Sonntag, 19. November 2017

27. September 2014 06:00 Uhr

Selbstversuch

Da bleibt einem die Luft weg

Unser Autor versucht sich als Feuerwehrmann. Obwohl er keine Erfahrung mitbringt, ist er schnell willkommen

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Friedberg Feuerwehrmänner sind heiß, Frauen stehen auf sie. Sagt zumindest ein Vorurteil. Tatsache ist: Feuerwehrmännern ist es heiß. Ich spüre, wie der Schweiß ständig an meiner Haut runterkullert. Ich werde an einer Feuerwehr-Großübung im Rahmen der bundesweiten Brandschutzwoche in Derching teilnehmen und trage die feuerfeste Bekleidung der Wehr. Obwohl die Luft draußen etwa 10 Grad kühl ist und ich nur leicht körperlich arbeiten werde, werde ich am Ende verschwitzt die dicke Jacke ausziehen. Kaum vorstellbar, wie heiß es darin wird, wenn man in der Nähe eines Feuers hart arbeitet.

Die Bekleidung gibt mir der Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr Friedberg, Max Hölzl. In der schweren und steifen Kluft lege ich automatisch den etwas schwerfälligen Gang zu, den Feuerwehrmänner in ihrer Ausrüstung haben. Dann zeigt mir Hölzl ein Paradies für Ordnungsfanatiker: Die Fahrzeughalle der Feuerwehr. In den Stauräumen der Fahrzeuge sind die Schläuche akkurat eingelegt, jeder Werkzeugkoffer, jedes Gerät hat seinen vorgegebenen Platz. Beim Einsatz sollte die Feuerwehr nicht suchen, alles muss griffbereit sein.

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Als der Alarm für die Übung eingeht, müssen wir schnell in die Lösch-Fahrzeuge steigen. Mir gegenüber sitzt der Angriffstrupp. So heißen in der Feuerwehrsprache diejenigen, die an die vorderste Front gehen. Sie gehen in völlig verrauchte Räume, um dort zu löschen und Menschen zu retten, deswegen tragen sie Atemschutzgeräte. Die Fahrt mit Martinshorn und Blaulicht hat etwas Erhabenes: Autos machen uns Platz und ich kann alles aus einer erhöhten Position beobachten. Ich habe das Gefühl, Teil einer wichtigen Gruppe zu sein. Während der Fahrt zieht sich der Angriffstrupp die Atemmasken an. Die freundlichen jungen Männer sehen jetzt martialisch aus, die Masken verdecken ihre Münder und Nasen. Wenn sie sprechen, klingt es so, als ob sie über Funk sprechen würden.

Endlich angekommen, sehen wir, dass die Übung den Brand eines großen vierstöckigen Gewerbebaus nachstellt. Ein Meer an Blaulichter und etwa 80 Feuerwehrmänner sind um uns herum. Schwer verständliche Botschaften knacksen aus den Funkgeräten und immer wieder heult der Motor der Drehleiter auf. Ins Innere der Gebäude sieht man nicht, Nebelmaschinen haben die Räume verraucht, es riecht wie in einer Shisha-Bar. Doch erst einmal heißt es: Warten. Hölzl erklärt: „Wir bewegen uns nur auf Befehl.“ Und die Einsatzleitung will, dass wir bereitstehen. Es kann ja sein, dass ein echter Alarm reinkommt, und dann müssen einige bereitstehen. Nach einigen Minuten können wir raus, wir stellen Leitern an die Fenster, um Menschen aus den Räumen zu befreien. Mitgliedern der Jugendfeuerwehr spielen die zu befreienden. Später habe ich eine Aufgabe, bei der mir die Puste ausgeht. Ich teste mit Hölzl zusammen, ob ein Gebläse wirklich den Rauch aus dem Haus bläst, wie es sollte. Dazu stellen wir uns in die Türe und spüren dem starken Luftstrom nach. Ich bekomme dabei kaum Luft.

Als alle gerettet sind und die Übung zu Ende geht, entspannen sich die Gesichtszüge der Männer. Selbst der Kommandant, der mich zwischendurch wegen eines Missgeschicks angeblafft hatte, ist jetzt freundlich und will mich als neues Mitglied rekrutieren. Damit ist er nicht der Einzige, immer wieder stellen sich Feuerwehrmänner bei mir vor, fragen, ob ich öfter mitmachen werde. Sie scheinen sich über ein neues Gesicht zu freuen. Hölzl erzählt, dass es schwierig ist, Mitglieder für die freiwillige Feuerwehr zu gewinnen. Der Beruf zehre zu sehr an vielen und bei den Jugendlichen gebe es eine große Konkurrenz an anderen Freizeitmöglichkeiten. Die Jüngsten, Fabian und Nico, beide 12, machen dennoch mit, obwohl viele ihrer Bekannten die Feuerwehr uncool finden. Fabian gefiel auch, dass er einen Bewusstlosen mimen durfte und dass die Rettung so realistisch war. Selbst schauspielen lernt man bei der Feuerwehr.

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Friedberg | Derching

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