Mittwoch, 20. September 2017

13. Juli 2017 00:32 Uhr

Verständigung

Elfjährige Schüler gehen in Europa auf Entdeckungstour

Projekt Erasmus+ prägte die Mittelschule Dinkelscherben. Förderprogramm zu Ende Von Manuela Rauch

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Maximilian (Zweiter von rechts) verstand sich gut mit seinem Gastbruder Alex (rechts) und seinen Mitschülern des Gymnasiums Alexandru Vaida-Voevod in Cluj-Napoca, Rumänien.
Foto: Manuela Rauch

Es dauerte gerade einmal drei Tage, bis sich Maximilian im rumänischen Cluj-Napoca so wohlfühlte, dass er kaum noch an zu Hause dachte. Bis dahin verstand er wenig von dem, was die Menschen um ihn herum erzählten, und so kommunizierte der Elfjährige vor allem mit Händen und Füßen und mit dem, was im Englischunterricht hängengeblieben war. „Ich hatte am Anfang wirklich gedacht, ich schaffe das nicht“, erzählt er. Heute, vier Wochen später, bezeichnet er seine Gastfamilie liebevoll als „meine zweite Familie“ und hofft, dass der zwölfjährige Alex, der eine Woche sein Kinderzimmer mit ihm teilte, im nächsten Sommer nach Dinkelscherben kommt. Bis dahin tauschen sich die Buben zeitgemäß über WhatsApp und das Internet aus.

Maximilian ist eins von 27 Kindern der Mittelschule Dinkelscherben, das mit dem EU-Förderprogramm Erasmus+ ins Ausland gereist ist. 2014 tat sich die Schule mit neun weiteren Schulen aus ganz Europa zusammen. Unter dem Motto „Discovering Europe“ wurden in den folgenden Jahren alle Partnerschulen einmal besucht. Jedes Mal hatten drei Schüler das Glück, dabei zu sein. Begleitet wurden sie von zwei Lehrern. Die Kinder wohnten in Gastfamilien, machten im Schulunterricht mit, entdeckten Gemeinsamkeiten und wie bereichernd die Vielfalt sein kann. 2015 übernahm Dinkelscherben dann die Rolle des Gastgebers und begrüßte mehr als 50 Kinder und Lehrer aus Finnland, Griechenland, Italien, den Niederlanden, Polen, Rumänien, Slowenien, Spanien und Großbritannien.

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„Für die Kinder waren das ganz wertvolle und wichtige Erfahrungen“, sagt Schulleiter Manfred Hörmann. Die Sorge mancher Eltern, dass ihre Kinder womöglich zu jung für einen Austausch wären, kann er nicht nachvollziehen. „Die Kinder erkennen sehr genau, welche Möglichkeiten sich aus so einer Reise ergeben.“ Dabei fordert Erasmus+ den Kindern schon Wochen vor der Abfahrt einiges ab. Sie bereiten Präsentationen vor und gestalten eine Unterrichtsstunde in englischer Sprache, die sie dann in Eigenregie an der Gastschule halten. In Rumänien referierten sie über bayerische Schlösser und das Leben von König Ludwig. Lehrerin Katrin Körner: „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Kinder schon im Vorfeld immer hoch motiviert waren.“

Belohnt werden die jungen Botschafter mit einem prall gefüllten Reiseprogramm. Sie besuchen Museen, Sehenswürdigkeiten und regionale Unternehmen. Abends werden sie von ihren Gastfamilien umsorgt. Am Ende einer jeden Reise feiert die gastgebende Schule ein buntes Europa-Fest. Erasmus bringt Menschen zusammen und wirkt nachhaltig. „Es werden Vorurteile abgebaut“, sagt Körner. Die jungen Menschen erleben schon früh, welche Chancen ein geeintes Europa bereithält. Körner weiß: „Die Erfahrung, ganz auf sich alleine gestellt zu sein, in einem fremden Land mit fremder Sprache, fördert die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen und die spätere Mobilität.“ Auch die 13-jährige Juliane Kempter aus Fleinhausen denkt gerne an ihre Erasmus-Woche zurück. Zusammen mit zwei Mitschülern erlebte sie im März den Schulalltag im spanischen Katalonien. „Die Gemeinschaft zwischen den Schülern war super!“

Nach drei Jahren ist das Erasmus+-Programm jetzt offiziell beendet. Es bleiben Offenheit und ein riesiges Netzwerk. Die Mittelschule Dinkelscherben will die europäische Idee weiter vorantreiben. Wenn es nach Manfred Hörmann geht, wird es Erasmus bald wieder geben.

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