Freitag, 28. Juli 2017

16. Januar 2015 07:50 Uhr

Augsburg

"Besorgte Eltern" demonstrieren gegen Sexualkunde-Unterricht

Am Samstag veranstalten die „Besorgten Eltern“ in der Innenstadt eine Kundgebung. Ein CSU-Stadtrat unterstützt sie. Von mehreren politischen Gruppierungen kommt Gegenwind.

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Wann sollen wie die Kinder im Unterricht sexuell aufgeklärt werden? Darüber gibt es unterschiedliche Ansichten.
Foto: Christian Charisius/dpa

Eine Gruppierung namens „Besorgte Eltern“ wird am Samstag in Augsburg gegen bestimmte Formen des Sexualkunde-Unterrichts an Schulen demonstrieren. Die bundesweite Vereinigung empört sich über eine vermeintliche „Frühsexualisierung“ in Schulen und Kindergärten. Die Aktion ist umstritten: Die Augsburger Grünen werfen den Initiatoren vor, Eltern zu verunsichern und eine „rückwärtsgewandte Diskussion über Sexualpädagogik“ zu befeuern.

Hintergrund ist unter anderem die laufende Diskussion um den sogenannten Bildungsplan in Baden-Württemberg. Im Rahmen des Sexualkundeunterrichts soll auch das Thema Homosexualität angesprochen werden. Seit das bekannt wurde, tobt dort eine Art Kulturkampf darüber, welches Wissen die Schule in diesem Bereich vermitteln soll.

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"Besorgten Eltern": Viele Russlanddeutsche zählen in Augsburg zu den Anhängern

Die „Besorgten Eltern“ mit Sitz in Nordrhein-Westfalen haben bereits im Oktober eine Demonstration in der Augsburger Fußgängerzone mit etwa 80 Teilnehmern veranstaltet. Für 2015 sind laut Internet vier Kundgebungen geplant. Damit ist Augsburg ein bundesweiter Schwerpunkt. In Augsburg zählen viele Russlanddeutsche zu den Anhängern. Allerdings, so betont man seitens der Organisatoren, seien etwa auch türkischstämmige Menschen engagiert. Es gehe bei der Aktion nicht um das Thema Homosexualität, betont Mathias Ebert, Gründer der „Besorgten Eltern“, im Hinblick auf Vorwürfe im Internet.

In anderen Städten haben laut Medien rechtspopulistische Gruppierungen die Demos unterstützt. In Augsburg stand im Oktober der Vorsitzende der „Bürgerinitiative Ausländerstopp“, Roland Wuttke, im Publikum. Die Augsburger Organisatoren, so ist von mehreren Seiten zu hören, stehen Rechtsextremisten aber nicht nahe. Linke, ÖDP und Polit-WG forderten im Dezember im Stadtrat, dass die Stadt sich von den „Besorgten Eltern“ distanziert. Behandelt wurde der Antrag zunächst nicht.

Thema der Kundgebung: "Sexualkundezwang an Grundschulen"

Thema der Kundgebung ist der „Sexualkundezwang an Grundschulen“. „Hinter dem Rücken der Eltern wird (...) ein schamverletzendes, durch nichts gerechtfertigtes, unwissenschaftliches Frühsexualisierungskonzept verfolgt“, heißt es in einem Programm. Der CSU-Stadtrat Juri Heiser, selber in der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland und im Integrationsbeirat aktiv, sprach auf der Oktober-Demo als Redner – als Privatperson allerdings. „Ich verstehe die grundsätzlichen Sorgen, sehe die Angelegenheit aber differenzierter“, so Heiser auf Nachfrage. Allerdings könne man auch in Bayern mit Diskussionen wie in Baden-Württemberg konfrontiert werden. Andere Bundesländer hätten andere Konzepte zum Sexualkundeunterricht. Im Integrationsbeirat soll ein Experte nun die Richtlinien Sexualkundeunterricht erläutern.

An bayerischen Grundschulen sind einige wenige Stunden in Familien- und Sexualkunde pro Jahr Bestandteil des Lehrplans. Dabei geht es um das Kennenlernen des eigenen Körpers und die Prävention von sexueller Gewalt, aber auch um Familienbilder. Vermittelt werde das durch altersgerechte und angemessene Informationen, so ein Sprecher des Kultusministeriums. Konkret wird Kindern in der 1. und 2. Klasse etwa der Unterschied zwischen den Geschlechtern erklärt, ohne allzu detailliert auf die Anatomie einzugehen. Im Vorfeld soll das Gespräch mit Eltern gesucht werden, heißt es in den 19-seitigen Anweisungen an die Lehrer. Dort ist der Umgang mit Unterrichtsmaterialien geregelt.

Die Demonstration der „Besorgten Eltern“ findet am Samstag ab 14 Uhr auf dem Rathausplatz und in der Fußgängerzone statt. Die Grünen haben am Moritzplatz ab 13 Uhr einen Infostand aufgebaut.

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Ein Artikel von
Stefan Krog

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