Freitag, 21. Juli 2017

20. März 2017 14:00 Uhr

Cebit 2017 Hannover

Neue Fritzboxen, WLAN-Hardware und Merkel-Rundgang

Zur Elektronikmesse Cebit zeigt AVM Router im neuen Design. Zudem bringt der Hersteller moderne Funktechnik per WLAN-Stick auch auf ältere Computer.

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Kaum noch rot und keine grauen Antennenbuckel mehr: AVMs Fritzbox 7590 kommt im Mai mit neuem Design und mehr Leistung auf den Markt.
Foto: AVM Gmbh/dpa-tmn

AVM verabschiedet sich langsam vom roten Router mit knubbeligen silbernen Antennen. Das auf der Elektronikmesse Cebit(20. bis 24. März) vorgestellte neue Spitzenmodell Fritzbox 7590 setzt auf weißen Kunststoff und eine unauffällige Keilform.

Der ab Mai verfügbare DSL-Router ist nach Unternehmensangaben für die nächsten Ausbaustufen des Netzes bereit. Mit VDSL-Supervectoring 35b sind in geeigneten Netzabschnitten bis zu 300 Megabit pro Sekunde möglich. Als DECT-Telefonanlage lässt sich die Fritzbox 7590 an IP-, ISDN- und analogen Anschlüssen betreiben. Über die beiden USB-3-Anschlüsse sollen Drucker und Festplatten nun deutlich schneller angesprochen werden.

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WLAN gibt es im 2,4- und 5-Gigahertz-Band mit acht Antennen und Mehrfachverbindung per 4x4 Multi-User MIMO, für LAN-Verbindungen gibt es vier Gigabit-Ports. Die bislang sehr hell leuchtenden LED-Anzeigen der Fritzbox passen sich beim neuen Modell nun an die Umgebungsbeleuchtung an. Die Fritzbox 7590 kommt im Mai für rund 270 Euro in den Handel.

Einen Monat später folgt mit der Fritzbox 6590 ein neuer Kabel-Router. Technisch weitgehend identisch kommt er auf maximal 1,7 Gigabit Verbindungsgeschwindigkeit im Download und wird mit zwei langsameren USB-2-Ports ausgeliefert. Der Preis liegt ebenfalls bei rund 270 Euro.

Um auch ältere Computer mit neueren WLAN-Technologien aufzurüsten, gibt es ab Sommer 2017 einen neuen WLAN-Stick. Für rund 40 Euro bringt der FritzWLAN-Stick AC 430 Mehrfachverbindungen mit Multi-User MIMO und funkt im 2,4- sowie im 5-Gigahertz-Band. Laut AVM sollen damit Verbindungen von bis zu 433 Megabit pro Sekunde möglich sein.

Cebit 2017: Kanzlerin Merkel macht Rundgang

Die vielbeschworene Digitalisierung will eben doch erklärt sein: Dass die Telekom das Internet der Dinge am Beispiel eines Bienenstocks demonstriert, in dem mittels Sensoren festgestellt wird, wie es den Tieren geht, ist ja noch einleuchtend.

Schwieriger zu verstehen sind die technischen Details wie etwa die Sendefrequenzen der Sensoren. «Naja, gut, fast verstanden», kommentiert Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem traditionellen Rundgang auf der Technologiemesse CeBIT.

Bei ihrer CeBIT-Tour blieb aber auch wenig Zeit für komplizierte Details. Los ging es beim Partnerland Japan. Premierminister Shinzo Abe betont, 118 japanische Unternehmen seien auf der CeBIT. Dies sei «ein Zeichen unseres Willens, mit Deutschland wirtschaftlich zusammenzuwachsen». Von einem «historischen Tag für die Zusammenarbeit spricht er gar.

Die CDU-Politikerin macht klar, dass sich die Digitalisierung in alle Teile der Gesellschaft ausweiten werde - die japanische Idee der «Gesellschaft 5.0» sei daher eine «interessante Vision». Gut zwei Stunden Zeit nehmen sich Merkel und Abe für ihre Runde durch die Hallen.

Bei Hitachi lassen sie sich zunächst Sushi servieren - von einem Roboter. Merkel strahlt und nickt eifrig. Geduldig lässt sie sich die technischen Innovationen erläutern. Am SAP-Stand wird erklärt, wie in Echtzeit Satellitenbilder ausgewertet werden und das Risiko von Naturkatastrophen - beispielsweise von Erdrutschen in Japan - berechnet wird.

Die Politikerin beugt sich interessiert über die interaktive Karte, berührt dabei leicht den Bildschirm - und das Bild verschwindet. «Tschuldigung», murmelt sie. Abe ist beeindruckt von der Technik. Klar, dass SAP erklärt: «Wir stellen Ihnen das System gerne zur Verfügung.»

Wo immer Merkel auftaucht, sind nicht allein Fernsehkameras - auch zahllose Arme von Messe-Besuchern und Ausstellern mit Smartphones recken sich in die Höhe. Ein Mann würde gerne ein Selfie mit Merkel machen, scheitert aber an den Sicherheitsleuten. Für die Kanzlerin ist der Ausflug in die digitale Welt inzwischen Routine.

Höfliches Händeschütteln, geduldiges Zuhören und angespanntes Lächeln vor einem Pulk von Journalisten aus aller Welt - sie kennt das. Telekom-Chef Timotheus Höttges erzählt ihr zum Abschied, in zwölf Jahren habe die Telekom 50 Milliarden Euro in Infrastruktur investiert.

Auf ihrem Rundgang fragt Merkel höflich-interessiert, hakt geduldig nach. Bei Intel hebt sie vorsichtig eine Drohne hoch - eines der großen Themen der Messe -, blickt aber eher skeptisch. Bei Vodafone wiederum - dort geht es um intelligente Lösungen für Städte - wird über Microsofts Datenbrille Hololens die «smart City» in Gang gesetzt. Auf die Bitte von Fotografen, die typischen Fingerbewegungen des Hololens-Trägers nachzuahmen, antwortet sie: «Das muss ich erst trainieren.» Vertrauter ist sie mit AVM und dem bekannten Fritzbox-Router: «Das hat ja jeder zuhause.»

Und schon zieht der Tross weiter, nach freundlichem Lächeln und einem knappen «Ok, prima.» Bei Sennheiser wird ihr sogar ein neues tragbares Konferenzsystem angeboten, aber da hält sie sich zurück: «Nee, das darf ich, glaube ich, nicht annehmen.» Das müsse das Kanzleramt dann schon selbst kaufen.

AZ/dpa

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