oktober 1975 bei tropischer Gluthitze über 14 Runden gegen Joe Frazier beim "Thrilla in Manila")

    «Noch nie in der Weltgeschichte haben sich so viele weiße Menschen um einen Neger solche Sorgen gemacht.» Muhammad Ali mit fast 40 Jahren vor seinem letzten Profi-Kampf gegen Trevor Berbick im Dezember 1981.

    «Du wirst eines Tages sterben. Also sei bereit, um in den Himmel zu gehen und um ewig glücklich zu leben.» (lautet das Credo des Boxers, der an Parkinson erkrankt ist)

    Ali, der Eigenwillige Der Weltmeister kam nicht ins Rathaus zu Bürgermeister Willi Egger und auch die Autogrammstunde war schnell beendet, als der Moslem bemerkte, dass ein örtliches Brauhaus in den Termin eingebunden war.

    Ali, der Showman 2000 Zuschauer in der Sporthalle sahen, wie der Weltmeister gegen seine Sparringspartner – darunter Ex-Europameister Karl Mildenberger – sein Repertoire zeigte. Ali tanzte durch den Ring, spielte den angeschlagenen Kämpfer und präsentierte seine schnelle linke Gerade.

    Muhammad Ali - Die berühmtesten Kämpfe

    Cassius Clay alias Muhammad Ali gilt als der beste Boxer aller Zeiten. Seine Kämpfe vor allem gegen Joe Frazier und George Foreman sind in die Box-Geschichte eingegangen. Der Olympiasieger und dreimalige Profi-Weltmeister boxte auch gegen die Deutschen Karl Mildenberger und Jürgen Blin.

    5. September 1960, Rom: Cassius Clay wird mit einem Punktsieg über Zbigniew Pietrzykowski (Polen) Olympiasieger im Halbschwergewicht. Es ist sein letzter von 108 Amateurkämpfen, von denen er nur acht verlor.

    25. Februar 1964, Miami Beach: Cassius Clay gewinnt mit einem K.o.-Sieg in der achten Runde über Sonny Liston (USA) erstmals den WM-Titel. «Ich bin der Größte. Ich bin der Schönste», tönt er und tritt wenig später zum Islam über.

    9. Oktober 1966, Waldstadion Frankfurt: Vor 35 000 Zuschauern verteidigt Ali gegen Europameister Karl Mildenberger seinen WM-Gürtel. Anschließend gesteht er, dass sei sein schwerster Kampf seit dem Titelgewinn gegen Sonny Liston gewesen.

    8. März 1971, Madison Square Garden New York: Ali kassiert gegen Joe Frazier im Kampf um die WM-Gürtel von WBA und WBC die erste Niederlage in seiner Karriere. Im «Kampf des Jahrhunderts» schlägt Frazier seinen Widerpart in der 15. und letzten Runde mit einem linken Haken zu Boden. Die beiden Boxer bekommen Rekordbörsen von jeweils 2,5 Millionen Dollar.

    26. Dezember 1971, Hallenstadion Zürich: Muhammad Ali schlägt den Hamburger Jürgen Blin in der siebten Runde K.o. «Sportlich war der Kampf nicht viel wert. Ich wusste genau, dass ich keine Chance habe», sagt Blin später.

    30. Oktober 1974, Kinshasa: Im legendären «Rumble in the Jungle» erkämpft sich Ali gegen George Foreman in Kinshasa durch K.o. in der 8. Runde die WM-Titel der WBA und WBC zurück - mit völlig neuer, defensiver Taktik. Er durchbricht als zweiter Profi nach Floyd Patterson das eherne Gesetz «They never come back».

    1. Oktober 1975, Manila: Muhammad Ali bezwingt Joe Frazier im «Thrilla in Manila» durch Aufgabe nach der 14. Runde. 28 000 Zuschauer im prall gefüllten Araneta Coliseum werden Zeugen der wohl größten Ringschlacht der Boxgeschichte.

    Ali, das Großmaul Der Gegner im WM-Kampf bekam bereits in Augsburg sein Fett weg. „Richard Dunn redet zu viel. Er mag Europameister sein, ich bin der Größte der Welt, ihr werdet es alle sehen.“

    Horst Eckert war dann auch im Vorbereitungsprogramm im Münchner Circus Krone gefragt. „Ali wollte unter keinen Umständen berührt werden. Das haben wir in Augsburg dank Edi Lebold und seinen Boxern gut hinbekommen.“ Als dem Weltmeister in München gleich vor dem ersten Training einer auf die Schulter klopfte, forderte Ali den Augsburger Eckert an, der die Unterhaltungskünste des Amerikaners schätzen lernte. „Er wusste genau, was gewünscht war. Zunächst gab er einem deutschen TV-Sender ein ganz normales Interview. Für NBC aus den USA hat er dann so laut gebrüllt, dass man es draußen im Hof noch hörte.“ Den Kampf in der Münchner Olympiahalle gewann Ali vorzeitig in der fünften Runde.

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