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23. September 2011 06:00 Uhr

Bad Wörishofen

Warten auf Garrett

62 junge Musikerinnen und Musiker des vbw-Orchester proben für den großen Auftritt mit dem bekannten Geiger David Garrett. Konzerte am Montag und Dienstag.

David Garrett freut sich auf die Konzerte mit dem vbw-Orchester in Bad Wörishofen. Gerade mit jungen Leuten zu spielen mache ihm Spaß. „Sie bringen viel Energie mit, hören zu und sind aufgeschlossen. Da können alle Seiten voneinander lernen“, so der bekannte Geiger in einer Presseauskunft. Natürlich fiebern auch die jungen Musikerinnen und Musiker den Auftritten am Montag- und Dienstagabend in der Kneippstadt entgegen, beide Konzerte sind lange schon ausverkauft. An zwei knappen Probenwochenenden heißt es vorab, sich zu konzentrieren und zusammenzufinden.

„Natürlich hat David Garrett auch für unsere jungen Musikerinnen und Musiker eine besondere Anziehungskraft, das ist doch klar, doch ich lege generell großen Wert auf eine solide, künstlerische Arbeit“, so Christoph Adt, Dirigent des Orchesters. Ihm macht es ebenso viel Freude mit der Jugend und nicht irgendeiner, sondern so einer Art Jugendnationalmannschaft der talentiertesten Nachwuchsmusiker in Bayern, zusammenzuarbeiten.

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Die 62 Orchestermitglieder zwischen 11 und 17 Jahren proben in zwei verschiedenen Räumlichkeiten im Guggerhaus und im Katholischen Pfarr- und Jugendheim. Alle loben die perfekte Organisation und Betreuung.

Drei Cellistinnen mit Begeisterung dabei

Für manche, die das erste Mal wie sie dabei sind, sei es nicht leicht hineinzuwachsen, doch alle Leute seien total nett und hilfsbereit. „Ein Ansprechpartner, der einem weiterhilft, ist eigentlich immer da“, so die Nachwuchscellistinnen Lucia Meyer (13) aus Augsburg, Ina Horn (14) aus Roth/Nürnberg und Theresa Schneider (13) aus Naila bei Hof. Speziell mit David Garrett zusammen aufzutreten sei einfach nur mit „cool“ zu beschreiben, schon „etwas ganz besonderes“.

„Ich freue mich einfach auf ein schönes Musikerlebnis“, „äußerst interessant“ und „bin schon sehr gespannt“ – so auch die Jungs, Benedikt Loos, Manuel Abt, Jakob Trauer, Paul Handschke und Simon Eberle, alle Violoncellisten.

Benedikt Loos kommt aus Mindelheim und hat somit in Bad Wörishofen fast ein Heimspiel. Auf die kurze Probenzeit angesprochen antwortet er lässig und selbstbewusst: „Wir haben die Noten ja bereits vorab bekommen und spielen alle in diversen Orchestern. Sicherlich muss sich die Zusammensetzung erst finden, doch zwei Probenwochenenden reichen.“ Da hier zudem alles perfekt durchgeplant sei und alle gut drauf wären, könnten sich die Gäste auf ein ganz besonderes Konzerterlebnis freuen. Auch der Zeitpunkt für einen Auftritt des vbw-Orchesters sei jetzt zum Schulbeginn optimal. Er selbst spiele zum Beispiel im bayerischen Landesjugendorchester, im Mindelheimer Kammerorchester und bei „Frisch gestrichen“ und sei somit zeitlich stark gebunden. Und so wie ihm gehe es vielen Nachwuchsmusikern. Von seinem Musiklehrer am Gymnasium in Memmingen sei er angesprochen worden, in München vorzuspielen, und jetzt erstmals dabei.

Auch einer der jüngsten Musiker, Fabian Jüngling (12) aus Kaufbeuren , fühlt sich gut aufgenommen im Orchester. „Voll akzeptiert“ sei er und seine Freunde am Tisch beim Mittagessen nicken zustimmend. Von David Garrett habe er mehrere CDs zu Hause, und da er selbst Geige spiele, sei er schon sehr gespannt, was der Profi so zaubere. „David Garrett ist ein sehr guter Geiger, ich freue mich ganz einfach mit ihm spielen zu dürfen“, so Jüngling.

Ein Vorbild nicht nur für die Geigenschülerinnen

Gleich ein riesengroßes Vorbild ist David Garrett für die Geigerin Daria Hawkridge (14). „Ich finde ihn ganz toll und natürlich sein Spiel. Auch dass er nicht nur für Klassik zu begeistern ist, gefällt der Geigerin. „Einfach nur gespannt“, ist Mauricia Schmid (16) aus Landsberg und Katharina Müller (17) aus München interessiert sich für den Menschen David Garrett: „Wie tickt der in seiner Freizeit so?“ „Sicher viel zu lernen“, erhofft sich hingegen Abelina Ellert (14) aus Baldham bei München. Generell schon einmal ganz toll findet Sofie Krietenstein (14) die Bereitschaft David Garretts, sich von einem Jugendorchester begleiten zu lassen.

Wenn die Qualität stimmt, ist ein Zusammenspiel großartig

David Garrett spielt generell lieber mit Amateuren die „Musik“ machen wollen als mit Profis, die ihren Dienst spielen, so seine eigene Aussage. Grundsätzlich findet er auch jede Nachwuchspflege positiv, aber es komme immer darauf an, mit wem die jungen Musiker zusammenspielen können. „Wenn die Qualität stimmt, wie hier beim vbw-Orchester ist das doch großartig“, so Garrett. Wenn Mitglieder des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks als Coach fungieren, habe er nicht die geringsten Zweifel. Schirmherr des Orchesters sei zudem Zakhar Bron, sein ehemaliger Lehrer – das sei bei diesem Projekt aber eher Zufall. Tipp von David Garrett für die jungen Musiker für ihre Karrieren: „Üben, üben, üben!“

Christoph Adt, der sich mit mehreren Preisen als feinsinniger Dirigent und als hochbegabter Orchesterpädagoge einen Namen gemacht hat, wird auch ab 1. Dezember die Bad Reichenhaller Philharmonie dirigieren.

Das vbw-Orchester, das immer nur beim „Festival der Nationen“ spielt, liegt ihm aber sehr am Herzen, auch seine zwei Söhne Manuel und Pinchas spielen mit. Auf den großen Druck, den die jungen Musikerinnen und Musiker ausgesetzt sind, angesprochen, rät er jedem neben der Musik auch einen sportlichen Ausgleich zu finden. „Meiner Frau und mir war bei unseren eigenen Kindern neben dem Üben auch immer wichtig, dass die Jungs sich sportlich betätigten“, so Adt.

Bayerische Wirtschaft verlängerte den Vertrag

Ursprünglich war die Förderung des vbw-Orchesters auf drei Jahre ausgelegt und dieser Vertrag ist nun auf weitere drei Jahre von der Bayerischen Wirtschaft verlängert worden. „Das ist eine schöne Anerkennung für unsere Arbeit“, dankt Adt.

DasFestival der Nationen wird heute von Beate Merk, Bayerische Staatsministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, um 19.30 Uhr im Kursaal eröffnet. Das Eröffnungskonzert steht unter dem Motto „Russische Nacht“. Die Prague Philharmonie wird dirigiert von Maxim Vengerov, der auch die Solovioline spielt. Solistin des Abends ist Pianistin Kateryna Titova, die das Klavierkonzert Nr. 1 b-Moll, op. 23 von Tschaikowsky interpretieren wird.

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