Mittwoch, 20. September 2017

02. September 2017 17:07 Uhr

Kommentar

Großer Kader: Manuel Baum muss aufpassen, dass keine Unruhe entsteht

Für 15 FCA-Spieler ist kein Platz im Kader - und das an jedem Spieltag. Nun ist Trainer Manuel Baum auch als Psychologe gefragt.

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33 Spieler hat Manuel Baum zu betreuen.
Foto: Ulrich Wagner

Stefan Reuter hält Konkurrenz für leistungsfördernd. Hat er jedenfalls unmittelbar nach Beendigung der Transferperiode gesagt. Nun ja, muss er ja sagen bei einem Kader von 33 Spielern. Reuter wäre ein schlechter Manager, würde er anders argumentieren. Dabei weiß er als Exprofi wohl am besten, dass diese Anzahl an Spielern alles andere als optimal ist. Reuter ist wahrscheinlich in seiner gesamten Laufbahn noch nie mit einem so großen Kader konfrontiert worden. Aber nun ist es, wie es ist.

Dass Trainer Manuel Baum eine Reihe von Spielern mitziehen muss, die wohl nie zum Einsatz kommen, ist bedauerlich. Doch es war anscheinend nicht möglich, Spieler, von denen sich der Verein trennen wollte, woanders unterzubringen. Vermutlich überschätzt sich auch mancher und will deshalb nicht den Gang in die 2. oder 3. Liga antreten. Sicher hätten die Verantwortlichen des FCA einigen, die auf der Gehaltsliste des Vereins stehen, keine Steine in den Weg gelegt.

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Beim FC Augsburg ist der Umbruch eingeleitet

In Sachen Torhüter hat sich der FCA verzockt. Offenbar ist die Klubführung davon ausgegangen, dass Marwin Hitz den Verein verlässt, warum hätte man sonst mit Fabian Giefer einen weiteren Torhüter verpflichtet? Jetzt müssen die Verantwortlichen aufpassen, dass keine Unruhe entsteht. An jedem Bundesliga-Wochenende dürfen 18 Spieler für einen Kader nominiert werden. Heißt: 15 müssen auf die Tribüne oder in der U-23 kicken. Da ist Baum nicht nur als Trainer, sondern auch als Psychologe gefragt. Diese Transferperiode hat in Augsburg auch endgültig einen Umbruch eingeleitet. Platzhirsche und Stützen wie Kapitän Paul Verhaegh (33), Halil Altintop (34) oder Raúl Bobadilla (29) haben den Verein verlassen.

Das hat erneut dazu geführt, dass viele Experten den Verein zum Abstiegskandidaten erklären. Daran hat sich für den FCA auch in seinem siebten Bundesligajahr nichts geändert. Doch darüber wird man beim FCA wie immer lächelnd hinwegsehen.

Mehr zum FC Augsburg lesen Sie hier:

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Ein Artikel von
Wolfgang Langner

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


FCA-Trainer
Ist Manuel Baum der Richtige?


Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Vorstandsvorsitzender des FC Augsburg ist Klaus Hoffmann. Die Mannschaft wird trainiert von Manuel Baum. Geschäftsführer sind Peter Bircks und Stefan Reuter. Der FCA trägt seine Heimspiele in der  30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

Der Spielplan des FC Augsburg 2017/16

Die Torschützenkönige der Bundesliga