Sonntag, 23. November 2014

11. November 2012 08:07 Uhr

Landkreis Augsburg

Martinsumzüge kommen von den Vertriebenen

Heute feiert die Kirche das Fest des Heiligen Martin. Die Laternenumzüge für Kinder sind in Bayern erst seit Ende des Zweiten Weltkriegs verbreitet. Von Walter Kleber

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Martinsumzüge haben sich bei uns erst nach dem Zweiten Weltkrieg eingebürgert. Die Kinder ziehen mit beleuchteten Lampions durch die Straßen und stellen in einem Spiel die berühmte Mantelszene dar, so wie hier in Mickhausen.
Foto: Walter Kleber (Archiv)

Die Martinsumzüge, die heute ein fester Bestandteil des bayerischen Brauchtums sind, haben sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg bei uns eingebürgert. Sie kamen mit den Heimatvertriebenen, vor allem mit den Schlesiern, hierher.

Vor allem von den Kindern wird Sankt Martin freudig erwartet. An seinem Namenstag ziehen sie bei einbrechender Dunkelheit mit beleuchteten Lampions durch die Straßen, zeigen in einem Martinsspiel die berühmte „Mantelszene“ und singen dazu Martinslieder. Oftmals werden Gebildbrote, sogenannte „Martinsbrote“, an die jungen Zugteilnehmer verteilt.

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Verehrt wurde der heilige Martin aber auch in Bayern schon seit frühester Zeit. Zahlreiche Kirchen sind ihm geweiht, unter anderem in Langenneufnach und Konradshofen.

Nach der Legende soll er dort seinen Reitermantel mit einem am Wegrand kauernden, frierenden Bettler geteilt haben. In der folgenden Nacht, so die Heiligenlegende, sei ihm dann im Traum Christus, bekleidet mit diesem halben Mantel, erschienen. Nach diesem Schlüsselerlebnis empfing Martin die Taufe.

Er wurde ein begeisterter Anhänger des christlichen Glaubens, gründete im Jahre 361 in Ligugé das erste abendländische Kloster und wurde – gegen das Votum einiger Bischöfe – 371 vom Volk zum Bischof von Tours gewählt.

Über die kirchliche Bedeutung hinaus war das Namensfest des heiligen Martin seit jeher auch ein wichtiges Datum im Bauernjahr. Der Brauch, dass an Martini eine gebratene Gans auf den Tisch kommt, hat mehrere Wurzeln. Da gibt es die Legende, wonach Sankt Martin in einen Gänsestall geflüchtet sein soll, um im Gefühl seiner „Unwürdigkeit“ der Übernahme des Bischofsamtes von Tours zu entgehen. Das schnatternde Federvieh habe ihn jedoch „verraten“.

Realistischer scheint da schon die Darstellung, dass im November, nach Abschluss der Feldarbeit, Jahrhunderte hindurch der Pachtzins zur Zahlung fällig war. Zusätzlich zur Pachtsumme mussten die Bauern ihrem Pachtherrn, oftmals einem Kloster oder einer Kirche, auch ein paar fette Gänse abliefern.

Um Martini wurde früher aber auch der Abschluss der Feldarbeiten mit einem zünftigen Ernte- und Schlachtfest gefeiert, bei dem vor dem bevorstehenden Adventsfasten noch einmal nach Herzenslust gegessen werden konnte. Ein Gänsebraten durfte dabei nicht fehlen.

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