Montag, 23. Oktober 2017

15. Januar 2013 09:48 Uhr

Bildung

Uni-Mitarbeiter bangen um Jobs

Fast 300 Beschäftigte, die aus Studienbeiträgen finanziert sind, zittern im Zuge des Volksbegehrens um ihren Arbeitsplatz. Verträge sollen vorerst nur ein Jahr verlängert werden Von Eva Maria Knab und Christian Mühlhause

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Uni-Vizepräsident Werner Schneider spricht von einer „katastrophalen Hängepartie“: Knapp 300 Mitarbeiter der Uni Augsburg, vom Professor über Dozenten bis zur Service-Kraft, bangen um ihren Arbeitsplatz. Es sind Beschäftigte, die aus Studiengebühren der Studenten bezahlt werden. Keiner weiß momentan, wie viele von ihnen ihre Stelle behalten können. Denn ab dieser Woche läuft das Volksbegehren zur Abschaffung der Studiengebühren in Bayern.

Das Stellenproblem ist vielschichtig. „Wir haben keinen finanziellen Spielraum für Vertragsverlängerungen mehr“, sagt Schneider. Grund sei eine Vorgabe von Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP). Danach müssen die Hochschulen Studiengebühren zeitnah ausgeben und dürfen keine Überschüsse mehr anhäufen. So gibt es aber auch kein Polster für Personalausgaben, das die nächsten Monate abfedern könnte.

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Wie es mit den Studienbeiträgen weitergeht, ist eine politische Frage. Am Donnerstag startet das Volksbegehren für die Abschaffung der Studiengebühren in Bayern. Viele räumen dem Begehren große Erfolgschancen ein. Sollte es danach zu einem Volksentscheid über die Campusmaut kommen, würde das weitere Monate dauern. Parallel müssen laut Schneider aber schon im Frühjahr die Weichen gestellt werden, wie es mit Beschäftigen der Uni weitergeht, die aus Studienbeiträgen bezahlt werden. Viele der normalerweise zweijährigen Verträge laufen zum Herbst aus.

Viele fragen sich, ob sie im Herbst noch einen Vertrag haben

Betroffen sind fast 300 Stellen, davon sechs für Professoren, 225 für wissenschaftliche Mitarbeiter und 65 stellen für nicht-wissenschaftliche Beschäftigte. Wird die Campusmaut abgeschafft, trifft es somit vor allem die vielen Dozenten, die angestellt wurden, um das Lehrangebot zu verbessern. Daneben geht es um zahlreiche Mitarbeiter für zusätzliche Serviceangebote, etwa für die Beratung von Studenten.

Entsprechend angespannt ist laut Schneider die Stimmung bei Betroffenen. „Viele fragen sich, ob sie im Herbst noch einen Vertrag haben.“ Verstärkt werde die Unsicherheit durch eine weitere Unbekannte in der Rechnung. Momentan ist nicht klar, ob der Freistaat genügend Ersatzmittel für die Hochschulen bereitstellt, falls die Studiengebühren wegfallen.

„Unsere Planung ist derzeit ein Stochern im Nebel“, sagt der für die Lehre zuständige Vizepräsident. An der Uni geht man momentan davon aus, dass die Studienbeiträge zumindest im Sommersemester 2013 noch nicht wegfallen. Die Unileitung überlegt deshalb zusammen allen beteiligten Gremien eine Übergangsregelung: Danach könnten die aus Studienbeiträgen finanzierten Stellen diesmal nur um ein Jahr verlängert werden – statt wie üblich um zwei Jahre.

Die Uni Augsburg nimmt rund elf Millionen Euro im Jahr aus Studiengebühren ein. Sollten nicht bei einem Wegfall nicht genügend Ersatzmittel aus München kommen, befürchtet Schneider vor allem eines: „Es würde zu einer daramatischen Verschlechterung des Lehrangebots kommen.“

Besonders betroffen wären davon wohl Massenfächer wie die Philologisch-Historische Fakultät und die Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultät mit zusammen über 7500 Studenten. Dabei sei in Phil.-Soz. ohnehin ein Stellenabbau geplant, so Schneider. Zum Wintersemester 2013/14 sollen die aus Studienbeitragsmitteln bezahlten Stellen rund um ein Drittel gekürzt und nur noch 19 Stellen weitergeführt werden. Begründet wird dies allerdings nicht mit einer möglichen Abschaffung der Studiengebühren, sondern mit einem „Personalbauch“, der entstanden sei.

Hochschule spricht von positiven Signalen aus München

Die Hochschule Augsburg nimmt pro Jahr rund drei Millionen Euro aus Studiengebühren ein. Insgesamt werden 33 Mitarbeiter aus diesem Topf bezahlt. Die meisten Stellen sind laut Pressesprecherin Christine Lüdke inzwischen entfristet. Das heißt, die Mitarbeiter etwa in der Bibliothek oder in der Zentralen Studienberatung sind fest angestellt. Knapp die Hälfte der Studienbeiträge steckt man direkt in die Lehre. Diese Dozenten und studentischen Hilfskräfte (Tutoren) wären wiederum von einem Wegfall der Campusmaut betroffen. Lüdke sieht derzeit jedoch keinen grund zur Panik. „Wir bekommen aus München das Signal, dass uns das Geld erhalten bleiben wird.“ »Meinung

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