Sonntag, 26. März 2017

19. Juli 2010 02:25 Uhr

Aichach

Interkultureller Garten erntet Früchte

Familien aus acht Nationen teilen sich 15 Parzellen am Anton-Kaluscha-Weg. Das dreijährige Projekt des interkulturellen Gartens hat das berufliche Fortbildungszentrum der Bayerischen Wirtschaft (bfz) Ende des vergangenen Jahres gestartet. Heuer werden die ersten „Früchte“ geerntet. Von Gerlinde Drexler

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Das Saatgut für den Interkulturellen Garten haben die Familien aus ihren Heimatländern mitgebracht. Bürgermeister Klaus Habermann lässt sich zeigen, wie gut das Gemüse eingewachsen ist. Links neben ihm Gärtner Stephan Siebenhüter, bfz-Mitarbeiterin Yvonne Flügel-Bittner und Projektleiterin Ilona Hörmann. Foto: Gerlinde Drexler
Foto: Gerlinde Drexler

Aichach. Bohnen, Paprika, Petersilie, Kohl, Kartoffeln und sogar etwas Mais wachsen im interkulturellen Garten. Familien aus acht Nationen teilen sich 15 Parzellen auf dem Grundstück am Anton-Kaluscha-Weg. Das dreijährige Projekt hat das berufliche Fortbildungszentrum der Bayerischen Wirtschaft (bfz) Ende des vergangenen Jahres gestartet und heuer werden die ersten „Früchte“ geerntet. Das Sommerfest, das die Gartenpaten zusammen mit dem bfz und der Unterstützung der Stadt am Samstag feierten, war nämlich gleichzeitig eine Einweihungsfeier für den Garten.

Jede der 15 Familien hat eine eigene Parzelle, die sie nach eigenem Gutdünken bepflanzen kann. „Jede freie Stelle wird genutzt“, freut sich Yvonne Flügel-Bittner, die im Auftrag von bfz das Projekt vor Ort betreut, über das Engagement aller Beteiligten. Bayram Aydogan gehörte zu den ersten, die sich ihr Beet anlegten. Stolz zeigt er beim Sommerfest, wie hoch inzwischen schon sein Gemüse gewachsen ist. Erfahrungen im Gärtnern hat er schon in der Türkei gesammelt, wo er einen großen Garten hatte.

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Bevor angebaut werden konnte, hieß es aber für alle, erst mal den Garten vom Unkraut zu befreien, das teilweise bis in Zaunhöhe wucherte. Der Interkulturelle Garten ist auf einem Teil des rund 500 Quadratmeter großen Gelände des ehemaligen Schulgartens der Ludwig-Steub-Schule angelegt. Aufgrund der großen räumlichen Entfernung hatte die Schule den Garten nicht mehr weiter betreiben wollen. Das war just zu dem Zeitpunkt, als Projektleiterin Ilona Hörmann vom bfz ihre Idee eines Interkulturellen Gartens bei der Stadt vorstellte. „So konnten wir auch gleich dieses schöne Fleckchen Erde in bester Stadtlage anbieten“, sagte Bürgermeister Klaus Habermann. Ein gutes Omen, fand er. Liegt der Garten doch in unmittelbarer Nachbarschaft der Kleingartenanlage der Heimatvertriebenen am Griesbacherl.

Integration, Völkerverständigung und das interkulturelle Lernen stehen bei dem Projekt im Mittelpunkt. Deshalb war es Projektleiterin Hörmann auch wichtig, dass verschiedene Nationen gemeinsam den Garten bewirtschaften. Ganz besonders freut Stephan Siebenhüter, der als Gärtner das Projekt unterstützt, dass die Familien das Saatgut meistens aus ihren Heimatländern mitgebracht haben. Neben deutschem Gemüse wachsen hier also zum Beispiel Bohnen aus der Türkei oder Paprika aus Pakistan. Von den gärtnerischen Erfahrungen profitieren alle Beteiligten.

Das Miteinander spiele sich immer besser ein, sagt Projektleiterin Hörmann. Einmal pro Woche treffen sich alle Gartenpaten, um sich auszutauschen. Dabei wird nicht nur über die anstehenden Arbeiten im Garten gesprochen, sondern auch über andere Themen, die sie beschäftigen. Je nach Bedarf würde die bfz verschiedene Workshops anbieten, sagt Flügel-Bittner. Darunter sind zum Beispiel Kräuterwanderungen, Deutschkurse oder Seminare über Medienkompetenz. Außerdem betreut sie im Rahmen des Projektes auch Jugendliche, die eine Ausbildungsstelle suchen.

Eine Sitzgelegenheit mit Grillmöglichkeit für den Garten zu schaffen, ist das nächste Ziel, das die Gartenpaten anstreben. Langfristig könnte sich Flügel-Bittner auch vorstellen, gemeinsam zu kochen. Um die Idee eines Bienenhauses zu verwirklichen, müssten sie allerdings erst noch die passende Fläche finden, sagte sie. Wenn das Projekt in drei Jahren ausläuft, bedeutet das jedoch nicht das Ende des Interkulturellen Gartens. Im Rahmen eines Vereins sollen die Gartenpaten dann auf eigenen Füßen stehen, plant die bfz. „Wir werden einen Modus finden“, ist Habermann überzeugt.

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