Samstag, 25. November 2017

17. März 2017 09:50 Uhr

Abschiebe-Drama

Ahmad Pouya ist gestern Abend in Deutschland gelandet

Ahmad Pouya ist glücklich. Der Afghane, der ein Arbeitsvisum erhalten hat und deshalb nach Deutschland zurückkehren durfte, ist gestern Abend gelandet.

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"I am back" postete Ahmad Shakib Pouya gestern Abend mit einem Bild von sich auf Facebook.  Nach Wochen der Ungewissheit und für ihn bangen Warterei ist der Flüchtling aus Afghanistan nach Deutschland zurückgekehrt. Pouya landete in Frankfurt, wo auch seine Frau lebt, mit der er nach deutschem Recht allerdings nicht verheiratet ist. Es hatte Probleme mit den dafür benötigten Unterlagen gegeben. Sie wollen die Heirat jedoch nachholen. Die beiden schlossen sich am Flughafen in die Arme. Der 33-Jährige wird in den nächsten Tagen erst einmal bei seiner Frau, einer Deutsch-Afghanin, bleiben. Dann geht es für ihn nach München, wo die Theaterproben für die Münchner Schauburg beginnen.

 

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Am Mittwoch hatte der Künstler sein Visum in der deutschen Botschaft in Kabul abgeholt. Die Rückreise möglich gemacht hat das Theater Münchner Schauburg, das dem Afghanen einen Projektvertrag angeboten hat.

Das mit den Münchner Kammerspielen und der Otto-Falckenberg-Schule assoziierte Kinder- und Jugendtheater der Stadt München hatte Pouya die Hauptrolle des Ali in einer Neuproduktion von Rainer Werner Fassbinders Angst essen Seele auf angeboten. Der Probenbeginn, der eigentlich auf Donnerstag angesetzt war, verschiebt sich jetzt etwas nach hinten. Aber es bleibt beim Premierentermin 22. April, wie der Verein mitteilt.

 

Ahmad Pouya: Hoffen auf ein Bleiberecht

Wie Nicola Steller vom Verein „Zuflucht Kultur“ verrät, gilt Pouyas Arbeitsvisum bis zum 2. August. Dann endet wohl die Theatersaison an der Schauburg. „Wir freuen uns sehr, dass Pouya so ein großzügiges Zeitfenster eingeräumt bekommen hat.“ So könne der Künstler auch voraussichtlich die Einladung des jungen Theaters Augsburg zu den bayerischen Theatertagen wahrnehmen. Der Afghane hatte in dem Stück „Rotkäppchen auf der Flucht“ mitgespielt. Viel wichtiger aber ist natürlich etwas anderes: Pouya und seine Unterstützer wollen die Zeit nutzen, um für ihn über die Dauer des Visums hinaus ein Bleiberecht in Deutschland zu erhalten.

Eine Chance bestehe laut Steller durchaus. Denn Josef E. Köpplinger, Intendant des Staatstheaters am Gärtnerplatz, habe Pouya ein Engagement in Aussicht gestellt. Zustande kam diese Verbindung über Albert Ginthör, Organisator der Münchner Zaide-Aufführungen und Geiger im Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz. Ginthör hatte sich mit Pouya solidarisiert und den Afghanen bei der Rückreise nach Kabul für einige Tage begleitet (wir berichteten).

Für den 33-Jährigen hat damit die Zeit der Ungewissheit und des Wartens vorerst ein Ende. In den mehr als 50 Tagen seit seiner Rückkehr nach Afghanistan am 20. Januar soll Pouya unter bedrückenden und gefährlichen Umständen gelebt haben. "Untergetaucht in Kabul und ständig sein Quartier wechselnd, verließ ihn nie die Furcht, verraten zu werden", betont Steller.

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