Frohnlach Gerade mal 160 Zuschauern wollten den letzen Heimauftritt des VfL Frohnlach sehen. Die kuriose Schlussphase beim 3:3 gegen den TSV Gersthofen dürfte alle Besucher vielleicht entschädigt haben. Der VfL hat sich zwar direkt für die Regionalliga-Bayern qualifiziert, ob das jedoch die Akteure dazu berechtigt, sich mit einer derart schwachen Vorstellung vor dem eigenen Publikum aus der Saison zu verabschieden, das steht auf einem anderen Blatt.
Wie auch immer. Die Gäste vom TSV Gersthofen nutzten die Gelegenheit, um nochmals richtig Fußball zu spielen. Nachdem auch noch Thomas Rudolph und Daniel Raffler ausfielen, musste Trainer Robert Walch mit Tobias Hildmann, Stefan Schnurrer und Marco Lettrari drei Spieler aus der A-Jugend sowie mit Dominik Merkle und Robert Aunhofer zwei Spieler aus der Reserve einsetzen. Selbst Ersatzkeeper Tobias Antoni stand auf dem Feld.
Walch hatte allerdings auch einen Mariusz Suszko in seinen Reihen. Der kleine wieselflinke und wendige Pole wirbelte so oft es ging die Frohnlacher Hintermannschaft gehörig durcheinander und wurde so zum auffälligsten Akteur auf dem Platz. Nach Vorlage von Stefan Schnurrer brachte (48.) „Sushi“ den TSV mit 1:0 in Führung. Das sorgte auf Frohnlacher Seite für Reaktionen zwischen Ärger, Sprachlosigkeit und Unverständnis. Dagegen war die Einsatzfreude und Motivation der Gäste eindrucksvoll. Und als nach einem Doppelschlag durch Suszko und Paul Fischer in der 74. und 75. Minute der TSV plötzlich mit 0:3 vorne lag, schien ohnehin alles gelaufen.
Quasi im Gegenzug gelang den Platzherren der Anschlusstreffer. Sebastian Hofmann erwischte TSV-Torwart Christian Krieglmeier mit einem Distanzschuss auf dem falschen Fuß. Als sich manch einer längst enttäuscht auf den Heimweg gemacht hatte, traf Sebastian Hofmann (90.) zum 2:3. Ein allerletzter richtig guter Spielzug, den sich die Zuschauer so oder so ähnlich schon viel früher gewünscht hätten, sorgte dann doch noch für das kaum für möglich gehaltene Remis. Der Ball wurde genau und direkt durch die gegnerischen Reihen gespielt, kam dann quer nach halblinks und dort stand Kapitän Bastian Renk goldrichtig am Torraum-Eck und schaffte den Ausgleich zum 3:3. Schiedsrichter Mix ließ gar nicht mehr anstoßen. Für die Gäste aus Gersthofen war der Punkt das Mindeste, was sie sich verdient hatten. Aus ihrer Tabellenposition heraus war ihr Auftritt im Willi-Schillig-Stadion jedenfalls aller Ehren wert.
VfL Frohnlach: Horcher – A. Zapf (46. Engelmann), Beetz, F. Zapf, Jeschke – Brandt (55. Wagner), Renk, Hofmann, Bulat – Karg (64. Walter), Özdemir
TSV Gersthofen: Krieglmeier; Richter, Merkle (70. Lettrari), Krammer, Hildmann – Antoni, Kling, Fischer, Nix, Schnurrer (60. Andorfer) – Susko.
Tore: 0:1 Suszko (48.), 0:2 Suszko (74.), 0:3 Fischer (75.), 1:3 Hofmann (76.), 2:3 Hofmann (90.), 3:3 Renk (90.+2). – Schiedsrichter: Mix (Abtswind). – Zuschauer: 160. – Bes. Vorkommnisse: keine.