Samstag, 18. November 2017

12. Januar 2017 14:33 Uhr

Fotovoltaik

Beim Solarpark funkt Ettringen dazwischen

An der Ablehnung der Gemeinde Ettringen der Anlage auf der ehemaligen Sendenlage Wertachtal hat sich nichts geändert: Auch der nächsten Erweiterung steht die Nachbargemeinde sehr skeptisch gegenüber.

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Große Pläne hat der Betreiber des Solarparks auf dem Gelände der ehemaligen Sendeanlage Wertachtal: Aktuell wird eine zusätzliche Erweiterung der Kapazität geplant, langfristig könnte ein Energiepark für moderne Technologien entstehen.

Der Solarpark auf dem Gelände der ehemaligen Sendeanlage Wertachtal ist schon jetzt eines der größten Solarkraftwerke in Deutschland und soll bald noch größer werden: Der Betreiber, das Unternehmen Solarpark Amberg-Unterallgäu GmbH, eine Tochter der WV Energie AG, hat eine Erweiterung von derzeit 35 auf 45 Megawatt beantragt und dafür von der Gemeinde Amberg bereits grünes Licht bekommen.

Aus Sicht der WV Energie AG mit Sitz in Bad Vilbel hat das Gelände der früheren Sendeanlage sogar „ein noch größeres Potenzial“: Nach dem geltenden Planungsrecht könnte die Kapazität noch weiter ausgebaut werden. Außerdem gibt es Überlegungen, das Gelände der ehemaligen Sendeanlage mit weiteren Einrichtungen zu einem Energiepark für neue Technologien aufzuwerten, sagt Roland Damm, Sprecher der WV Energie AG.

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Der Gemeinde Ettringen ist der Solarpark nach wie vor ein Dorn im Auge: Schon beim Bau der Freiflächen-Fotovoltaikanlage auf dem insgesamt 189 Hektar großen Gelände auf Amberger und Langerringer Flur im Jahr 2013 liefen die Ettringer Sturm gegen das Projekt.

Heute stehen mehr als 140 000 Solarmodule auf einer Fläche von 47 Hektar und einer Leistung von 35 Megawatt, am Ende werden 67 Hektar mit Fotovoltaik-Anlagen belegt sein. Diese Fläche entspricht der Größe von 66 Fußballfeldern. Im Jahr 2016 wurden dort 40 Millionen Kilowattstunden Strom produziert, das entspricht dem Verbrauch von rund 11 500 Haushalten. Bislang hat der Betreiber auf dem Gelände der ehemaligen Sendeanlage dafür rund 28,5 Millionen Euro investiert.

Doch damit nicht genug: Die Energie WV-Gruppe will ihr Engagement im Tal der Wertach Schritt für Schritt weiter ausbauen und die Solarstromproduktion aktuell noch einmal um zehn Megawatt erhöhen. Die jetzt geplante Erweiterung wird die Leistung auf „45 bis 50 Megawatt“ erhöhen, wie Ambergs Bürgermeister Peter Kneipp auf Anfrage der MZ mitteilte.

Der Nachbargemeinde Ettringen gefällt das so gar nicht, dies wurde auch bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates wieder einmal deutlich. Im Zuge der für die Erweiterung notwendigen Änderung des Flächennutzungsplanes muss die Beteiligung der sogenannten „Träger öffentlicher Belange“ eingeholt werden: Behörden, Nachbargemeinden, Organisationen und Naturschützer können hier warnend den Finger heben, wenn sie ihre Interessen verletzt oder bedroht sehen. Auch die angrenzenden Gemeinden können in dieser Phase des Genehmigungsverfahrens eine Stellungnahme abgeben. Diese hat dann zwar keine rechtlich bindende Wirkung, drückt aber die Meinung der betroffenen Gemeinden oder Behörden aus. Im äußersten Fall könnte auch gegen die Änderung des Flächennutzungsplanes geklagt und so ein Projekt dann auch verhindert werden – doch diesen Trumpf wollte Ettringen schon 2013 nicht ausspielen, um das nachbarschaftliche Miteinander mit der Gemeinde Amberg nicht unnötig zu belasten.

Auch heute steht eine Klage nicht zur Debatte – begeistert sind die Ettringer deshalb aber noch lange nicht von der Erweiterung der Fotovoltaikanlage – ganz im Gegenteil. „Die jetzige Planung (...) ist immer noch geprägt vom Ziel der weiteren Ausweitung der Fotovoltaikflächen nach dem Wunsch des Grundstückseigentümers“, heißt es im Beschluss, den der Ettringer Gemeinderat jetzt einstimmig verabschiedete. Vorerst sollen also keine rechtlichen Schritte unternommen werden, um eine Erweiterung zu verhindern. Dies gelte freilich nur dann, wenn die Anlage auch künftig nicht über die schon in Zeiten der Sendeanlage eingezäunten Bereiche hinaus wachsen werde: „Eine Ausweitung auf später eingezäunte Bereich lehnt die Gemeinde Ettringen ab“, machte der Gemeinderat unmissverständlich klar.

Die Ettringer ärgert vor allem, dass auf dem Gelände der früheren Sendeanlage „höchst wertvolles Ackerland der Landwirtschaft verloren geht und stattdessen der Energie geopfert wird“, wie Bürgermeister Robert Sturm (CSU) gegenüber der Mindelheimer Zeitung deutlich machte: „Dieser Landverbrauch schadet der Landwirtschaft“, ist Sturm überzeugt und hat mit seiner Einstellung die rückhaltlose Unterstützung aller 16 Ettringer Gemeinderäte.

Das weist Amberg Bürgermeister Peter Kneipp energisch zurück: „Die jetzt beschlossenen Erweiterungsflächen sind nicht landwirtschaftlich nutzbar, der Landwirtschaft wird somit keine Fläche entzogen“, sagte Kneipp der MZ.

Wenn es am Ende aber bei der jetzt vorliegenden Erweiterung bleibe, dann könne man sich wohl oder übel damit abfinden, meint Ettringens Bürgermeister Robert Sturm gelassen, denn: „Vorher war das Areal mit den hohen Sendemasten ja auch nicht gerade schön. Und jetzt stehen halt die hässlichen Sonnenkollektoren dort“.

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Ein Artikel von
Alf Geiger

Mindelheimer Zeitung
Ressort: Bad Wörishofen

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