Samstag, 25. Oktober 2014

24. Januar 2013 07:10 Uhr

Studiengebühren

Studienbeiträge an der Uni Augsburg: Wieviel? Wofür? Was kommt?

Bis zum 30. Januar dürfen Bayerns Bürger beim Volksbegehen für die Abschaffung von Studiengebühren stimmen. Wie sieht die Situation an der Uni Augsburg aus? Fakten und Meinungen. Von Vinzenz Greiner

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Demonstration gegen Studiengebühren in Augsburg: An der Uni fährt die Studentenschaft eine klare Linie gegen die Beiträge.
Foto: Anne Wall

An der Universität Augsburg zahlen Studierende  laut der Internetseite der Uni  Semesterbeiträge in Höhe von insgesamt 546,90 Euro. Darin ist der Studentenwerksbeitrag von 42,00 Euro und ein Semesterticket enthalten (54,90 Euro). Die reinen Studiengebühren, über deren Erhalt oder Abschaffung die bayerischen Wähler nun entscheiden, liegen derzeit bei 450 Euro – seit ihrer Einführung 2007 sanken sie schrittweise auf diesen Wert.

Studiengebühren in Augsburg: Fast elf Millionen in zwei Semestern

Im Sommersemester 2011 und Wintersemester 2011/2012 summierten sich die Gebühren insgesamt auf fast 10.900.000 Euro. Davon gingen erst einmal Ausgaben für die Uni allgemein ab. Mit ihnen bezahlte man studentische Hilfskräfte am Rechenzentrum, verlängerte die Öffnungszeiten für den Hochschulsport und bezuschusste die Betreuung von Studierenden-Kindern.

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Mit 81 Prozent geht aber der Löwenanteil der eingefahrenen Studiengebühren an der Uni Augsburg direkt an die Fakultäten – nach einem Schlüssel, der sich zum einen nach der Studierendenanzahl richtet, zum anderen nach der Beteiligung der Fakultäten an den häufig interdisziplinären Studiengängen.

Spitzenreiter sind die Philosophisch-Sozialwissenschaftliche und Philosophisch-Historische Fakultät. Dann folgen die Wirschaftswissenschaftler. Die haben zum Beispiel im Wintersemester 2011/2012 gute 138.000 Euro für Softskill-Seminare, Kurse zu Office-Anwendungen und der Unternehmenssoftware SAP bekommen. Seit jenem Semester stehen zudem für 75.000 Euro neue Lehrbücher in den Regalen.

Bei Wegfall der Studienbeiträge soll der Staat Kompensation zahlen

Drauf wollen die Studierenden an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät auch künftig nicht verzichten. „Wir sind für die Abschaffung von Studiengebühren, aber der Staat muss Kompensation dafür zahlen“, erklärt Franziska Kruse, 1. Vorsitzende der Studierendenvertretung an der WiWi-Fakultät.

Die Studentenschaft an der Universität Augsburg fährt eine klare Linie gegen Studiengebühren. Auch wenn im Einzelfall kleinere Beträge womöglich nicht refinanziert werden können, erklärt Philipp Spielgesberger, 1. Fachbereichsrat an der Philologisch-Historischen Fakultät. So ist denkbar, dass beispielsweise Pflichtexkursionen nicht mehr bezuschusst werden könnten.

Spiegelsberger, der als studentischer Vertreter in einer Kommission mitentscheidet, wohin die Gelder fließen, glaubt, dass der Standard insgesamt gehalten wird. „Von Seiten der Politik wurde zugesichert, dass entsprechende Gelder bereitgehalten würden“, so der Student.

Verschlechterung des Lehrangebots befürchtet

Sollten insgesamt aber nicht genügend Ersatzmittel aus München kommen, befürchtet der Vizepräsident der Uni Augsburg, Werner Schneider, eine „dramatische Verschlechterung des Lehrangebots“ – auch, weil womöglich einige Dozenten ihre Stelle verlieren werden.

Es gibt kein Finanz-Polster für Personalausgaben, das die nächsten Monate abfedern könnte. „Viele fragen sich, ob sie im Herbst noch einen Vertrag haben“, sagt Schneider. Man arbeite aber an Übergangsregelungen.

 

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