Samstag, 16. Dezember 2017

Landsberg

30. November 2011 16:36 Uhr

Ausstellung

Poetische Landschaften

Steven Hicks und Karl-Heinz Holtzmeyer in der Säulenhalle Von Gudrun Szczepanek

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Landsberg Der Maler Steven Hicks und der Bildhauer Karl-Heinz Holtzmeyer kennen sich seit Jahrzehnten. Beide sind im Jahr 1946 geboren, der eine in Washington, der andere in München. Beide sind Kunsterzieher und haben sich während ihres Studiums der Kunstpädagogik an der Münchner Universität kennen gelernt. Als Kunsterzieher wurden sie später Kollegen an der Johann-Winklhofer Realschule in Landsberg. Dass sie jetzt in Landsberg gemeinsam ausstellen, ist allerdings eine Premiere.

Dabei korrespondieren die Werke der beiden Künstler in ihren Bewegungen und Farbklängen. Die Bilder von Steven Hicks stellen primär Schichtungen von Farbfeldern dar, Staffelungen in die Tiefe der Leinwände, die an Landschaften, an Berge und weite Fernblicke erinnern. Je nach Komposition und malerischer Technik entstehen geometrische Formationen oder surreale Traumbilder. Mitunter schafft der Künstler den Spagat, ganz zwanglos und überzeugend, die unterschiedlichsten Elemente in einer Komposition miteinander zu verbinden. Dabei finden sich in seinen Bildern immer wieder Anleihen an die klassische Moderne.

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So erinnern zum Beispiel die stilisierten Blattformen an Scherenschnitte von Henri Matisse. Und die surrealen Landschafts-Universen, über denen die Sonne wie ein kreisrundes Auge steht, lassen an Max Ernst denken. Derartige Anleihen aus der Kunstgeschichte sind offensichtlich, doch verbinden sich diese Zitate in den Bildern von Hicks zu etwas Neuem. Dabei arbeitet der Maler gerne mit Schablonen, die immer wieder neu kombiniert werden können. Durch eine manuelle Airbrush-Methode werden die Formen miteinander verzahnt und überlagert. Der feine Sprühnebel erzeugt einen Pointilismus mit Miniaturpünktchen, der eine faszinierende Tiefe der Kompositionen hervorruft. Denn aus Abstand betrachtet, schließen sich diese Tausenden von kleinen Farbspritzern zu vibrierenden und aus sich heraus leuchtenden Flächen zusammen.

Bilder mit großer Offenheit

Ziemlich mutig kombiniert er diese Technik mit dem Pinselstrich, oder auch mit Laufspuren, wenn er kontrolliert Farbe über die Leinwand laufen lässt. Das Spiel mit den geometrischen Formen gibt den Bildern eine große Offenheit. So entstehen die eigentlichen Motive erst im Kopf des Betrachters, und die Bilder können immer wieder neu gesehen werden.

Diese Offenheit finden wir auch in den Keramikskulpturen von Karl-Heinz Holtzmeyer. Neben den „Hemden“ und „Wächtern“ sind es vor allem die Körperhüllen, gebogene Tonplatten, die sich organisch schließen oder als Silhouette offen bleiben. Bei all ihrer Reduziertheit faszinieren die subtilen erotischen Anspielungen. Ein Dreieck markiert die weibliche Scham, zwei weitere die Brüste. Neben der Erotik geht es dem Künstler vor allem um den Körper als Hülle, als pulsierende Membran zwischen Innen und Außen. Ende der 70er Jahre arbeitete er zusammen mit dem Bildhauer Lothar Fischer. Gerade die statisch ruhigen Figuren, die nach keramischen Prinzipien geformt wurden, verraten die Nähe zu diesem Bildhauer. Konträr zu den organischen Hohlformen wirken die Silhouetten von Körperfragmenten, die aus dicken schamottierten Tonplatten ausgeschnitten wurden. Sie erscheinen statisch, auf Dauer in den Moment ihrer Bewegung gebannt. Passend ist die Bemalung, die eher an rostiges Eisen denken lässt als an Keramik. Noch bevor Karl-Heinz Holtzmeyer Kunstpädagogik und Kunstgeschichte studierte, arbeitete er als Fotograf, und so verwundert es nicht, dass er eine ganz besondere Affinität zur Fotografie hat. Vor allem die Werbe- und Modefotografie in ihren klaren Kompositionen und ihrer visuell schnell erfassbaren Botschaft reizen ihn. In den beiden Wandfiguren, Tänzerin und Model auf dem Laufsteg, spielt er zusätzlich mit den Materialien. Dabei macht es ihm sichtlich Spaß, das starre kalte Eisen in neue Stofflichkeiten zu überführen. Top und String-Tanga aus Eisen, das kann eigentlich nicht sein. Und doch holt er nicht nur diese Stofflichkeiten aus dem rostigen Eisen heraus, sondern versetzt das starre Material scheinbar in Bewegung, wenn es, zarte Tüllstoffe suggerierend, die nahezu nackten Körper umspielt.

Termine Die Ausstellung ist bis zum 4. Dezember, Donnerstag bis Freitag von 14 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag von 11bis19 Uhr in der Säulenhalle, Schlossergasse 381 in Landsberg zu sehen.

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Landsberg | Washington | München

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