Freitag, 20. Oktober 2017

26. September 2017 13:42 Uhr

FC Augsburg

Reuter und Leipzig-Boss zoffen sich im Fernsehen

Der "Fall" Daniel Baier schien erledigt zu sein: Nun nahmen ihn aber Stefan Reuter und Leipzigs Oliver Mintzlaff zum Anlass, sich nochmals intensiv zu streiten.

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FCA-Manager Stefan Reuter und Leipzigs Vorstandschef Olaf Mintzlaff bekamen sich in die Haare.
Foto: Ulrich Wagner (Archivbild)

Der Zoff zwischen  dem FC Augsburg und RB Leipzig wegen der abfälligen Handbewegung von Daniel Baier Richtung RB-Trainer Ralph Hasenhüttl im Heimspiel gegen die Leipziger schien eigentlich erledigt. Baier hatte sich öffentlich entschuldigt, Hasenhüttl die Entschuldigung auch angenommen.  

Doch gestern beim Fußball-Talk von Sky90, der sich zum Großteil mit anderen Fußball-Themen beschäftigte, wurde der Fall Baier noch einmal aufgegriffen. FCA-Geschäftsführer Sport Stefan Reuter war neben Trainer Valérien Ismaël, Sky-Experte Ewald Lienen und Journalist Alexis Menuge zu der Talkrunde eingeladen, RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff  telefonisch aus Istanbul zugeschaltet. Dort bestreitet RB heute sein Champions-League-Spiel gegen Besiktas.

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Reuter hätte sich zu diesem  Thema wohl am liebsten nicht mehr äußern müssen, doch Sky-Moderator Patrick Wasserziehr brachte es noch einmal zur Sprache (hier gibt es das Video)

Reuter erklärte noch einmal, dass es ein Fehler von Baier war, wies aber unter anderem auch darauf hin, "dass das Thema sehr groß gemacht wurde, weil nach Schlusspfiff Ralph Hasenhüttl auf Dani Baier losgestürmt ist, dann aber den Handschlag verweigert hat." Seiner Meinung nach hätte man "die Situation anders lösen können". Kontakt hatte er seitdem aber mit RB-Trainer Hasenhüttl keinen. Reuter: "Wir laufen uns immer wieder über den Weg und ich kann mir nicht vorstellen, dass wir uns da nicht die Hand schütteln."

Oliver Mintzlaff sah die Angelegenheit aus RB-Sicht etwas anders. Für Leipzig, so Mintzlaff, sei das Thema am Mittwoch vom Tisch gewesen. Er fragte dann, warum es "Herr Reuter am Donnerstag dann noch einmal zu einer Geschichte gemacht hat?"

Für Leipzig sei der Umgang miteinander wichtig, so Mintzlaff. Wenn er dann von seiner Delegation höre, dass Herr Hofmann (Anm. d. Red., Klaus Hofmann ist der Präsident des FC Augsburg) „unsere Leute nicht begrüßt und später sagt, wir wären überheblich und arrogant, dann hat mich das schon ein Stück weit verwundert.“ Aber als dann die "erste aufrichtige Entschuldigung kam und die kam ja nicht in der Kabine, weil da hat ja der Spieler danach noch gesagt, er weiß gar nicht, für was er sich entschuldigen soll, hat sie Ralph Hasenhüttl selbstverständlich angenommen."

Reuter: Baier wurde aus der Kabine geschmissen

Reuter wollte das so nicht stehen lassen: "Dani Baier wollte Ralph Hasenhüttl bereits auf dem Platz die Hand schütteln und sagen, das war überzogen." Baier sei dann in die Kabine gekommen und habe sich die Szene noch einmal im Fernsehen angesehen und sei selbst überrascht gewesen. Dann habe er nachfragen lassen, ob er in die Kabine kommen dürfte zu Leipzig, um sich zu entschuldigen. Leipzigs Pressesprecher habe gesagt, das sei möglich. Reuter: "Dann ist Dani Baier in Begleitung unseres Pressesprechers in die Kabine gegangen und wurde da rausgeschmissen. Was da abgegangen ist, fand ich ganz bestimmt nicht in Ordnung." Baier, habe sich, so Reuter, sofort entschuldigen wollen.

Nach dem gestrigen Spiel habe ich in der letzten Nacht kein Auge zugetan, mir auch die Zusammenfassungen unseres Spiels angesehen und mir viele Gedanken gemacht. Dabei bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass ich in einer Szene meiner Vorbildfunktion als Kapitän des FCA nicht gerecht geworden bin. Aus der Emotion heraus habe ich mich zu einer Geste hinreißen lassen, von der ich selbst nicht weiß, wie ich dazu komme. Dafür entschuldige ich mich bei all denjenigen, die dies als Beleidigung aufgefasst haben. Ich habe mich heute vor dem Training auch bei unserer Mannschaft entschuldigt, weil nun meine sinnlose Geste die tolle Leistung der Mannschaft in den Hintergrund rücken lässt. Ich hoffe, dass auch die Verantwortlichen von RB Leipzig nach einer Nacht anders denken, nachdem ich bereits auf dem Platz und auch später in der Leipziger Kabine versucht habe, mich zu entschuldigen und das Missverständnis aus der Welt zu räumen. Liebe Grüße Daniel

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Warum der FCA am Donnerstag dann noch einmal reagiert habe, erklärt er so: "Dani hat von Dienstag auf Mittwoch keine Sekunde geschlafen. Es war dann Training und es war ohnehin am Donnerstag Pressekonferenz angesetzt. Und es wäre ein Riesenakt gewesen am Mittwoch, alle Journalisten noch einmal einzuladen."

Deswegen entschuldigte sich Baier erst am Donnerstag. Reuter: "Dani wollte sich nicht nur über die Homepage entschuldigen, sondern wollte die Möglichkeit nützen, auch für Fragen zur Verfügung zu stehen und das im Rahmen der Pressekonferenz machen." Das Verhalten Leipzigs fand Reuter nach dem Spiel nicht okay.

Reuter sieht noch Gesprächsbedarf

Mintzlaff erwiderte. "Da kann ich in Istanbul nur den Kopf schütteln." Er zweifelte die Intention von Baier an. Der habe, so Mintzlaff, als er aus der Kabine kam, zu Journalisten gesagt, er wisse nicht, für was er sich entschuldigen solle. Mintzlaff sagte dann: "Daher frage ich mich, warum er dann überhaupt in der Kabine war, wenn er nicht weiß, für was er sich entschuldigen soll." Leipzig hätte dieses Thema in keinster Weise groß gemacht.

Er erwähnte dann noch einen Vorfall aus dem letzten Heimspiel von RB gegen den FCA vor fast genau einem Jahr am 30. September 2016. Da habe man den FCA-Präsidenten "fast aus der Loge entfernen müssen, weil er den Mittelfinger permanent gezeigt hat und als ein Spieler von uns auf dem Boden lag, ist er aufgesprungen und hat geschrien: Jawohl, jetzt liegt er am Boden." Er, so Mintzlaff weiter, sei damals eine Reihe davor gesessen und habe versucht "Herrn Klaus Hofmann zu beruhigen".

Heftige Vorwürfe, auf die Reuter an diesem Abend nicht mehr eingehen wollte.  Redebedarf sieht er aber schon noch: "Ich finde, wir sollten in Ruhe noch einmal darüber sprechen, bei einem Essen oder im Vorfeld des Auswärtsspiels." Mintzlaff nahm diese Geste gerne auf. Man hänge das nicht so hoch und er freue sich auf die Einladung.

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Ein Artikel von
Robert Götz

Augsburger Allgemeine
Ressort: Sport


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Das ist der FC Augsburg

Der FC Augsburg geht aus einer Fusion zwischen dem BC Augsburg und des TSV Schwaben Augsburg im Jahr 1969 hervor. Anfangs spielte der FCA in der Bayernliga. 1973 stieg der FCA in die zweitklassige Regionalliga auf.

 

Es folgten die "goldenen Jahre" des FC Augsburg. Mit dem ehemaligen Weltstar Helmut Haller etablierte man sich in der Regionalliga und spielte kurzzeitig um den Aufstieg in die Erste Bundesliga mit. 1979 stieg man allerdings wieder in die Bayernliga ab. Bis 1983 folgten Ab- und Aufstiege, ehe man über Jahrzehnte hinweg in der Bayern Liga (später Regionalliga) verschwand.

 

Erst nach dem Einstieg des einstigen Unternehmers Walther Seinsch im Jahr 2000 ging es beim FC Augsburg wieder bergauf. 2006 stieg die Mannschaft in die Bundesliga auf, 2011 folgte der erstmalige Aufstieg in die Erste Bundesliga. In der Bundesligasaison 2014/15 erreichten die Augsburger sensationell den fünften Platz und qualifizierten sich so erstmals für die Europa League.

 

Vorstandsvorsitzender des FC Augsburg ist Klaus Hoffmann. Die Mannschaft wird trainiert von Manuel Baum. Geschäftsführer sind Peter Bircks und Stefan Reuter. Der FCA trägt seine Heimspiele in der  30.660 Personen fassenden WWK-Arena aus.

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