Montag, 25. September 2017

20. Februar 2010 06:29 Uhr

Jetzt wird der "freie Lech" geplant

Licca liber - der freie Lech. So heißt das Stichwort, unter dem in den kommenden Jahren ein groß angelegter, naturnaher Umbau des Lechs laufen könnte. Heimische Naturschutzverbände mahnen das Projekt dringend an. Und beim Wasserwirtschaftsamt Donauwörth gibt es schon seit sechs Jahren Überlegungen, den Lech ähnlich wie die Augsburger Wertach umzugestalten. Jetzt wird das Thema konkreter. Ab Frühjahr will Amtsleiter Wolfgang Schilling mit der Vorplanung für "Licca liber" starten. "Wir gehen davon aus, dass wir die Mittel vom Freistaat genehmigt bekommen", sagt er. Von Eva Maria

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Auch Schilling hält es für dringend geboten, eine Umgestaltung des Lechs anzugehen. Denn der Fluss macht den Wasserbauern schon länger Probleme. Ähnlich wie früher bei der Wertach tieft sich das Flussbett ständig weiter ein. Allein auf der Strecke zwischen Hochablass und Staustufe 23 sind es ein bis zwei Zentimeter pro Jahr, wie Experten der TU München herausgefunden haben.

Zwei Zentimeter, das klingt wenig. Aber laut Schilling kann die Lage schnell eskalieren, wenn zwei bis drei große Hochwasser den Lech herunterrauschen. Er zieht einen Vergleich zur Wertach. Allein beim Pfingsthochwasser '99 tiefte sich die Sohle um einen Meter ein.

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Risiko wird neu berechnet

Gräbt sich der Lech immer tiefer in sein Bett, können Probleme für bestehende Kraftwerke, für die Landwirtschaft oder für den Wald die Folge sein. Und auch für die Augsburger Trinkwasserversorgung könnte es laut Schilling mittelfristig schwieriger werden. Denn wenn der Lech als Vorfluter stark absinkt, kann sich das auf den Grundwasserspiegel im Wasserschutzgebiet auswirken, sagt der Experte. Gleichzeitig beruhigt er: "Momentan gibt es noch kein akutes Problem." Allerdings steckt der Freistaat jedes Jahr fast 50 000 Euro in Reparaturen, um das Flussbett in diesem Abschnitt stabil zu halten.

Nach vielen Untersuchungen in den vergangenen Jahren weiß man beim Wasserwirtschaftsamt inzwischen, was generell zu tun wäre, um dem Lech zu helfen. "Wir wissen, dass wir den Fluss deutlich verbreitern und die Sohle stützen müssen", sagt Schilling.

Gerade im Abschnitt zwischen Hochablass und Staustufe 23 kann das schwierig werden. Dort sei eine starke Verbreiterung des Lechs, die nur einseitig am östlichen Ufer erfolgen könnte, kaum möglich, sagt Schilling. Die Fachleute sorgen sich vor den Gefahren, die ein Hochwasser direkt vor den Toren Augsburgs mit sich bringen könnte. "Der Lech wäre dann nicht mehr beherrschbar", meint Schilling.

Neue Informationen zur Risikoabschätzung erwartet man im Wasserwirtschaftsamt in den nächsten Wochen. Im Landesamt für Umwelt wird errechnet, welche Auswirkungen extreme Hochwasser im Lech hätten. Hintergrund ist eine EU-Richtlinie zum Risikomanagement. "Die Ergebnisse werden zeigen, welche Verbreiterung des Flusses man sich erlauben kann", sagt Schilling.

Wenn dann im Frühjahr die Vorplanung für "Licca liber" startet, wird es - ähnlich wie an der Wertach - um viele Fragen gehen: um einen besseren Hochwasserschutz genauso wie um die geeignetsten Stützmaßnahmen für die Sohle, um eine bessere ökologische Situation im Lech, sodass auch Lebewesen im Fluss wieder besser wandern können, weiter um Naturschutz, Trinkwasserschutz und vieles andere. Laut Schilling wird nicht zuletzt die Frage behandelt, welche Möglichkeiten für eine Nutzung der Wasserkraft zwischen Hochablass und Staustufe 23 bestehen.

Zündstoff für Kraftwerkspläne

Bis Ende 2011 will das Wasserwirtschaftsamt die Vorplanung für "Licca liber" durchziehen. Und genau dieser Zeitplan könnte jetzt politisch für neuen Zündstoff sorgen. Bekanntlich will Eon Wasserkraft ein neues Kraftwerk im Stadtwald Augsburg bauen, also genau in dem Abschnitt des Lechs, der nun überplant werden soll. Eon will die Genehmigung für die äußerst umstrittene Anlage mitten im wertvollsten Naturschutzgebiet der Stadt schon bis Ende 2010 haben. Zu diesem Zeitpunkt sind Pläne für den neuen "freien Lech" aber noch nicht fertig.

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Eva-Maria Knab

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