Mittwoch, 21. Februar 2018

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Tauchen, surfen, schwimmen – Gran Canaria lockt mit aktivem Erlebnisurlaub und mit der ein oder anderen Tiefseeüberraschung. Von MANUEL MEYER

Surfer zieht es auf den Kanarischen Inseln nach Fuerteventura. El Hierro lockt mit spannenden Tauchspots. Und Gran Canaria? Da denken die meisten nur an Pauschaltourismus, Bettenburgen und Partymeilen an der Playa del Inglés. Einigen kommen noch die Sanddünen von Maspalomas in den Sinn. Doch für Aktivurlaub ist die Insel nicht bekannt.

Zugegeben: Die meisten Urlauber auf Gran Canaria wollen tatsächlich eher in den Ferienhochburgen im Süden der Insel faulenzen. Doch das heißt noch  lange nicht, dass man auf Gran Canaria nichts erleben kann. Das gebirgige Inselinnere lädt zu Wanderungen ein. Und sogar im touristischen Süden kommen Aktivurlauber auf ihre Kosten – vor allem Wassersportler. Obwohl Fuerteventura bekannter ist, gehört Gran Canaria zu den besten Surfrevieren Europas.

Auf die Welle

Aus diesem Grund unterhält auch der ehemalige deutsche Windsurf-Profi und 42-fache Weltmeister Björn Dunkerbeck in Playa del Inglés eine eigene Surfschule. „Hier am Aguila-Strand können Anfänger und Fortgeschrittene 220 Tage im Jahr surfen. Wir haben immer gute Wellen, nicht zu groß und nicht zu klein, und eine durchschnittliche Jahrestemperatur von 22 Grad“, versichert Pedro Galeano, einer von Dunkerbecks Surflehrern.

Könner verschlägt es an die Nordküste zwischen Las Palmas und Gáldar oder an die windige Ostküste nach Pozo Izquierdo, Vargas und Arinaga, wo bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 60 Kilometern pro Stunde und drei Meter hohen Wellen sogar Etappen der jährlichen Surf-Weltmeisterschaften ausgetragen werden. Die Wind- und Wetterbedingungen machen Gran Canaria auch zu einem erstklassigen Segelrevier, insbesondere die Südwestküste zwischen Arguineguin und Puerto de Mogán. Nicht selten können Segler dort Delfine und sogar Wale beobachten. Wer nicht segelt, kann die Tiere auf einem normalen Bootsausflug in Augenschein nehmen.

Ab in die Tiefe

Das große Fischaufkommen macht den Süden der Insel besonders beliebt bei Hochseeanglern. Schwertfische, riesige rote Thunfische und der blaue Marlin finden sich hier, obwohl letzterer vom Aussterben bedroht sind und nicht mehr gefischt werden sollten. „Auch hier ist die Unterwasserwelt bedroht. Die Leute sollten sich lieber Taucherbrille und Flossen anziehen und diese einzigartige Welt genießen“, meint Jerry O’Connor, der seit 1998 seine Tauchbasis Canary Diving Adventures am Taurito-Strand betreibt.

O’Connor taucht heute die „Cermonia II“ an. Wenige Hundert Meter vom Strand entfernt liegt das knapp 36 Meter lange Boot auf dem sandigen Meeresgrund. Trotz bester Sichtverhältnisse ist das vor 16 Jahren versenkte Wrack erst kaum auszumachen. Ein riesiger Schwarm Gelbflossen- Grunzer bildet davor eine regelrechte Wand. Aber nicht nur hier ist es spannend: Vor der Playa de Mujeres, weiter östlich bei Arguineguín, können Taucher in nur 17 Meter Tiefe ein 30 Meter langes und neun Meter breites russisches Tragflügelboot bewundern. Fast immer treiben sich Barrakudas an den Wracks herum.

Versteckte Überraschungen

Bei der mit 45 Meter sehr tiefliegenden „Blue Bird“ können Taucher im Blauwasser sogar  Makrelen und Thunfische beim Jagen beobachten. Einer der vielleicht bekanntesten Tauchplätze auf Gran Canaria ist El Cabrón im gleichnamigen Marineschutzgebiet von Arinaga an der Ostküste. Die Landschaft unter Wasser gehört mit ihren unzähligen Grotten, Kaminen und Torbögen mit Sicherheit zu den schönsten der gesamten Insel. In den Riffkanten und Höhlen verstecken sich Kraken und Muränen. Die meisten Tauchspots findet man aber vor Puerto de Mogán.

Die geschützte Lage im Südwesten und die vielleicht besten Wetterverhältnisse der Insel machen es möglich, hier das ganze Jahr über zu tauchen. Puerto de Mogán ist zweifelsohne auch das schönste Küstendorf Gran Canarias. Dass die Einheimischen den Ort „Venedig der Kanaren“ taufen, ist zwar mehr als übertrieben. Aber das mittlerweile sehr touristische Örtchen hat mit seinen schmucken Gassen, Brücken, zahlreichen Wasserkanälen, einem niedlichen Hafen und renovierten ehemaligen Fischerhäusern auf jeden Fall Charme.

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