Sonntag, 28. Mai 2017

20. Dezember 2013 17:00 Uhr

Wernher-von-Braun-Gymnasium in Friedberg

Ein Wort des Bedauerns für die Opfer

Die Schulgremien stimmen der schnellstmöglichen Umbenennung zu _ allerdings mit einer Ausnahme.

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Der Name kommt unverzüglich weg, sagt Bildungsminister Spaenle zu.
Foto: Symbolbild

Friedberg Die Schüler der neunten bis zwölften Klassen erfuhren es gestern zuerst. Das Wernher-von-Braun-Gymnasium legt seinen umstrittenen Namen ab. Das wurde am Vormittag bei einer Zusammenkunft in der Pausenhalle bekannt gegeben. Am Mittag folgte dann eine offizielle Erklärung von Oberstudiendirektor Bernhard Gruber, in der er zugleich die Fortführung des Leitbildprozesses ankündigte: „Er ist ein wichtiges Instrument der an der Schule stattfindenden Sozialisation und damit Teil der politischen Bildung.

Bereits am Montag hatte die Schule diesen Schritt in Aussicht gestellt, als Reaktion auf einen bundesweit ausgestrahlten Beitrag im ARD-Magazin Kontraste, der sich mit der Friedberger Namensdebatte befasste. Die erstmals sogar bundesweite Diskussion habe deutlich gemacht, dass die seit Mitte der 90er Jahre erfolgte Distanzierung zu Wernher von Braun nicht in dem von der Schule beabsichtigten Sinn wahrgenommen werde, so Gruber gestern.

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Im Laufe der Woche befassten sich die schulischen Gremien – Schüler, Lehrer und Elternvertretung – noch einmal mit der umstrittenen Namensgebung. Elternbeirat und Lehrerkonferenz haben sich nach Auskunft der Schulleitung mit großer Mehrheit für die Ablegung des Schulnamens ausgesprochen, bei den Schülern war eine knappe Mehrheit von 52,8 Prozent dagegen. Bei den Jugendlichen hatte sich nach Informationen unserer Zeitung nach dem Medienecho auf den ARD-Beitrag eine „Jetzt erst recht nicht“-Stimmung durchgesetzt.

„Die aktuelle, nun erstmals sogar bundesweite öffentliche Diskussion zu unserem Schulnamen hat endgültig deutlich gemacht, dass die an unserer Schule seit Mitte der 90er-Jahre erfolgte Distanzierung zu Wernher von Braun in der Außenwirkung nicht in dem von uns intendierten Sinne wahrgenommen wird“, heißt es in der Mitteilung. Man habe immer betont, in Wernher von Braun kein Vorbild für die Schülerinnen und Schüler zu sehen.

Es sei eine Selbstverständlichkeit gewesen, sich von den Gräueltaten des NS-Regimes, in die Wernher von Braun direkt oder indirekt verstrickt gewesen sei, in aller Deutlichkeit distanzieren und den Schülern die Dimensionen dieser verbrecherischen Handlungen über den normalen Unterricht hinaus besonders eindringlich zu vermitteln. „Dass die Art und Weise, wie wir als jetzige Schulgeneration mit der aus dem Schulnamen ererbten pädagogischen Verpflichtung umgegangen sind, insbesondere bei Opfern des Nationalsozialismus offensichtlich zu Unverständnis und Verletzungen geführt hat, bedauern wir zutiefst“, so Gruber.

Bildungsminister Ludwig Spaenle (CSU) begrüßte die Entscheidung der Schule und sagte eine unverzügliche Umsetzung des Wunsches zu, den 1979 verliehenen Namen abzulegen. Nach Informationen unserer Zeitung soll dies noch im laufenden Schuljahr geschehen. Der Landkreis Aichach-Friedberg hat als Sachaufwandsträger bereits im März seine Zustimmung gegeben. Die Schule bekommt damit den Namen „Staatliches Gymnasium Friedberg“ zurück, den sie bereits bei ihrer Gründung im Jahr 1970 trug. Spaenle sieht den Antrag allerdings nur als Zwischenschritt im laufenden Leitbildprozess, den er im Frühjahr angeregt hat.

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Ein Artikel von
Thomas Gossner

Friedberger Allgemeine
Ressort: Lokalnachrichten Friedberg


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