Donnerstag, 14. Dezember 2017

29. Juni 2010 05:25 Uhr

Chemie-Transporter legt Autobahn lahm

Vöhringen Ein Reifenplatzer war nach Polizeiangaben die Ursache für einen Gefahrgutunfall, der sich am Montagvormittag auf der Autobahn A 7 etwa 1000 Meter südlich der Einfahrt Vöhringen ereignete und zu einem Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften führte. Von Wilhelm Schmid

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Feuerwehrleute in Schutzanzügen kümmerten sich gestern Vormittag um die Bergung der brisanten Fracht eines Chemie-Transporters. Der war bei Vöhringen auf der Autobahn verunglückt. Foto: wis
Foto: wis

Wie Alexander Resch, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd-West in Kempten, mitteilte, war der Fahrer eines aus England kommenden VW-Kombi auf der Autobahn in Fahrtrichtung Süden unterwegs, als an dem Transporter links hinten der Reifen platzte. Dadurch geriet das Fahrzeug ins Schleudern, prallte gegen die Mittelleitplanke und wurde auf die Fahrbahn zurückgeschleudert. Die Hecktüren sprangen auf und vier von insgesamt sieben Fässern, in denen verschiedene Chemikalien transportiert wurden, fielen auf die Straße.

Laut Polizei handelte es sich um fünf Fässer mit je 200 Litern und zwei mit je 50 Litern Fassungsvermögen. Unter den transportierten Stoffen waren neben parfümähnlichen Flüssigkeiten unter anderem auch Butyl-Cyclohexyl-Acetat und Al-pha-Pinen. Die erstgenannte Flüssigkeit wird als "Parfümöl Aprikose-Lemon" gehandelt und ist hautreizend sowie wasserschädlich; die zweite Flüssigkeit ist leicht entzündlich - die Dämpfe können mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch bilden - und umweltschädlich.

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Glücklicherweise überstanden die Fässer den Unfall äußerlich unbeschädigt, nur an einem war an der Außenseite ein nasser Fleck sichtbar. Die Freiwillige Feuerwehr Weißenhorn wurde alarmiert und mehrere Trupps säuberten unter Vollschutz, also mit schwerem Atemschutz im Chemikalien-Schutzanzug, die Unfallstelle und übergaben den Fahrer an den Rettungsdienst. Der 45-jährige Engländer wurde mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Inzwischen hatte die Feuerwehr mehrere Überfässer bereitgestellt, in die nun die Gefahrgutbehälter eingepackt wurden. Nachdem die Schutzbehälter dicht verschlossen waren und somit keinerlei Gefahr mehr bestand, konnte das Unfallfahrzeug geborgen, die Straße gereinigt und die Standspur gegen 10.15 Uhr wieder freigegeben werden, so- dass der Verkehr einspurig an der Unfallstelle vorbeilaufen konnte. Während der eineinhalb Stunden, in denen die Autobahn in Richtung Süden gesperrt gewesen war, hatte sich ein enormer Rückstau gebildet, der bis über das Autobahndreieck Hittistetten zurückreichte. Viele verließen die A 7 und setzten ihre Fahrt auf der Staatsstraße 2031 nach Süden fort, weshalb sich immer wieder Staus bildeten.

Ein Video finden Sie unter

www.illertisser-zeitung.de

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