Sonntag, 25. September 2016

28. März 2015 00:33 Uhr

Publikumsbefragung

Mozart ohne Mottenkiste

Opern-Inszenierung im Theater Ulm sorgt für Begeisterung Von Dagmar Hub

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Mozart und Pole-Dance, kann das gut gehen? Das Publikum war jedenfalls begeistert. Von links: Zusana Fucikova, Kwang Keun-Lee, Thorsten Sigurdsson und Don Lee.
Foto: Jochen Klenk/Theater Ulm

Beglückte Gesichter, minutenlanger Applaus und Bravo-Rufe, teilweise Standing Ovations: Eine gänzlich entstaubte und dabei bis ins kleinste Detail stimmige Version von Wolfgang Amadeus Mozarts 1790 in Wien aufgeführter Oper „Così fan tutte“ präsentierte die junge Münchner Regisseurin Antje Schupp im Großen Haus des Theaters Ulm mit ihrer ersten Musiktheater-Inszenierung. Reaktionen aus dem Publikum:

„Ich war sehr überrascht“, sagt Anton Aubele aus Straß. „Es ist das erste Mal seit vielen Jahren, dass mich eine Musiktheater-Inszenierung derart begeistert hat. Obwohl das Musiktheater in Ulm deutlich besser ist als das Schauspiel. Aber in dieser Inszenierung stimmt alles bei der Übertragung in die Gegenwart bis ins kleinste Detail, und man hat sein großes Vergnügen daran, das sich am Ende sogar noch steigert. Alle Sänger sind wirklich gut, aber Maria Rosendorfsky ist einfach großartig!“

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„Diese Oper ist eigentlich ein bitteres Gedankenexperiment“, meint Jürgen Eggle aus Günzburg. „In der Realität kann ein solch fürchterlicher Versuch nicht funktionieren. Das muss man als Hintergrund im Kopf haben, weil es grausam ist, wie die Liebenden hier in Versuchung geführt werden. Die Umsetzung der Oper ist aber derart gelungen und witzig, dass man das Theater dafür nur beglückwünschen kann. Herrlich, wie sich Kwang-Keun Lee und Thorsten Sigurdsson als Pole-Dancer bewegen! Etwas gestört haben mich die alltagssprachlichen Übersetzungen des Texts auf den Tafeln, aber wahrscheinlich muss man das tatsächlich so machen, wenn man jedes Detail in die Gegenwart übersetzt. Eine Inszenierung, die Mozart auch jungem Publikum nahebringen kann, ohne sich durch nachgemachte Jugendlichkeit anzubiedern.“

„Die Musik ist wunderbar, die Stimmen auch, aber ich mag es einfach nicht, wenn man alle Stoffe in die heutige Zeit transferieren zu müssen meint“, sagt eine Zuschauerin aus Karlsruhe, die ungenannt bleiben will. „Così fan tutte ist aus der Zeit Mozarts, und da möchte ich auch Kostüme aus dieser Zeit sehen. Aber die Pole-Dancerin war einfach toll, auch wenn die Oper so etwas eigentlich nicht braucht, und über die beiden Darsteller von Ferrando und Giuglielmo an der Stange haben wir viel gelacht.“

„Eine klasse Inszenierung, völlig staubfrei und stimmig bis zum Ende“, lobt Jochen Seydl aus Erbach. „Die Umsetzung in die Gegenwart beeinflusste die Musik nicht negativ. Im Gegenteil. Die Musik wäre in einer herkömmlichen Inszenierung dröger gewesen. Schön, dass Mozart so sein kann! Eine solche gelungene Umsetzung in die Gegenwart macht Mozarts Musik zeitlos und gibt ihr Zukunft. Vielleicht wurde die Oper Così fan tutte im Jahr 1790 vom Publikum mit genau dem selben Spaß aufgenommen? Und die Sänger waren sehr gut, vor allem Maria Rosendorfsky.“ »Feuilleton

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