Mittwoch, 17. Januar 2018

03. Januar 2018 08:57 Uhr

Ausstellung

Jede der 150 Krippen hat eine Geschichte

Hubert Rohrmoser aus Griesbeckerzell präsentiert der Öffentlichkeit erstmals seine private Sammlung. Oma legte vor 40 Jahren den Grundstock. Eine Krippe füllt fast das Wohnzimmer Von Gerlinde Drexler

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Aichach-Griesbeckerzell Sie sind aus Papier, Wachs, Holz oder Speckstein. Rund 150 verschiedene Krippen in allen Größen hat Hubert Rohrmoser aus dem Aichacher Ortsteil Griesbeckerzell schon gesammelt. Heuer führt der 63-Jährige Besucher erstmals offiziell durch seine Krippenausstellung, die rund um das Haus und in der Wohnung aufgebaut ist. Rohrmosers Faible für Krippen ist im Bekannten- und Familienkreis längst kein Geheimnis mehr. Bisher sind Interessierte nur durch Mundpropaganda darauf aufmerksam geworden.

Etwa einen Tag braucht Rohrmoser, um die große Krippe im Wohnzimmer aufzubauen. Sie kommt inzwischen auf mehrere Quadratmeter und nimmt einen Großteil des Wohnzimmers ein. Den Besuchern erzählt der 63-Jährige bereitwillig, wie sie über die Jahre gewachsen ist. Vor etwa 40 Jahren bekam er die Heilige Familie und den Stall von der Oma. Von dem Geld, das die Oma jedes Jahr statt eines Weihnachtsgeschenkes gab, kaufte er Jahr für Jahr eine Figur dazu. Ganz im Sinne der Großmutter, die gebeten hatte, „etwas als Erinnerung an sie“ zu kaufen. Seine eigentliche Sammelleidenschaft pflegt Rohrmoser erst seit ein paar Jahren. Dafür aber umso intensiver. In eine alte Kiste, in der Maurer früher ihr Werkzeug aufbewahrten, formte er aus PU-Schaum eine Landschaft, setzte Bäume und eine Krippe hinein und „verzierte“ alles mit etwas Schnee aus der Spraydose. In drei Laternen stellte er Marias Weg zur Krippe, die Geburt Jesu und die anschließende Flucht nach Ägypten nach.

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Zu jeder Krippe weiß Rohrmoser eine Geschichte zu erzählen. Da ist die Papierkrippe, die seine heute über 40 Jahre alte Nichte einst im Kindergarten gebastelt hat. Bei einer anderen bekam er von seinem Schwager einen besonders großen Stockschwamm geschenkt, auf den er eine Krippe baute.

Diese mit den Figuren aus Wachs habe er bei einer Wohnungsauflösung gefunden, erzählt er Nadja Ertl aus Griesbeckerzell. Sie sieht die Ausstellung zusammen mit ihren Kindern das erste Mal. „Da hinten im Eck die Krippe ist aus Peru“, zeigt Rohrmoser ihr und erklärt, dass die Tiere deshalb Lamas und keine Schafe seien.

Eine Hinterglasmalerei, die eine Krippenszene zeigt, habe er aus dem Kloster in Hohenwart (Kreis Pfaffenhofen) erzählt der 63-Jährige. Bei einem Ausflug mit dem Männergesangsverein entdeckte er eine andere im Kloster Weltenburg. Aus einem Urlaub in Ungarn brachte er eine Krippe mit, bei der die Figuren ganz aus Maisblättern gemacht sind. „Mitten im Sommer hat er die auf der Straße entdeckt“, erzählt Rohrmosers Frau Claudia.

„Faszinierend. Dafür hätte ich nicht den Nerv“, sagt Ertl und staunt darüber, wie liebevoll Rohrmoser die ganze Wohnung weihnachtlich gestaltet hat. Uroma Rosa Ertl fehlen beinahe die Worte angesichts der Vielfalt. „Wahnsinn“, sagt die 83-Jährige.

Den ganzen Sommer über lagern die Krippen und das Zubehör sauber verpackt und beschriftet in Kartons. Ein paar Wochen vor Weihnachten beginnt Rohrmoser dann damit, sie zu arrangieren. Jedes Jahr ein bisschen anders und alles geschmückt mit vielen Kerzen. Rund eine halbe Stunde brauche er, bis er alle Kerzen angezündet habe, erfahren die Besucher.

Helmut Grimm aus Aichach, selbst ein „Krippler“, ist beeindruckt von der Ausstellung. „Absolut spitze. Da steckt Leidenschaft und Liebe drin“, sagt er und Rohrmoser freut sich über die Anerkennung eines Gleichgesinnten.

Und auf noch etwas anderes freut er sich: Wenn er in wenigen Wochen Rentner wird, hat er endlich mehr Zeit für seine Krippen. Dann findet er vielleicht auch eine aus Japan, nach der er schon lange Ausschau hält. Und er will dann eine orientalische Krippe bauen, die er sich als Nächstes vorgenommen hat.

Ausstellung Die private Krippensammlung von Hubert Rohrmoser im Aichacher Stadtteil Griesbeckerzell, Am Hang 11a, kann am Donnerstag, 4. Januar, ab 15 Uhr besichtigt werden oder aber auch nach Vereinbarung unter Telefon 08251/1388.

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