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03. April 2011 10:05 Uhr

Bundeswehrstandort Lechfeld

Nicht Ersatz, sondern Erhalt des Standortes

Die Bundeswehr soll bleiben. Die Argumente dafür wurden in der zweiten Konferenz zur Sicherung des Standortes Lechfeld zusammengetragen.

Tornados vom Lechfeld.

Die Zusammenarbeit zwischen der Wirtschaft und dem Militärflughafen Lechfeld ist ein wichtiges Argument für den Erhalt des Bundeswehrstandortes. Doch es darf auf keinen Fall das Einzige bleiben. Darauf verständigten sich gestern Nachmittag die Teilnehmer der 2. Konferenz zur Sicherung des Bundeswehrstandortes Lechfeld. „Unser Ziel darf nicht sein einen Ersatz zu finden, sondern uns für den Erhalt des Standortes starkzumachen“, sagte Eduard Oswald.

Der Vizepräsident des Deutschen Bundestags hatte erneut Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Militär und Bürgertum ins Bürgerhaus in Graben eingeladen. Unter ihnen war auch Oberst Stefan Scheibl, Kommodore des Jagdbombergeschwaders 32. Er betonte, wie wichtig vor allem die weichen Standortfaktoren sind. Ein gutes soziales Umfeld, ein umfangreiches Kultur- und Freizeitangebot, aber auch Arbeitsplätze für Partner von Soldaten – solche Faktoren würden dem Standort helfen, qualifizierten Nachwuchs rekrutieren zu können.

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Augsburgs 2. Bürgermeister Hermann Weber machte deutlich, dass eine gute Infrastruktur für Angehörige der Bundeswehr nicht auf dem Lechfeld endet. „Wir sind ein Großraum, der nicht an den Grenzen haltmacht.“ Auch in Augsburg genieße die Bundeswehr unter der Bevölkerung ein „großartiges Ansehen“. „Deshalb steht die Stadt zum Bundeswehr-Standort Lechfeld – und zwar uneingeschränkt“, sagte Weber.

Er war diesmal ebenso neu bei der Konferenz dabei, wie Vertreter des bayerischen Landtags, des Landkreises Aichach-Friedberg und der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben. Sie alle sprachen sich für den Standort aus. „Wir haben bei Amazon uns durchgesetzt, weil wir ein Höchstmaß an Geschlossenheit gezeigt haben. Das soll uns Mut geben so weiter zu machen“, sagte Landrat Martin Sailer (Landkreis Augsburg).

Für die Stadt Augsburg spielt aber nicht nur die emotionale Komponente eine Rolle. Auch für die Stadt geht es durch die Zusammenarbeit von Premium Aerotec mit dem Militärflughafen um viele Arbeitsplätze. Der Flugzeugteilebauer hat ein Werk auf dem Gelände des Fliegerhorsts und lässt von dort Bauteile mit dem Großraumflugzeug Beluga abtransportieren. Die 3000 Mitarbeiter von Zulieferern mitgerechnet, hängen an Premium Aerotec in Augsburg insgesamt 6000 Arbeitsplätze, so Weber.

„Enormer Wettbewerbsvorteil“ für Premium Aerotec

Für das Unternehmen selbst ist der Flugplatz ein „enormer Wettbewerbsvorteil“, wie Peter Schwarz, Leiter des Augsburger Werkes, sagte. Deshalb habe man eine Anfrage an das Bundeswehr-Dienstleistungszentrum gestellt, eine weitere Halle mieten und den Vertrag für die bereits gemietete Halle von 2016 auf 2023 verlängern zu dürfen.

Einiges hat sich auf Bundesebene seit der letzten Konferenz in Graben getan. Mit Thomas de Maizière hat das Verteidigungsministerium einen neuen Minister. Oswald teilte mit, dass dieser ihm in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt habe, dass es durch den Wechsel eine zeitliche Verzögerung der Bundeswehrreform geben werde. Vieles werde sich wohl auf den Herbst verschieben.

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