Samstag, 21. Oktober 2017

07. Mai 2009 05:07 Uhr

Dem "versunkenen Schloss" auf der Spur

Bad Wörishofen Der "Schatz" ist ganz in seiner Nähe. In einem Umkreis von zehn Metern muss er versteckt sein. Das weiß Volker Steiger, sein GPS-Gerät zeigt es ihm an. Doch wo genau? In dem kleinen Astloch, unter dem aufgetürmten Laubhaufen, hinter diesem ruinenhaften Mäuerchen? Volker Steiger wird überall nachsehen. Und nicht aufgeben, ehe er das Versteck entdeckt und den "Schatz" gehoben hat. Denn genau das ist sein Hobby. Er ist Geocacher.

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Geocaching lässt sich als eine Art elektronische Schatzsuche oder Schnitzeljagd beschreiben. Statt der klassischen Landkarte unterstützt den Suchenden allerdings das Global Positioning System, kurz GPS. Mit solchen Satelliten-Empfängern ausgestattet kann sich ein Geocacher auf die Suche nach den Verstecken machen, deren Koordinaten im Internet veröffentlicht sind.

N 48 00.036 E 010 34.328, so lauten die Koordinaten des "versunkenen Schlosses" in Bad Wörishofen, auf dessen Suche sich Steiger diesmal begibt. Versteckt hat den Schatz ein anderer Geocacher, die Schatzkarten gibt es im Internet. Als Startpunkt ist ein Parkplatz vorgesehen, der in einem idyllischen Waldstück auf dem Weg nach Schöneschach liegt. Einige Autos stehen dort, die meisten von Spaziergängern oder Trimm-dich-Sportlern abgestellt. Dass irgendwo zwischen den Bäumen ein Schatz versteckt sein soll, davon wissen sie nichts. "Solche Leute bezeichnet man als Muggels", erklärt Steiger die Insider-Bezeichnung für "Außenstehende". Ein Muggel ist Volker Steiger längst nicht mehr. Über einen Freund war der Dirlewanger vor zwei Jahren zu dieser Freizeitbeschäftigung gekommen. Mittlerweile hat er etwa 20 Cashes gehoben. Seine spektakulärste Suche hatte der 35-Jährige in den Alpen, im Isartal. "Es gibt aber auch sehr schöne Aufgaben hier in der Gegend", sagt Steiger. "Das versunkene Schloss" in Bad Wörishofen gehört dazu. Der GPS-Sender in seiner Hand zeigt Steiger wie ein Kompass die Richtung an, in die er gehen muss. Auch der Abstand bis zum Ziel wird angegeben. 80 Meter, 70 Meter. Weiter hinein in den Wald, über die Trampelpfade und Kieswege. Immer wieder der Blick auf den elektronischen Kompass. Nur noch 30 Meter. Leicht schräg nach links, weist das Gerät den Weg. 20 Meter, zehn Meter. "Genauer geht es nicht", weiß Steiger als selbst ernannter "Technikfreak".

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Weit ist es also nicht mehr. Er schaut sich nach Auffälligkeiten um, nach möglichen Verstecken. Blätter werden zur Seite geräumt, Nischen penibel beäugt. Ein suchender Blick nach rechts, einer nach links. Nichts zu sehen. Einige Schritte zurück. Womöglich ist ja dort etwas. Steiger geht in die Knie, sucht den Boden ab. Kein "Schatz". Der Geocacher jagt weiter. Seine Konzentration gilt nun einer anderen Stelle. Er räumt das Laub zur Seite, ein größerer Stein kommt zum Vorschein. Darunter versteckt ist ein kleines Plastikbehältnis. "Gefunden."

Wertvoll ist der "Schatz" jedoch nicht wirklich. Soll er auch gar nicht sein, wie Volker Steiger erklärt. Es gehe nur darum, ihn zu finden. In dem Behälter befindet sich ein Logbuch, in dem sich alle bisherigen Finder eingetragen haben. Außerdem sind viele Kleinigkeiten enthalten: ein Schlüsselbund, eine Muschel, Lippenbalsam, ein Mini-Dinosaurier, eine Murmel. "Wenn man einen Cach findet, darf man etwas herausnehmen. Dafür sollte man wieder etwas hineingeben", beschreibt Steiger eine Art Ehrenkodex. Er stellt seinen Fund wieder an den ursprünglichen Ort zurück. Dabei achtet er darauf, nicht von Muggels beobachtet zu werden. Der Cach in Bad Wörishofen gehört zu den einfacheren. Komplexer seien Multi-Caches, bei denen mehrere Orte nacheinander besucht werden müssen. Zudem gebe es noch spezielle Arten wie etwa den Night-Cach oder den Moving-Cach. Allen gemeinsam ist das kleine Abenteuer in der Natur. Das macht auch für Volker Steiger die Faszination aus. "Es macht einfach Spaß, bei dieser Suche Technik und Natur zu verbinden." Wenn es die Zeit zulässt, wird er sich bald auf die Suche nach einem neuen "Schatz" machen. Das "versunkene Schloss" hat er entdeckt. Steiger geht zurück zum Parkplatz, fährt nach Hause. Zurück bleibt das idyllische Wäldchen, in dem irgendwann der nächste Geocacher auftauchen wird.

Bei uns im Internet

Mit der Videokamera beim Geocaching

mindelheimer-zeitung.de/video

Schatzkarten gibt es unter

www.geocaching.de

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Schlagworte

Bad Wörishofen | Alpen

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Ein Artikel von
Manuel Wenzel

Donauwörther Zeitung
Ressort: Lokalnachrichten Donauwörth


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