Montag, 26. Februar 2018

19. Oktober 2017 11:41 Uhr

Augsburg

Sie wollen ihre Parkplätze zurück

Die Stadt will mit den Schutzstreifen in der Deutschenbaurstraße in Pfersee einen Beitrag zum Projekt Fahrradstadt 2020 leisten. Wie die Anwohner die Situation beurteilen.

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Werner Offenwanger, Wolfgang Kneißl und Adrian Vladescu (von links) haben noch Fotos aus der Zeit, als in der Deutschenbaurstraße vor ihrer Haustür noch geparkt werden konnte.
Foto: Annette Zoepf

Wolfgang Kneißl fährt gerne Rad. Doch über den gestrichelten Schutzstreifen, der seit einem knappen Jahr auf der Fahrbahn direkt vor seiner Haustür in der Deutschenbaurstraße 28 beginnt, ist er alles andere als glücklich. Denn für den Radweg fielen auf dieser und der gegenüberliegenden Seite insgesamt 32 Autostellplätze weg. Für die Anwohner ringsum sei das eine Katastrophe, sagt der Rentner. Der Grund: Nur wenige besitzen bei ihren Häusern Parkplätze in ober- und unterirdischen Garagen.

Supermarkt will abschleppen

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Schon vor der Schutzstreifen-Ära waren Stellplätze in dem Viertel in Pfersee-Nord Mangelware. Kneißl zeigt ein Foto aus dieser Zeit, als die Autos noch zwischen der Hausnummer 28 und der Einmündung Koboldstraße und auf der anderen Seite zwischen Autohaus und Wilhelm-Wörle-Straße dicht an dicht geparkt waren. Jetzt sei die Suche nach einem Stellplatz vor allem abends und nachts schier aussichtslos, was vor allem für Schichtarbeiter wie Adrian Vladescu zum Problem wird: „Wenn meine Frau und ich von der Spätschicht heimkommen, finden wir hier nichts mehr.“ Anwohner, die in ihrer Verzweiflung ihr Auto auf dem nahe gelegenen Parkplatz des Supermarkts abstellten, lassen das mittlerweile bleiben. „Wir haben Zettel an der Scheibe vorgefunden, dass unsere Fahrzeuge künftig abgeschleppt werden“, sagt Norbert Stetter.

Zu Zetteln hat auch Nachbar Kneißl gegriffen. Er sammelte im Quartier 180 Unterschriften für den Erhalt der Parkplätze und übergab sie Oberbürgermeister Kurt Gribl „höchstpersönlich bei einem Gesprächstermin“. Denn momentan ist der gestrichelte Schutzstreifen noch in gelber Farbe auf die Fahrbahn gepinselt als Zeichen für ein Provisorium. Im Rahmen des Projekts „Fahrradstadt 2020“ will die Verwaltung den Verkehrsversuch in den dauerhaften Bestand übernehmen und in der Deutschenbaurstraße zwischen Stadtberger und Spicherer Straße beidseitig Schutzstreifen markieren. Der Tagesordnungspunkt stand bereits im September auf der Tagesordnung im Bauausschuss. Weil die SPD noch Klärungsbedarf sah, wird das Thema nochmals am Donnerstag behandelt.

Lücke wird geschlossen

In der Gesamtabwägung ist die Stadt der Meinung, dass die wegfallenden Parkplätze in der Deutschenbaurstraße trotz der Engpässe abends und nachts verschmerzbar sind. Mit den Schutzstreifen werde eine vorhandene Lücke im Radwegenetz geschlossen. Die Deutschenbaurstraße sei eine Verbindungsachse zwischen Pfersee und Kriegshaber und eine wichtige Radverkehrsverbindung nach Osten aufs Dierig-Areal.

Die Bauverwaltung stützt sich bei dieser Argumentation auch auf eine am 27. Juli erfolgte Zählung von Radfahrern zwischen 6 und 10 Uhr und dann wieder zwischen 15 und 19 Uhr. Demnach waren in den acht Stunden in beiden Richtungen insgesamt 175 Radfahrer in der Deutschenbaurstraße unterwegs. Aufgrund des kühlen Wetters an diesem Tag geht die Stadt jedoch von höhren Zahlen an Tagen mit besserer Witterung aus. Das bezweifeln Wolfgang Kneißl und seine Mitstreiter. Sie berichten von eigenen Zählungen, bei denen sie in diesem Teil der Deutschenbaurstraße nur sehr wenige Radfahrer gesehen hätten. Die Gründe: „Viele Radfahrer benutzen den neu angelegten Weg vom Westfriedhof in Richtung Palladio-See oder sie nehmen die Spicherer Straße, um ins Pferseer Zentrum zu gelangen.“ Oder sie weichen verbotenerweise auf den Fußweg aus, wie beim Ortstermin mit AZ vor Ort zweimal geschehen.

Tempo 30 als Lösung?

Der Unterschriftensammler schlägt vor, in der Deutschenbaurstraße Tempo 30 einzuführen – wie in einigen umliegenden Straßen umgesetzt. Denn damit könnten nicht nur die Radfahrer mit dem Autoverkehr auf der Fahrbahn „mitschwimmen und die Stellplätze erhalten bleiben, sondern es würde auch noch ein anderes Problem beseitigt: schnelles Fahren „Bei meinen Hausbesuchen vor der Bundestagswahl haben Anwohner geklagt, dass seit dem Wegfall der Parkplätze die Autofahrer auf der jetzt breiteren Deutschenbaurstraße viel mehr Gas geben“, sagt SPD-Stadträtin Angela Steinecker.

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Ein Artikel von
Andrea Baumann

Augsburger Allgemeine
Ressort: Lokalnachrichten Augsburg


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