Ein 52-jähriger Italiener, der in einem Augsburger Lokal arbeitet, sitzt in U-Haft. Es geht um Kokain und Haschisch. Von Jörg Heinzle

Seine kulinarischen Künste werden von vielen Augsburgern geschätzt – doch derzeit kann er nicht am Herd stehen: Ein italienischer Koch, 52, sitzt seit Mitte März in Untersuchungshaft, weil er nach Ansicht der Kriminalpolizei in Drogengeschäfte verwickelt ist. Um die Societydroge Kokain und um Haschisch soll es bei den Geschäften gegangen sein.
Auf Anfrage unserer Zeitung bestätigte die Staatsanwaltschaft, dass der 52-jährige Koch verhaftet wurde. Es bestehe der dringende Tatverdacht des Handels mit Betäubungsmitteln in „nicht geringer Menge“, lautet die Auskunft. „Die Ermittlungen laufen aber nach wie vor“, sagt Oberstaatsanwalt Matthias Nickolai. „Wann sie abgeschlossen werden, ist derzeit nicht absehbar.“ Deshalb äußern sich die Ermittler auch nicht zu Details, etwa zur Menge der gehandelten Drogen. Unklar bleibt auch, welche Rolle der 52-jährige Koch bei den illegalen Geschäften gespielt haben soll.
Nach Informationen unserer Zeitung gibt es in dem Strafverfahren noch weitere Verdächtige. Ein Beteiligter, der angeblich eine führende Rolle bei dem Drogenhandel eingenommen haben soll, hatte sich offenbar zunächst nach Italien abgesetzt. Er sei aber später von der dortigen Polizei festgenommen worden, heißt es. Auch eine Frau soll festgenommen worden sein.
Handel mit Kokain deckt die Polizei nicht allzu oft auf. Im vorigen Jahr waren es zwölf Fälle, in denen die Ermittler aktiv wurden. Geschäfte mit anderen Drogen wie Haschisch, Heroin oder Ecstasy fliegen deutlich öfter auf. Geschnupft wird das weiße Pulver Kokain aber in allen Gesellschaftsschichten, sagen Fachleute der Augsburger Kripo. Es sei auch in „höheren Kreisen“, wo andere Drogen eher abgelehnt werden, durchaus akzeptiert.
Der 52-Jährige hat in Augsburg schon in verschiedenen Lokalen gekocht. Dort, wo er zuletzt arbeitete, bleibt die Küche aber nicht kalt. Er wird jetzt erst einmal vertreten – bis er vielleicht wieder kommt. (jöh)
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