Sonntag, 21. Januar 2018

21. Oktober 2017 00:34 Uhr

Kirche

Die Musik, die sie bewegt

Margit Hölzle spielt seit 25 Jahren die Ettringer Orgel. Zu ihrem zweiten Organistinnen-Jubiläum hat sie sich ein völlig neues Programm ausgedacht Von Manuela Frieß

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Ihr 25-jähriges Organistenjubiläum in Ettringen feiert Margit Hölzle (links) mit einem Konzert am Sonntag, 22. Oktober, um 15 Uhr, in der Pfarrkirche St. Martin. Mit dabei sind Katharina Kucera (Sopran) und Theresa Kucera (Oboe).
Foto: Thomas Müller

Ein Vierteljahrhundert spielt Margit Hölzle bereits für die Ettringer Pfarrgemeinde die Orgel. „Unglaublich“, sagt sie selbst. Mit zarten 15 Jahren fing sie in ihrem Heimatort Tussenhausen an, ein Jahr später folgt die Anfrage der Ettringer, ob sie nicht auch in St. Martin in die Tasten greifen möchte, und sie nahm gerne an. Mit einem Jubiläumskonzert am morgigen Sonntag um 15 Uhr wird das gebührend gefeiert.

Bereits im vergangenen Jahr gab sie deshalb in Tussenhausen ein Jubiläumskonzert, gemeinsam mit Elmar Unglert, dem Leiter des Kirchenchors und ein früherer Lehrer von ihr, der sich dort ebenfalls ein Vierteljahrhundert lang für die Musik in der Kirche engagiert.

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Für das Konzert in Ettringen nun gibt es völlig neue Stücke zu hören. Dabei ergab die Musikauswahl den Titel des Abends: Musik die zu Herzen geht, denn jedes einzelne Stück sei eines, dass sie persönlich ergreife, erklärt Margit Hölzle. Aber auch ihre Mitspieler waren ausschlaggebend: „Ich habe durch einen großen Zufall Katharina Kucera kennengelernt und später auch ihre Schwester Theresa“, erzählt sie freudig. Mit den beiden mache sie nun seit ungefähr einem Jahr Konzerte und hat für die Besetzung Orgel, Gesang und Oboe mit den beiden Kolleginnen sehr viele neue Stücke einstudiert.

Manche davon fanden sich schnell, manche eher auf Umwegen, gibt Hölzle preis: „Ich wollte unbedingt ein außergewöhnliches Stück für die Oboe haben. Also hab ich mich vor den Computer gesetzt und gesucht und gesucht.“ Gefunden habe sie unter anderem ihr momentanes persönliches Lieblingsstück von Ennio Moricone aus einem späten Romy Schneider Streifen: „La Califfa – Die Kalifin“. Auch Gabriels Oboe ist vom großen Meister der Filmmusik und ein eher selten gehörtes Stück aus dem Film „Mission“.

Doch nicht nur Filmmusik wird am Sonntag zu hören sein, auch Richard Wagner hat die Organistin der Schreier Orgel mit im Programm. „Ich weiß, dass man Wagner entweder liebt oder hasst, aber nachdem ich mit meinen Kindern einmal in Bayreuth war, bin ich ein absoluter Fan geworden“, gesteht die Tussenhausenerin. Und nachdem man das Vorspiel zu Lohengrin auch nicht auf jeder Orgel spielen könne, nutze sie jetzt die Gelegenheit dazu. Das Konzert mit den Schwestern Kucera hat sie bereits in Wilmatshofen – deren Heimatort – gegeben. „Dort hat die Orgel zwar den nötigen Tonumfang für das Stück, aber ein paar der nötigen Effekte gab es bei diesem Instrument dort leider nicht.“ Trotzdem kamen die Stücke und die Darbietungen beim Publikum dort gut an. Und das, obwohl die drei Frauen eigentlich nur vier Wochen zusammen geprobt haben.

„Wir sind alle drei berufstätig und haben darum nicht so viel Zeit. Aber weil wir dieses Programm auch als CD aufnehmen wollten, hatten wir gerade mal vier Wochen Zeit, alles einzustudieren.“ Weil man als Organistin selten sein Instrument mit ins Tonstudio tragen kann, müssen die Aufnahmegeräte in die Kirche wandern. „Die Mikrofone sind jedoch so sensibel, dass jedes vorbeifahrende Auto die Aufnahme stört“, erzählt Hölzle. Wir waren froh, dass an diesem Sommerabend keine landwirtschaftlichen Fahrzeuge bis spät nachts gearbeitet haben. Trotzdem hat es ungefähr bis ein Uhr gedauert, bis alle 14 Stücke quasi im Kasten waren. Doch spät am Abend in der Kirche zu sitzen, ist Margit Hölzle gewohnt. Auch wenn sie neue Musikstücke übt und einstudiert, will sie ja länger als eine Stunde daran arbeiten, weshalb sie oft auf die Abendstunden ausweicht.

In ihrer Zeit als Organistin habe sich die Kirchenmusik und die Musik in Kirchen schon sehr gewandelt, sagt Margit Hölzle. Mit ihrer Auswahl an religiösen und weltlichen Liedern hofft sie, vor allem eines zu transportieren, die Freude an der Musik und dass die Musikstücke die sie ausgesucht hat, die Zuhörer ebenfalls so sehr berühren wie sie.

Das Kirchenkonzert zum Organistinnen-Jubiläum von Margit Hölzle findet am Sonntag, 22. Oktober, um 15 Uhr in der Pfarrkirche St. Martin statt. Der Titel lautet: Musik die zu Herzen geht. Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten. Wer keine Zeit hat das Konzert zu besuchen, kann die CD mit dem gleichen Programm bei Margit Hölzle persönlich erwerben.

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