Samstag, 3. Dezember 2016

06. Februar 2016 06:23 Uhr

Zöschingen

Windpark: Flaute in der Kasse

Im dritten Jahr in Folge bleibt die Ausbeute der acht Anlagen in Zöschingen deutlich hinter den Erwartungen zurück. Was die Investoren dazu sagen. Von Katharina Gaugenrieder

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Die acht Anlagen im Wald bei Zöschingen blieben mit ihrer Stromausbeute auch 2015 deutlich hinter den Erwartungen zurück. Etwa 32 Millionen Kilowattstunden Strom haben sie gemeinsam erzeugt.

In den vergangenen Tagen hat der Wind teilweise heftig über den Landkreis hinweggeblasen. Was die Narren ärgert, freut diejenigen, die sich am Bürgerwindpark in Zöschingen beteiligt haben. Mehr als 100000 Kilowattstunden hat jede der acht Anlagen im Februar schon durchschnittlich ins Stromnetz eingespeist. Auch der Januar, sagt Betreiber Georg Honold, sei mit 480000 Kilowattstunden pro Anlage ein recht guter Monat gewesen. „Wenn es so weiterginge, dann wären wir zufrieden“, sagt Honold.

Mit dem Jahr 2015 jedoch könne man nicht zufrieden sein. Über das gesamte Jahr gesehen habe man da mit dem Windpark nur bei 85 Prozent dessen gelegen, was man eigentlich als Soll definiert hatte. Das, sagt Honold, sei besser als im Jahr 2014. Da lag man an Silvester bei 74 Prozent und noch sehr viel deutlicher unter den Erwartungen. Doch auch mit 2015 könne man nicht zufrieden sein. „Das wären wir erst, wenn wir bei mehr als 100 Prozent sind“, sagt Honold klar.

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Deutschlandweit gesehen sei das Windjahr 2015 ganz unterschiedlich gewesen. Im Norden soll es ganz gut gewesen sein, hat Honold gehört. Dort freuten sich einige Betreiber gar über 100 Prozent Ausbeute. Auch im Allgäu habe man mit 90 Prozent ein passables Ergebnis gehabt. Im Gebiet Ostalb und auch in Zöschingen, wo Honold die Referenzen von 17 Anlagen hat, lag man dagegen nur bei 85 Prozent.

Bester Monat im Zöschinger Windpark war der Januar, in dem jedes Windrad durchschnittlich 550000 Kilowattstunden erzeugte. Die zweitbeste Windausbeute habe man dann im November gehabt. Insgesamt, sagt Honold, habe der komplette Park etwa 32 Millionen Kilowattstunden erzeugt. Das entspreche dem, was 9100 Drei-Personen-Haushalte im Jahr verbrauchen. Dass es nicht mehr war, liegt vor allem am fehlenden Wind. Aber der Park, sagt Honold, habe auch mit einigen Abschaltungen zu kämpfen gehabt. Weil die EnBW ihr Netz ausgebaut hat, musste der Park mehrere Tage lang vom Netz genommen werden und die Rotoren standen. „Das bekommt man nicht ersetzt, aber als wir damals angeschlossen wurden, waren wir auch froh und das mussten dann die anderen tragen“, sagt Honold, der nun auf ein besseres Jahr 2016 hofft.

Das tut auch Alexander Jall, Vorstand der Windkraft Dillinger Land eG. Er nimmt, mit Blick auf die vergangenen drei Jahre, in denen der Windpark mit den erzielten Leistungen immer deutlich unter den Erwartungen blieb, kein Blatt vor den Mund: „Für uns ist der Verlauf schon enttäuschend. Das muss man ganz klar sagen.“ Doch für eine langfristige Betrachtung reichten drei Jahre nicht aus. Das Ergebnis des Jahres 2015, bei dem man nach den Berechnungen der Genossenschaft nicht bei 85 sondern bei 80,5 Prozent des Solls lag, hat auch Auswirkungen auf die Verzinsung der Mitgliederdarlehen. 4,5 Prozent Zinsen seien ursprünglich pro Jahr angedacht gewesen. Nun ist es, zum zweiten Mal in Folge, nur ein Prozent. „Dafür haben wir es natürlich nicht gemacht“, sagt Jall klar. Er betont aber auch, dass neben dem Ertragsstreben immer auch ideelle Ziele wichtig gewesen seien. Bisher habe man deshalb auch von den Mitgliedern die Rückmeldung bekommen, dass für den Einzelnen nicht unbedingt entscheidend sei, ob es nun ein Prozent mehr oder weniger sei. „Wir spüren nach wie vor sehr viel Idealismus und es macht Spaß“, sagt Jall. Austritte oder Kündigungen habe man nicht zu verzeichnen.

Mit viel Idealismus sieht weiterhin auch Walter Thiergärtner das Projekt. Der Weldener ist eines der 463 Mitglieder der Genossenschaft und sitzt auch im Aufsichtsrat. Sicherlich sei klar, dass es enttäuschend ist, dass der Wind nicht so da sei, wie prognostiziert, sagt Thiergärtner. „Auf der anderen Seite war allen klar, dass es eine unternehmerische Entscheidung war und nicht eine für eine Geldanlage, wo es einen garantierten Zinssatz gibt. Es ging mir nicht um einen möglichst hohen Gewinn, sondern ich wollte einen Beitrag leisten, damit wir saubere Energie haben“, betont Thiergärtner. Dieses Ziel habe sich voll erfüllt. „Hier sparen wir Atomstrom und Atommüll. Wir haben mit dem Windpark jetzt schon mehr Atommüll gespart, als in Asse gelagert ist. Das ist eine gigantische Leistung. Und insofern ist es eine positive und gute Investition.“ Zudem, sagt Thiergärtner, sei das Geld der Anleger auch nicht kaputt. „Es dauert halt einfach länger, bis es sich rechnet.“ »Diese Woche

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Ein Artikel von
Katharina Indrich

Donau Zeitung
Ressort: Lokalnachrichten Dillingen

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