Mittwoch, 28. Juni 2017

27. Februar 2017 00:32 Uhr

Kreative

Ein Männerstoff, den Frauen mögen

Münchner Modedesign-Studenten haben sich im Augsburger Textilmuseum ausgefallene Muster weben lassen. Ihre neuen Outfits für junge Menschen sind bei einer Schau mit internationalem Publikum zu sehen Von Eva Maria Knab

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Diese Stoffe gibt es nur einmal: Sie haben Muster, die moderne Industrietechnik zeigen, etwa riesige Maschinen in Aktion oder winzige elektronische Leiterplatten. Es sind Stoffe, die dem modernen jungen Mann gefallen sollen. Aber auch seine Freundin soll sie tragen können. Im Augsburger Textilmuseum (tim) wurden diese sehr speziellen Gewebe für einen besonderen Anlass hergestellt. Modedesign-Studenten in München haben daraus eine Kollektion entwickelt. Sie wird am 8. März auf dem Laufsteg zu sehen sein.

Das Karussell der Mode dreht sich schnell. Neue Ideen sind ständig gefragt – auch auf der „Munich Creative Business Week“. Sie ist ein Treffpunkt für Kreative und Designer aus aller Welt in München. Firmenvertreter halten dort Ausschau nach jungen Talenten und interessanten Trends. Beides ist an einer der renommierten Münchner Modeschulen zu finden, der privaten Mediadesign Hochschule MD.H.

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Wie würde es beispielsweise aussehen, wenn man eine Herrenkollektion entwirft und sie auch für Frauen interpretiert? Diese Aufgabe hatten Studenten der MD.H in einem Praxisprojekt für die Münchner Kreativen-Woche zu lösen. Keine einfache Sache – auch nicht, wenn man zwei Jahre Modedesign-Studium hinter sich hat. Deshalb hatten die Studenten mehrere Profis an ihrer Seite. Einer von ihnen ist Professor Arnold Gevers. Er hat früher mit John Galliano in Paris gearbeitet, einem der schillerndsten Stars der internationalen Modeszene.

Eine weitere professionelle Ratgeberin der Studenten war die Münchner Designerin Doris Hartwich. Sie hat seit 1986 ein eigenes Label und entwirft exklusive Herrenmode, die auch bekannte Leute wie Sänger Peter Maffay gerne tragen. Hartwichs Entwürfe und ihre Handschrift als Modeschöpferin sollten die Studenten inspirieren. Die Nachwuchs-Designer sollten dann auf dieser Grundlage mit eigenen Kreationen den (imaginären) „Hartwich Sohn“ und dessen Freundin einkleiden.

Für das Modeprojekt hat Professor Gevers auch noch einen Partner aus Augsburg ins Boot geholt: das staatliche Textil- und Industriemuseum (tim). Denn Gevers war sofort begeistert von dem Angebot, für seine Studenten eine Webmaschine im tim in Gang zu setzen. Diese sollte Stoffe mit ganz neuen Mustern herstellen. Zwei Studentinnen hatten die Muster zuvor selbst entworfen. „Es ist unglaublich spannend für einen Modedesigner, einen eigenen Stoff zu machen“, sagt Gevers, „ich hatte in meiner beruflichen Laufbahn solche Gelegenheiten nur sehr selten.“ Was ihn besonders freut: Der Stoff wurde in Jacquard-Technik gefertigt. Sie gilt als eine der schwierigsten Techniken in der Weberei.

Fast drei Wochen dauerte das Tüfteln und Testen an einer modernen Dornier und Greifer Webmaschine in Augsburg. „In eine solche Spezialanfertigung muss man sich richtig hineinarbeiten“, sagt Arthur Geh, der technische Leiter im tim. Es sei nicht ganz einfach, eine grafische Musterzeichnung in ein textiles Muster umzusetzen, das fortlaufend gewebt wird, sagt er. „Auch das Gewebe selbst muss halten, denn das Kleidungsstück soll später angenehm zu tragen sein.“

Das Team im tim hat allerdings Erfahrung mit der Anfertigung von Spezialstoffen. Die Museumsmitarbeiter webten schon für eine Designer-Kollektion, die auf der Berliner Fashion Week zu sehen war. Sie fertigten auch den Stoff für die ersten Jeans der Augsburger Modemarke Manomama von Unternehmerin Sina Trinkwalder.

Die Münchner Studentinnen Martyna Meyr und Lisa Wagner sind nun überrascht, wie ähnlich das Webmuster ihren Zeichnungen ist. „Wir sind auf den Geschmack gekommen, Textildesign zu machen“, sagen sie. Zusammen mit ihren Mitstudenten haben sie aus über 50 Meter Stoff eine komplette Kollektion für junge, selbstbewusste Männer und Frauen gefertigt, angefangen bei Oberteilen und Westen über Blazer, Hosen und Capes bis hin zu Mänteln. „Es ist ein Dialog zwischen männlichem Stoff und weiblicher Form“, beschreibt Gevers das Ergebnis.

Derzeit bekommen die Kreationen den letzten Feinschliff. Die Anspannung der Nachwuchsdesigner vor der großen Modenschau am 8. März steigt. Wird es ein Erfolg? Martyna Meyr und Lisa Wagner hoffen es. Eines wissen sie schon jetzt: Es sind Stücke aus einem einzigartigen Stoff, die sie geschaffen haben.

Am Mittwoch, 8. März, zeigen Absolventen und Studenten den MD.H Catwalk 2017 in München in der Whitebox, Atelierstraße 18. Es gibt zwei Durchläufe der Schau, die um 19 Uhr und um 21 Uhr starten. Karten sind an der Abendkasse zu haben oder unter: mdhcatwalk2017.cortex-tickets.de.

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