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Justiz: Anklage: HIV-Infizierter missbrauchte mehrere Kinder

Justiz

Anklage: HIV-Infizierter missbrauchte mehrere Kinder

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    Ein 38-jähriger HIV-Infizierter muss sich nun wegen mehrerer Vergewaltigungen vor Gericht verantworten.
    Ein 38-jähriger HIV-Infizierter muss sich nun wegen mehrerer Vergewaltigungen vor Gericht verantworten. Foto: Alexander Kaya

    Die Anklage ist mehrere Seiten lang und listet 21 Fälle auf: Ein HIV-infizierter Mann aus dem Kreis Augsburg, der mehrere Kinder missbraucht haben soll, muss sich demnächst vor dem Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft hat gegen den 38-Jährigen Anklage erhoben. Ihm droht eine Haftstrafe von über zehn Jahren. Zudem soll ein Gutachter prüfen, ob der Mann dauerhaft in die Sicherungsverwahrung muss.

    Der Mann missbrauchte seinen Stiefsohn - mit dem Wissen, HIV-positiv zu sein

    Die Ermittler der Kripo gehen davon aus, dass der Mann, der in einer Gemeinde im westlichen Landkreis lebte, sich spätestens im Jahr 2005 erstmals schuldig machte. Damals soll er sich an seinem zehn Jahre alten Stiefsohn vergangen haben. Zu diesem Zeitpunkt wusste er offenbar längst, dass er sich mit dem HI-Virus angesteckt hatte. Im Frühjahr 2002 habe er einen Aidstest gemacht und so von der Infektion erfahren. Das Virus kann die nach wie vor unheilbare Immunschwächekrankheit Aids auslösen.

    Darauf nahm der Mann aber offenbar keine Rücksicht. Er soll, so der Stand der Ermittlungen, trotzdem mehrfach Geschlechtsverkehr mit dem Jungen gehabt haben – ohne dabei ein Kondom zu benutzen. Übergriffe auf seine leibliche, im Jahr 2001 geborene Tochter, sind ebenfalls aktenkundig. Der Missbrauch der Tochter soll begonnen haben, als das Kind gerade einmal fünf Jahre alt war.

    Der Vergewaltiger führte über seine Opfer ein Tagebuch

    Die Ermittler können einige Missbrauchsfälle nach Informationen unserer Zeitung wohl auch deshalb nachweisen, weil der Mann die Kinder fotografierte und Tagebuch führte. Auf den Fotos  ist auch ein Nachbarsjunge zu sehen, den er ebenfalls missbraucht haben soll. Mit dem Aids-Virus steckte sich trotz der Übergriffe keines der Kinder an.

    Bisher hat der Mann offenbar nur einen Teil der Taten eingeräumt. Ans Licht kam der Fall, weil der Stiefsohn, inzwischen 16 Jahre alt, im Herbst vorigen Jahres auf einem Polizeirevier erschien und Anzeige gegen den Stiefvater erstattete. Gegenüber dem psychiatrischen Gutachter, der seine Gefährlichkeit einstufen soll, mache der 38-Jährige derzeit keine Angaben, sagt sein Anwalt Michael Weiss. Ein Termin für den Prozess, der vor der Jugendkammer des Landgerichts stattfinden soll, steht noch nicht fest.

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