Samstag, 18. November 2017

12. Juli 2011 00:06 Uhr

Konzert

Tröstliche Schöpfungsliturgie

Deutsch-amerikanische Chöre beeindrucken mit dem „Deutschen Requiem“ von Johannes Brahms Von Gernot Walter

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Blue Lake International Youth Symphony Orchestra und Youth Choir sowie BonaVoce und CHORios gestalteten unter der Leitung von Michael Finck eine beeindruckende Aufführung des Deutschen Requiems von Johannes Brahms im Lauinger Martinsmünster
Foto: Freudling

Lauingen Im Martinsmünster wiederholten CHORios, BonaVoce und der Blue Lake International Youth Choir aus Minnesota (USA) die internationale Allianz, die sie vor zwei Jahren bei der Aufführung der „Carmina Burana“ in der Dillinger Kneipp-Halle begonnen hatten.

Unter der Gesamtleitung von Michael Finck kam mit dem „Deutschen Requiem“ von Johannes Brahms eine Aufführung zustande, die hohen Ansprüchen genügte. Die 160 jugendlichen Sängerinnen und Sänger, vereint mit den jungen Streichern, Bläsern, der Pauke und Harfe, gestalteten das Werk als eindringliches Bekenntnis zum Leben. Denn bei Brahms wird der „Dämon des Todes weder beweihräuchert noch verdammt, sondern ihm ins Antlitz geblickt“ (D. Weichmann).

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Von Tod und Wiederkehr

In den sieben Sätzen seines Requiems hatte Brahms weder die Form noch die Gedanken des katholischen Totenamtes im Sinn, sondern seine Auffassung vom Tode und vom Jenseits. Um diese Auffassung darzustellen und zu begründen, hat der Komponist der Bibel die ihm geeignet erscheinenden 16 Sinnsprüche entnommen und diese so zusammengefügt, dass daraus seine norddeutsch-protestantische Anschauung von Tod und Wiederkehr hervorleuchtet. Nicht mehr der Tag der Rache (Dies irae) steht im Mittelpunkt des Requiems; Fegefeuer und ewige Höllenpein sind entschwunden. Der Tod ist naturhafte Erscheinung, die guten Werke des Menschen und Christi Tod sichern unvergängliches Leben.

Die Einheit allen Lebens diesseits und jenseits der Schwelle des Todes hat Brahms aufgezeigt, wenn er den Schluss-Satz als Spiegelbild des Eingangs in Tonart, Thematik und Gestaltung nimmt. „Selig sind die Toten“ wird gesungen auf die Weise des Anfangs „Selig sind, die das Leid tragen“. Was feierlich und friedvoll ausklingt, hatte als Klage gedrückt begonnen. Im zweiten Satz wurde das Requiem mit dem Schicksalszug der Toten unerbittlich weitergeführt. Im folgenden Satz ertönt erstmals Sologesang als Flehen des Einzelbeters: „Siehe, meine Tage sind eine Handbreit vor Dir“. Verstummt sind Klage und Fragen in den letzten drei Sätzen. In himmlischen Wohllaut ist alles getaucht, das Sopran-Solo erhebt die Stimme einer verklärten Seele. Als schließlich das gewaltige Ereignis des Jüngsten Gerichts dargestellt wird, geht es nicht um die Angst der Menschheit, sondern um den Triumphgesang der Wissenden.

Hochachtung vor diesem Gemeinschaftsprojekt des Bonaventura-Gymnasiums mit den amerikanischen Gästen, dessen Erfolg sich gründete auf der sorgfältigen Einstudierung (Carole Ott) durch den Youth Choir (deutscher Text!) und die Bereitschaft von BonaVoce und CHORios, sich der musikalischen Welt von Joh. Brahms zu nähern. Chorleiter Michael Fincks Sicherheit beim Dirigieren sorgte für klare Einsätze, die 160 Sängerinnen und Sänger geschlossen auftreten ließ. Die frischen Stimmen harmonierten wohltuend und waren den Anforderungen gewachsen. In der Wechselrede des Chores mit den Solisten bestärkten sie sich gegenseitig, die großen Fugen gelangen kontrapunktisch exakt und Unisono-Stellen hatten prägende Kraft.

Vorzügliche Bläser, exzellente Streicher

Dem ausschließlich amerikanischen Orchester (Einstudierung: Tony Porter) fiel die gewaltige Aufgabe der harmonisch-rhythmischen Basis zu. Mit vorzüglichen Holz- und Blechbläsern, mit Pauken- und Harfenklängen sowie den exzellenten Streichern wurden hervorragende Einzelkönner aufgeboten. Als Ensemble unterstützten sie belebend das Chorgeschehen und bereiteten die klangliche Grundlage für den Bariton Joseph Roberts. Mit warmem Timbre besang er die demütigen Stellen („Herr, lehre mich doch“), kraftvoll war er in der Verkündigung („Siehe, ich sage euch ein Geheimnis“). Sabrina Laney Warrens Sopran-Solo war ein weich gezeichnetes, ausdrucksstarkes Trostlied voller stimmlicher Anmut.

Begeisterter Applaus im vollen Martinsmünster. Oberstudiendirektor Franz Haider sprach in seinen Dankesworten zu Recht von einem emotional aufwühlenden, künstlerisch hochwertigen Stück; er rühmte den Einsatz von Alexandra und Michael Finck, dankte den Eltern für die Gastfreundschaft und für das Gastrecht im Martinsmünster Stadtpfarrer Lothar Hartmann, der die Gäste und die zahlreichen Zuhörer begrüßt hatte.

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