Eine Großfahndung nach einem vermeintlichen Bankräuber hat gestern Nachmittag die Polizei in Augsburg und Bayern in Atem gehalten. Die Polizei suchte nach Informationen unserer Zeitung mit größerem Aufwand einen Mann, von dem vermutet wurde, dass er bewaffnet ist und einen Überfall auf ein Geldinstitut planen könnte. Dazu kam es jedoch nicht: Der Mann wurde am späten Nachmittag in Landshut festgenommen.
Beamte wurden in Augsburg nicht fündig
Der Einsatz begann, als gestern plötzlich ein Mann in der Polizeiinspektion Mitte auftauchte. Er teilte den Beamten mit, dass ein Bekannter eine Sprengstoffattrappe und eine Waffe bei sich habe und nun in der Innenstadt eine Bank ausrauben wolle. Das habe der Bekannte ihm so gesagt. Die Polizei reagierte sofort mit einer Fahndung. Mehr als ein Dutzend Streifen suchten nach dem angeblichen Bankräuber. Die Streifenwagen fuhren auch die Filialen von Banken an, um einen möglichen Überfall zu verhindern. Auch kreiste ein Hubschrauber über der Innenstadt. Doch die Beamten wurden nicht fündig. Nirgendwo wurde ein Bewaffneter gesehen.
Nach einiger Zeit stellte sich heraus, dass sich der Verdächtige wohl nicht mehr in Augsburg aufhält. Die Ermittlungen ergaben, dass er mit dem Zug in Richtung München unterwegs sein könnte. Die Spur erwies sich als richtig. Der Verdächtige war mit der Bahn allerdings noch weiter gereist – bis ins rund 130 Kilometer entfernte Landshut. Dort erwartete ihn ein Großaufgebot der Polizei. Die Beamten nahmen den Mann fest, der Bahnhof war mehr als eine Stunde lang gesperrt.
Verdächtiger in Landshut festgenommen
Der Bahnhof wurde gegen 16 Uhr evakuiert, etliche Beamte riegelten das Gebäude ab. Als der Verdächtige eintraf, klickten die Handschellen. Der Mann wurde festgenommen, sein Gepäck sichergestellt. Eine Bombe entdeckten die angereisten Sprengstoffexperten aber nicht - es handelte sich laut Polizei lediglich um eine Attrappe. Augsburg: Mann droht, seine Wohnung zu sprengenGegen 17.25 Uhr konnte der Bahnhof wieder geöffnet werden. Ein Polizeisprecher bestätigte am Abend lediglich die Festnahme – mehr wollte er zum Fall nicht sagen.
Ob der Mann tatsächlich den Plan hatte, eine Bank auszurauben, blieb zunächst unklar – ebenso der Grund für sein Verhalten. Die Beamten fanden bei seiner Festnahme tatsächlich eine Sprengstoffattrappe. Angeblich soll er auch eine Pistole bei sich gehabt haben – ob es sich um eine scharfe Waffe handelte oder auch um eine Attrappe wurde nicht bekannt. Der Mann war bisher nicht polizeibekannt. Was der Mann konkret vorhatte, ist noch nicht offiziell bekannt.