Samstag, 29. April 2017

15. Februar 2017 20:25 Uhr

FC Augsburg

Beim FCA kommt Dominik Kohr ins Rollen

Der Wechsel zum FCA brachte die Bundesligakarriere von Dominik Kohr in Schwung. In die Partie am Freitag geht er mit besonderen Gefühlen: Er hat eine Leverkusener Vergangenheit.

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Am Mittwoch bewegte sich Dominik Kohr auf ungewohntem Terrain, tauschte Rasen und Fußballschuhe gegen Hallenboden und Rollstuhl. Kohr und Teamkollege Andreas Luthe versuchten sich mit vier Vereinsmitgliedern am Rollstuhlbasketball. Seit ein paar Monaten wirbt der FC Augsburg aktiv mit Events um Mitglieder, diesmal war er beim Oberligisten Auxburg Basketz zu Gast. Für FCA-Profi Kohr ein besonderes Erlebnis, ehrgeizig arbeitete er an seiner Wurftechnik, passte Bälle und übte das Fahren mit fixierten Beinen. Heute Abend gegen Leverkusen hingegen werden die unteren Gliedmaßen des Fußballers wieder wichtiges Instrument sein (WWK-Arena, 20.30 Uhr).

Seit seinem Wechsel 2014 von Bayer zum FCA hat sich Kohr zu einem etablierten Bundesliga-Spieler entwickelt. Für FCA-Trainer Manuel Baum ist der 23-Jährige aufgrund seiner Spielweise fester Bestandteil seiner Planungen. Ihn zeichnen Wille und Leidenschaft aus. Baum sagt: „Dominik gehört für mich bei der Mentalität zu den besten Spielern der Bundesliga. Er kann eine Mannschaft mitreißen.“

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Leverkusen prägte Dominik Kohr

Kohr zählt nicht zu den filigranen Spielgestaltern im zentralen Mittelfeld, sein Wert wird erkannt, wenn er nicht spielt. Wie in Mainz. Dort pausierte Kohr wegen einer Gelbsperre, es fehlte seine Kompromisslosigkeit und Laufstärke. Baums Fehleranalyse bestätigt das, er bemängelte fehlende Angriffslust in den Zweikämpfen. „Da waren die Mainzer deutlich aggressiver, genauso wie bei der schnellen Rückeroberung nach eigenem Ballverlust.“

Daher wird Kohr wohl gegen Leverkusen in die Startelf zurückkehren. Routine sind Duelle mit seinem Ex-Klub auch drei Jahre nach seinem Wechsel nicht. Besonders zu Bayer-Torhüter Bernd Leno, 24, hat Kohr Kontakt. Die beiden waren die jüngsten Spieler im Bayer-Kader, als Kohr mit 18 Jahren sein Bundesliga-Debüt gab. „Wir haben uns immer gut verstanden“, sagt Kohr. Mit Bayer hat die FCA schon in der Vergangenheit gute Geschäfte gemacht.

Leno kam 2011 vom VfB Stuttgart, Kohr hingegen – dessen Vater Harald Ende der 80er Jahre ein gefürchteter Bundesliga-Torjäger war – durchlief einen Großteil der Nachwuchsteams in Leverkusen. Schon mit 14 Jahren verließ er das Elternhaus in Trier, Leverkusen prägte Kohr. Er erinnert sich: „Ich habe den Großteil meiner Jugend dort verbracht, hatte zwei tolle Gastfamilien.“

Selbst ein Nasenbeinbruch stoppt ihn nicht

Doch in Bayers Starensemble fasse er nie Fuß. Anfang 2014 wurde er nach Augsburg verliehen, eineinhalb Jahre später fest verpflichtet. Für Kohrs Karriere der richtige Schritt, gegen Leverkusen könnte er sein 80. Bundesligaspiel für den FCA absolvieren.

Auch nach dem Trainerwechsel von Defensiv-Verfechter Dirk Schuster hin zu dem offensiver ausgerichteten Manuel Baum scheint Kohr gesetzt zu sein. Zumal gegen Leverkusen ein Defensivspezialist im zentralen Mittelfeld wichtig ist. „Die haben eine brutal gute Offensive“, betont Kohr und nennt Chicharito, Brandt und Bellarabi.

Da scheint Kohr der geeignete Mann, er bringt Härte mit und schont weder sich noch Gegenspieler. Nach einem Nasenbeinbruch im April 2016 spielte er mit Maske. Und nach dem brutalen Foul des Mainzers José Rodriguez Mitte September stand er nach nicht einmal vier Wochen wieder auf dem Platz. Auch eine Gelb-Rote Karte und und die Gelb-Sperre sind Ausdruck seiner robusten Spielweise.

Schießt Kohr das Bundesliga-Tor Nummer 50.000?

Unter Baum tritt Kohr auch offensiver auf, wenn er im zentralen Mittelfeld als „Achter“ eingesetzt wird. Er profitiert dabei von den genauen Bewegungs- und Passmustern, die Baum vorgibt. Kohr erklärt: „Wir haben wieder einen Plan, wie wir nach vorne spielen.“ Darin ist durchaus vorgesehen, dass Kohr im gegnerischen Strafraum auftaucht. Wie bei seinem 2:1-Siegtor in Wolfsburg, seinem zweiten Bundesliga-Treffer.

Kohr hätte nichts dagegen, käme heute gegen seinen Freund Bernd Leno der Dritte hinzu. Wäre es der 1:0-Führungstreffer, hätte er sogar ein historisches Ausmaß: Es wäre das 50.000. Bundesliga-Tor. Für diesen Treffer hat Kohr allerdings einen viel besseren Vorschlag. „Von mir aus kann auch Marwin dieses Tor schießen.“

FCA-Torhüter Marwin Hitz hatte im Februar 2015 zu Hause in letzter Sekunde das spektakuläre 2:2 gegen Bayer Leverkusen erzielt.

 

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Robert Götz

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