Dienstag, 21. April 2015

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Chanting – Mantras singen und entspannen: Mit uralten Weisheiten und eingänglichen Melodien finden Menschen einen Weg, zu sich und ihrer inneren Mitte zu finden. Von Daniela Palatzky

Als „Chanting“ bezeichnet man das Singen von Mantras als religiöse Praxis. Mantras sind sehr alte Gebetstexte, Lebensweisheiten oder Sprichwörter, aus den verschiedensten Kulturen der Welt. Sie kommen beispielsweise aus Indien, Hawaii, Südamerika, und auch aus dem arabischen Raum, wo sie schon seit Jahrhunderten, mittels des Gesangs, den Weg aus den Gebetsbüchern in die Gemeinschaft der Menschen finden.

Für Seele und Geist

Durch die enge Verbindung der Gebetstexte mit dem Glauben der verschiedenen Religionen des Buddhismus, Hinduismus, Judentum, Christentum und Islam erhalten die Lieder eine spirituelle Note und lassen den praktizierenden eine intensive Wirkung spüren.

Das Singen dieser Mantras dringt aufgrund der Rhythmik und der einfachen, schnell eingänglichen Melodien tief in den Körper ein und berührt Seele und Geist. Die Kraft des Singens erreicht den Menschen seit jeher auf einer besonders emotionalen Ebene und erhöht so das persönliche Wohlbefinden. Meist wird das „Chanting“ in kleineren Gruppen praktiziert und lässt so ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl entstehen. Denn: Gemeinsam singen macht Freude!

Nicht das Können zählt

Dabei geht es nicht darum, besonders gut zu singen, oder perfekt die Töne treffen zu müssen. Ziel ist es, durch lang anhaltendes Singen und ausdauerndes Wiederholen der Melodien, zu sich selbst zu finden und in eine Art meditativen Zustand zu gelangen. Kursteilnehmer beschreiben das Chanting als befreiend, harmonisierend und entspannend.

Solche gemeinsamen „Chanting-Sessions“ werden vor allem in privaten Kreisen abgehalten. Aber auch öffentliche Kurse werden angeboten, beispielsweise vom Zentrum für heilenden Klang in München. Diese Organisation veranstaltet auch die „Augsburger Nacht der spirituellen Lieder“, welche im März 2011 bereits zum dritten Mal stattgefunden hat.

Wirkung erwiesen

Die heilsame Kraft des Singens ist auch wissenschaftlich belegt. Sie beeinflusst vor allem das Hormon- und Nervensystem. So hat sich seit 2009 ein internationales Netzwerk zur Förderung des heilenden Gesangs in Gesundheitseinrichtungen, zusammengeschlossen. Dieses nennt sich „Singende Krankenhäuser“ und praktiziert die heilenden Gesänge in Krankenhäusern, sowie in Psychiatrien, Rehabilitationszentren, und auch in Altersheimen. Das „Chanting“ verbessert die Lebensqualität und steigert die Lebensfreude im gesunden wie im kranken Zustand. Die Gesänge tragen nachweislich zur allgemeinen Gesundheit und zur Beschleunigung von Heilprozessen bei. Zudem haben sie eine therapeutische, krampflösende und entspannende Wirkung auf die Patienten.

Auch in unserer Region gibt es immer wieder Angebote, diese äußerst interessante und abwechslungsreiche Art dem Alltagstrott zu entfliehen, zu praktizieren, neue Kraft zu schöpfen und seinen ganz persönlichen und spirituellen Weg zum Glück zu finden.

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