Montag, 20. November 2017

31. Dezember 2014 00:34 Uhr

Asylbewerber

Junge Flüchtlinge finden in Aystetten ein neues Zuhause

Seit November leben Jugendliche aus Afrika in einem eigens dafür angemieteten Haus – was am wichtigsten ist, ist klar Von Petra Krauß-stelzer

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Junge Flüchtlinge aus Afrika wohnen seit Anfang November in Aystetten in einem Haus in der Straße Am Schönblick, das der Augsburger Verein Eltern für Afrika angemietet hat. „Es handelt sich hier um eine – so die offizielle Bezeichnung – ,heilpädagogische Wohngruppe für unbegleitete Minderjährige‘“, erklärt Judith Marz, Vorsitzende des Vereins. Die jungen Bewohner seien in Aystetten freundlich aufgenommen worden, freut sie sich.

Das Haus Passarello in Aystetten ist das erste Projekt, das der in Augsburg ansässige Verein für verwaiste Flüchtlingskinder betreibt. Im Herbst hat der Verein Eltern für Afrika von der Regierung von Schwaben die Genehmigung für die Betreuung der Jugendlichen bekommen, und langfristig sei auch eine außenbetreute Wohngruppe für junge Leute über 18 Jahren geplant, so Judith Marz. Die nun in Aystetten lebenden jungen Männer seien dem Verein nach ihrem Aufenthalt im Erstaufnahmelager in München vom Münchner Jugendamt zugewiesen worden. Dieses fungiere derzeit auch noch als Vormund für die Jugendlichen – die Vormundschaft gehe aber demnächst ans Jugendamt im Landkreis Augsburg über.

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Zur Zeit sind nur Jungen in Aystetten untergebracht: fünf Jugendliche aus Eritrea, zwei aus Gambia, zwei aus Nigeria – offiziell zwischen 15 und 18 Jahren alt. Die jungen Leute haben für ein besseres Leben abenteuerliche Fluchtwege gewagt. „Die Gründe für die Flucht der verwaisten Jugendlichen liegen in absoluter existenzieller Armut“, betont Judith Marz. Elternlose Jugendliche lebten auf der Straße, ohne Zugang zu Wasser, Nahrung, Medikamenten, Bildung, immer in Angst: „Die Bedrohung ist so groß, dass sie den Fluchtweg auf sich nehmen.“ Ein menschenwürdiges Leben sei in ihrem Herkunftsland nicht möglich für sie. Was die Jugendlichen hier bräuchten, sei ein sicherer Ort, an dem sie ohne Angst leben könnten, ernst genommen würden, eine Perspektive bekämen.

Im Haus Passarello werden sie rund um die Uhr von pädagogischen Fachkräften – Sozial- und Heilpädagogen und einem Erlebnispädagogen – betreut, auch nachts ist ein Pädagoge anwesend. Ziel sei die Integration und eine zügige Verselbstständigung. Die jungen Afrikaner besitzen ein Ticket für den Nahverkehr, fahren selbstständig mit dem Bus bis nach Haunstetten zum Deutschunterricht. Dieser soll in ein Praktikum und in eine Berufsausbildung übergehen. „Die Jungen wollen lernen und sofort anfangen – der Zugang zur Bildung ist ein hohes Gut“, hat Judith Marz festgestellt. Gerne fahren die jungen Asylbewerber auch nach Augsburg – und sie suchen auch Anschluss zu religiösen Gemeinden. „Zwei Moslems besuchen die Moschee, zwei andere fahren sonntags in die Africa-Church“ – alles wird selbst bewältigt. Und sie machen sich konkrete Gedanken zum Berufsziel: Kfz-Mechaniker, Lkw-Fahrer, Bürokaufmann, Arzt und Anwalt wollen sie werden. „Das gibt ihnen eine Perspektive.“ Nach den ersten Wochen in Aystetten würden sie sich öffnen, jeder Junge hat einen eigenen Bezugsbetreuer. Manche hätten traumatische Erfahrungen hinter sich, auch die Geschwister verloren – eine Therapie werde nach Bedarf erfolgen.

Ihre neue Bleibe, ihre Zimmer, müssen die jungen Männer selbst in Ordnung halten. Sie kaufen selbst ein und kochen selbst - einmal pro Woche gibt es beim Gruppenabend ein gemeinsames Gericht. „Sie haben viel Spaß am Singen und Tanzen – und sie lernen gern“, beschreibt Judith Marz die Beschäftigungen. Fußballspielen und joggen spiele in der Freizeit eine große Rolle – und hier seien sie gut aufgenommen worden, die Fußballer vom Sportverein, die Jogger würden von einem Aystetter Lauftreff abgeholt. „Ich muss die Aystetter loben!“ ist Judith Marz über die Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft der Dorfbewohner und von Bürgermeister Peter Wendel froh. Schneeschaufeln und Fahrräder seien vorbeigebracht worden – und die Vermieterin des Hauses hat zu Weihnachten ein Kickerspiel geschenkt. Demnächst ist im Haus Passarello ein Tag der offenen Tür geplant.

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