Mittwoch, 13. Dezember 2017

05. November 2013 20:58 Uhr

Komet Ison

Ison rast näher: Steht bald der Jahrhundert-Komet am Himmel?

Komet Ison kommt näher. Schon in den nächsten Wochen wird der "Jahrhundert-Komet" mit bloßem Auge zu sehen sein - vorausgesetzt, es geht alles gut.

i

Komet Ison kommt näher. Schon in den nächsten Wochen wird der "Jahrhundert-Komet" mit bloßem Auge zu sehen sein - vorausgesetzt, es geht alles gut.
Foto: NASA, ESA, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA)

Komet Ison war schon kurz nach seiner Entdeckung vor gut einem Jahr als "Jahrhundert-Komet" bezeichnet worden. Experten schlossen damals nicht aus, dass  Ison C/2012 S 1 - so der offizielle Name des Schweifsterns - selbst am Tag am Himmel zu sehen sein könnte, wenn er im November 2013 zu uns stößt.

Ganz so optimistisch sind die Forscher heute nicht mehr. Dennoch blicken nicht nur die Astronomen gespannt in Richtung des kosmischen Wanderers. Kein Wunder: Komet Ison wird der Sonne Ende November so nahe kommen, dass die Hitze ungewöhnliche Prozesse in Gang setzt.

ANZEIGE

Komet Ison: An seiner Oberfläche wird es heiß

„In dieser Entfernung wird die Temperatur an der Oberfläche des Kometen bis zu 2000 Grad Celsius erreichen“, sagt Kometenforscher Dr. Hermann Böhnhardt, der die Aktivitäten des Max-Planck-Instituts rund um Ison leitet. Winzige Staubteilchen an der Kometenoberfläche könnten verglühen; Stoffe, die sonst tief im Innern des Kometen gebunden sind, verdampfen. Für die Wissenschaftler ist der Komet deshalb ein sehr interessantes Forschungsobjekt.

Die nächsten Wochen werden für Komet Ison aber auch zum entscheidenden Moment werden. Wenn der Kern des Kometen groß genug ist, könnte er seine enge Kurve um die Sonne herum überstehen. Im besten Fall soll er dann so hell strahlen wie der Vollmond, hoffen Experten. Tagelang würde der Kometenschweif von Ison dann am Himmel stehen und auch mit bloßem Auge sichtbar sein.

Auf Komet Ison wirken gigantische Kräfte

Das Problem: Berechnungen der Kometenbahn ergaben, dass Ison mit einem Abstand von nur etwas mehr als einer Million Kilometern die Sonne umrunden wird. Bei einem solchen Manöver wirken gigantische Kräfte, und nur robuste Körper können es überstehen. Kometen auf einem solchen Kurs gelten als Sungrazer, als "Sonnenkratzer". Wenn "Ison" zu klein ist, wird er von der Anziehungskraft der Sonne möglicherweise zerfetzt.

Wird Ison der hellste Komet 2013?

So weit ist es allerdings noch lange nicht. Und es sieht auch nicht so aus. Stattdessen hat Komet Ison schon jetzt einen stattlichen Schweif ausgebildet - und rast weiter mit einer Geschwindigkeit von über 30 Kilometern pro Sekunde Richtung Sonne. Etliche Kometen-Fans haben ihre Teleskope auf ihn gerichtet - und zeigen zum Beispiel bei Flickr ihre fantastischen Fotos des kosmischen Wanderers. Auch die Nasa untersucht den Kometen schon seit Monaten intensiv.

Wann ist Komet Ison am besten zu sehen?

In etwa zehn Tagen, also ab Mitte November, ist Ison mit bloßem Auge am Morgenhimmel zu sehen. Noch besser sind die Aussichten auf den Kometen in der ersten Dezemberhälfte morgens vor Sonnenaufgang, wenn der Mond untergegangen ist.

Kurz vor Weihnachten steht Komet Ison dann die ganze Nacht am Himmel. Möglicherweise muss man dann aber schon wieder mit dem Fernglas auf die Suche gehen - Komet Ison hat bis dahin wieder an Helligkeit verloren.  (mit dpa, afp)

i

Ein Artikel von
Sascha Borowski

Augsburger Allgemeine
Ressort: Online-Redaktion