Afghanistan
Aktuelle Nachrichten und Informationen zum Thema

Foto: Rafiq Maqbool, dpa

Der Binnenstaat Afghanistan liegt zwischen den zentralasiatischen Ebenen, dem iranischen Hochland und dem indischen Subkontikent. Der Staat grenzt im Norden an Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan, im Osten und Süden grenzt er an Pakistan, der  westliche Nachbarstaat ist Iran. Das Land besteht überwiegend aus schwer zugänglichen Gebirgsregionen. Nach mehr als zwei Jahrzehnten Krieg gehört Afghanistan zu einem der wirtschaftlich rückständigsten Entwicklungsländern der Erde. Trotzdem hat das Land mit 2,5 Prozent eines der höchsten Bevölkerungswachstumsraten weltweit.

Auf dieser Seite finden Sie die News und Nachrichten zu Afghanistan. Hier gibt es erst einmal allgemeine Informationen - beginnend mit einem Steckbrief:

  • Fläche: 652.864 km²
  • Einwohner: 34. 940.837 (Stand Juli 2018)
  • Hauptstadt: Kabul
  • Amtssprachen: Paschto und Dari
  • Währung: Afghani und Puls

Das zentrale Hochland Afghanistans teilt das Land mit einer Höhe von 2000 bis 3000 Metern in eine Nord- und eine Südregion. In Afghanistan herrscht ein trockenes kontinentales Klima, weshalb in weiten Teilen des Landes nur sehr wenig Niederschlag fällt. Nur im äußersten Osten bringt der Monsun auch im Sommer Niederschlag. Die Hauptstadt Kabul liegt in etwa 1800 Meter Höhe und wurde im Jahr 1747 zur Hauptstadt des Afghanenreichs erklärt. Im Bürgerkrieg in den 90er Jahren wurden etwa 70 Prozent der Stadt zerstört. Die Pul-i-Khisti-Moschee, der Silberbasar und das Mausoleum von Timur Schah sind eine der wenigen erhaltenen Sehenswürdigkeiten.

Die afghanische Bevölkerung besteht aus einer Vielzahl ethnischer Volkgruppen, von denen sich die Mehrheit zum sunnitischen Islam bekennt. Die Paschtunen, die Tadschiken, die Hazara und die Usbeken sind die am häufigsten vertretenen Gruppierungen. Etwa 80 Prozent der afghanischen Bevölkerung leben auf dem Land, 20 Prozent leben in den Städten.

Im Jahr 1978 nahm die kommunistische Demokratische Volkspartei die Regierungsgewalt an sich, wodurch Afghanistan eng an die UdSSR angelehnt war. Ein Jahr später marschierten sowjetische Truppen in das Land ein und die Ablehnung des kommunistischen Regimes durch die Bevölkerung wurde immer größer, was sich zu einem guerillaähnlichen Bürgerkrieg entwickelte. Dem neuen Staatschef Babrak Karmal und der Sowjetarmee gelang es nicht, den Widerstand der vom Westen unterstützten Mudjahedin zu brechen, weshalb die UdSSR bis 1989 ihre Truppen wieder aus Afghanistan abzog.

Im April 1992 übernahm ein von den Mudjahedin gebildeter Übergangsrat die Macht, wodurch ein verstärkter Islamisierungsprozess eingeleitet wurde. Trotzdem fanden immer wieder blutige Kämpfe zwischen den rivalisierenden Mudjahedin-Gruppierungen statt. Im Jahr 1994 beteiligten sich auch die Milizen der radikalislamischen Taliban an den Kämpfen. Sie schafften es schließlich, die Regierung im Jahr 1996 zu übernehmen, weshalb Afghanistan zu einem islamistischen Staat ausgerufen wurde.

2001 wurde der Taliban-Herrschaft wegen der Unterstützung des internationalen Terrorismus durch die Militäraktion „Dauerhafte Freiheit“ unter der Führung der USA im November 2001 ein Ende gesetzt. 2004 wurde Hamid Karzai demokratisch zum Präsidenten gewählt. Trotzdem führten Anhänger der Taliban immer wieder Terroranschläge auf die afghanische Zivilbevölkerung aus. Im Februar 2020 unterzeichnete die USA mit den Taliban ein Friedensabkommen.

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