Sonntag, 21. Januar 2018

19. Mai 2017 08:30 Uhr

Soziales

Die Caritas in Friedberg kämpft mit Platzproblemen

In Friedberg müssen die Mitarbeiter im Schichtdienst arbeiten. Ein Umbau in Aichach könnte etwas Entlastung bringen. Doch der Sozialverband hat noch andere Pläne. Diese haben auch mit dem Bahnhof zu tun. Von Ute Krogull und Gerlinde DRexler

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Das Sozialkaufhaus der Caritas in Aichach wird umgebaut. Hier soll Platz für zusätzliche Büroräume entstehen. Eventuell zieht sogar eine Abteilung der Friedberger Caritas dort mit ein, weil in Friedberg eklatante Raumnot herrscht.
Foto: Gerlinde Drexler

75 Mitarbeiter hat die Caritas im Landkreis, dazu kommen fast 400 Ehrenamtliche. Die Aufgaben wachsen. So wurde zuletzt in Friedberg eine zweite Mitarbeiterin für die Freiwilligenkoordination des Bürgernetzes eingestellt. Doch die Räumlichkeiten platzen aus allen Nähten. Im Sozialzentrum an der Hermann-Löns-Straße bekommt die Hilfsorganisation jetzt ein Zimmer mehr.

 Doch Geschäftsführer Andreas Reimann sieht darin nur eine geringe Entlastung. Er selber teilt sich das Chefzimmer mit zwei Verwaltungsangestellten. In anderen Büros arbeiten Mitarbeiter sozusagen im Schichtdienst. Wer vormittags da ist, muss das Büro pünktlich räumen, weil es nachmittags andere Kollegen benutzen. das könne so nicht weitergehen.

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Umzug von Friedberg nach Aichach?

Hospizarbeit, Schuldnerberatung, Sozialberatung, Tafel, Kurberatung oder Hilfe bei Themen wie Vorsorgevollmacht und Pflegegesetz sind nur einige Themen, die laut Reimann immer mehr Raum einnehmen. Auch die Freiwilligenarbeit, in Friedberg im Bürgernetz organisiert, werde immer wichtiger. „Das ist die Zukunft“, so Reimann. Dafür brauche es auch Strukturen. Er überlegt nun, einen Bereich von Friedberg nach Aichach zu verlegen, um Entlastung zu schaffen.

Das Sozialkaufhaus des Kreiscaritasverbandes in Aichach wird umgebaut. Über einen Teil der Fläche wird ein zusätzliches Geschoss gebaut. Die Fläche wird dringend benötigt, um die Platzprobleme aufzufangen, die es auch im Caritaszentrum Aichach gibt. Bis zum Jahresende sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Reimann plant schon länger, in Aichach Raum zu schaffen.

Umbau in Aichach

Über einen Teil der Fläche im Sozialkaufhaus in Aichach wird nun ein Zwischenstockwerk eingezogen, um Platz zu gewinnen. Mindestens zwei Drittel der Fläche werden Büroräume werden. Die Asylberatung sowie die Allgemeine Sozialberatung werden hierher umziehen; eventuell auch die Schuldnerberatung. Mit Kosten in Höhe von mindestens 250000 Euro rechnet Reimann für die Baumaßnahme. Darin enthalten ist auch der geplante Anbau für die Tafel.

Der Umzug einer Abteilung von Friedberg nach Aichach in diesem Zusammenhang ist für den Caritas-Chef jedoch nur eine Notlösung. Er möchte lieber vor Ort Abhilfe schaffen. Die Caritas hatte deshalb ein Auge auf das Grundstück an der Ecke Münchner/Bahnhofstraße geworfen, das die Stadt mittlerweile an einen Investor verkauft hat, der ein Wohn- und Geschäftshaus errichten will. Reimann hofft, dass der Sozialverband dort Anteile erwerben kann, wenn das Gebäude fertig ist.

Ist der Bahnhof Friedberg eine Lösung?

Und es gibt noch eine zweite Ausweichmöglichkeit: den leer stehenden Bahnhof. Er ist in Privatbesitz. Wie berichtet, liegen Eigentümer Christian Gumpp und die Stadt Friedberg wegen eindringenden Wassers im Streit. Eventuell ließe sich eine Möglichkeit finden, die Caritas dort unterzubringen; der finanzielle Aufwand für die Maßnahme muss aber wohl noch geprüft werden.

So ganz zufrieden ist Reimann aber auch damit nicht. Denn die verschiedenen Abteilungen der Caritas auf unterschiedliche Standorte zu verteilen, schade der internen Zusammenarbeit. Außerdem ist auf lange Sicht nicht klar, was mit dem jetzigen Stammsitz der Caritas in der Hermann-Löns-Straße passiert. Wie berichtet, hat das Krankenhaus die Option, die augenblickliche Sozialstation einmal als Erweiterungsfläche zu nutzen. Dann müssten die Nutzer ohnehin ausziehen. Reimann befürchtet angesichts all dieser Probleme: „Wir geraten an unsere Grenzen.“ Für eine langfristige Lösung erhofft er sich finanzielle Hilfe von Landkreis und der Stadt Friedberg. „Ich hoffe, der Stadt ist klar, was wir alles leisten.“

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