Dienstag, 2. September 2014

17. November 2009 20:15 Uhr

Neu-Ulm

Millionenschwindel: Fall EvoBus weitet sich aus

Die Untreue-Affäre beim Neu-Ulmer Bushersteller EvoBus weitet sich aus. Der Teamleiter im Logistikbereich soll nicht nur Scheinfirmen gegründet, sondern auch Bestechungsgelder angenommen haben. Von Roland Ströbele

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Evobus-Affäre: Verdächtiger bricht Schweigen
Foto: ALFA

Die Untreue-Affäre beim Neu-Ulmer Bushersteller EvoBus weitet sich aus. Die Kriminalpolizei hat neue Hinweise, wonach der 39-jährige Teamleiter im Logistikbereich nicht nur Scheinfirmen gegründet, sondern auch Bestechungsgelder vorwiegend von Speditionsfirmen angenommen hat.

Sollte sich dieser Verdacht bewahrheiten, dann müssten auch in Speditionen "Köpfe rollen", wie ein Mitarbeiter von EvoBus gestern sagte. Wie hoch der angerichtete Schaden ist, lasse sich derzeit noch nicht überschauen.

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Nach Bekanntwerden der neuen Vorwürfe hat die Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität in Augsburg den Fall übernommen.

Der 39-jährige Tatverdächtige sitzt nach wie vor in Untersuchungshaft. Er soll über einen Zeitraum von gut sieben Jahren Millionensummen unterschlagen haben. Es war schon die Rede von bis zu sieben Millionen Euro, die er veruntreut und in Ulmer Bordells mit leichten Mädchen verjubelt haben soll.

Aufgeflogen waren die Betrügereien durch einen Erpressungsversuch. Ein Mann war in die Wohnung des EvoBus-Mitarbeiters eingedrungen und hatte aus dessen Tresor neben einem Batzen Bargeld auch Unterlagen mitgenommen, aus denen hervorgeht, dass er Gelder unterschlagen hat. So deckte die Polizei die jahrelangen Gaunereien auf.

Beide Männer wurden verhaftet. Es gibt Hinweise, dass in der ganzen Angelegenheit Frauen eine Rolle gespielt haben. Es sei aber auch der aufwendige Lebensstil des 39-Jährigen gewesen, der nicht nur im Rotlichtmilieu aufgefallen war. Auch seine Kollegen seien stutzig geworden. Anfänglich wurden die Ermittlungen durch die Kriminalpolizei in Kempten nur wegen des Verdachts der Untreue geführt, nun ist auch noch Bestechung und Bestechlichkeit hinzugekommen, weil den Fahndern Material in die Hände gefallen ist, das darauf hindeutet.

Auch bei EvoBus sind betriebsinterne Untersuchungen angelaufen. Sollten sich die Hinweise bestätigen, dass der 39-Jährige von Speditionen geschmiert worden ist, dann werde dies Konsequenzen haben. Diese Transportunternehmen würden womöglich nie wieder einen Auftrag von EvoBus oder dem Mutterkonzern Daimler bekommen. Wie es gestern weiter hieß, komme es in dieser heiß umkämpften Branche angesichts des ruinösen Wettbewerbs immer wieder zu "freundlichen Zuwendungen" an Mitarbeiter von Firmen, die Transportaufträge zu vergeben haben. Und wenn manche den Hals gar nicht mehr voll kriegen, dann würden Scheinfahrten abgerechnet, die gar nie stattgefunden haben.

Bei EvoBus stellt sich zusätzlich die Frage, wie so etwas jahrelang geschehen konnte, obwohl in den letzten Jahren die Kontrollmechanismen verschärft wurden. Warum sie dennoch ausgehebelt werden konnten, sei Teil der firmeninternen Untersuchungen.

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Evobus | Kripo | Augsburg | Neu-Ulm | Kempten | Polizei | Daimler

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