Sonntag, 19. November 2017

14. November 2017 00:04 Uhr

Triathlon

„...oder du explodierst“

Roman Deisenhofer schafft in der Hitze von Malaysia seinen größten Erfolg. Jetzt steht erst mal Urlaub an

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Auf dem Rad ist der Triathlet Roman Deisenhofer eine Klasse für sich. Beim Ironman von Malaysia fuhr er die schnellste Zeit des gesamten Feldes.
Foto: rd

Langsam lassen die Schmerzen nach. Vor allem die Oberschenkel benötigen nach der stundenlangen Schinderei ein paar Tage, ehe sie wieder für geordnetes Treppensteigen zur Verfügung stehen. 8:40,45 Stunden war Roman Deisenhofer am vergangenen Samstag in Malaysia unterwegs. Dann stand er als Drittplatzierter zum ersten Mal in seiner Karriere auf dem Treppchen eines Ironman-Rennens. „Das ist der Hammer“, sagt der in Königsbrunn wohnhafte Triathlon-Profi über den bisher größten Erfolg seiner Karriere.

Bis es so weit war, flossen allerdings etliche Liter Schweiß. Das Rennen fand auf der tropischen Badeinsel Langkawi bei knapp 30 Grad und extrem hoher Luftfeuchtigkeit statt. „Zum Glück hatte ich vor dem Rennen schon zwei Wochen auf Langkawi verbracht, um mich an die Bedingungen zu gewöhnen“, erzählt Deisenhofer und fügt mit einem Schmunzeln an: „Das ist wie in der Sauna und unterwegs fragt man sich manchmal schon, wer auf die Idee gekommen ist, hier einen Ironman zu veranstalten.“

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Terminlich allerdings liegt dieser sehr günstig für diejenigen, die sich frühzeitig Punkte im Hawaii-Ranking sichern wollen. Nur die 50 besten Profis dürfen dort beim legendären Ironman an den Start gehen. Nächstes Jahr will Deisenhofer dazugehören. „Der dritte Platz in Malaysia war ein Riesenschritt auf dem Weg dorthin.“ Die Startplätze werden nach einem komplizierten Punktesystem vergeben. Und ein dritter Platz bringt rund ein Drittel der nötigen Punkte. Auch deshalb geht Deisenhofer jetzt mit gutem Gefühl in eine Trainingspause. Hinter ihm liegt „eine der härtesten Erfahrungen meines Lebens“. Schon die 3,8 Kilometer Schwimmen (52:19 Minuten) im 28 Grad warmen Meer habe die Körpertemperatur ordentlich nach oben getrieben. Auf den 180 Rad-Kilometern galt anschließend das Motto: „Kühlen, kühlen, kühlen.“ An jeder Verpflegungsstation gab es dafür eiskaltes Wasser für die Athleten.

Deisenhofer fuhr in 4:35,49 Stunden die schnellste Radzeit des gesamten Feldes und ging zusammen mit Christian Kramer zehn Minuten hinter dem späteren Sieger Romain Guillaume aus Frankreich auf die Marathonstrecke. „Bei den äußeren Bedingungen muss man extrem aufpassen, oder du explodierst“, sagt Deisenhofer. Guillaume beispielsweise war vor drei Jahren schon einmal in Malaysia gestartet, hatte sich damals aber übernommen und für den Marathon fünf Stunden gebraucht. Diesmal brachte er seine Führung souverän ins Ziel.

Dahinter konnte sich Deisenhofer in 3:08,16 Stunden zwar gegen seinen Landsmann Kramer behaupten, musste aber auf den letzten zehn Kilometern den wie entfesselt laufenden Dänen Jens Petersen-Bach passieren lassen. „Der hat am Ende brutal aufgedreht, da war nichts zu machen. Ich bin trotzdem absolut glücklich mit meinem dritten Platz“, sagt der Teilzeit-Berufsfeuerwehrmann.

Mit seiner Freundin will er nun den restlichen November zum Urlaubmachen nutzen. Die beiden planen eine Rundreise mit dem Rucksack quer durch Thailand. Deisenhofer: „Ab und zu musst du den Kopf freibekommen und den Reset-Knopf drücken.“ Im Dezember steht dann wieder Grundlagentraining auf dem täglichen Programm, denn im kommenden Jahr will sich der 32-Jährige seinen großen Traum erfüllen und zu den 50 besten Profis auf Hawaii gehören.

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Ein Artikel von
Andreas Kornes

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