Dienstag, 21. Oktober 2014

12. Juni 2013 07:43 Uhr

Twitter-Nachricht

Polizei: Einsatz hatte nichts mit dem Fall Mollath zu tun

Für Aufregung sorgte ein Polizeieinsatz bei einer Professorin wegen einer Twitter-Nachricht. Die Polizei sagt, dass der Einsatz nichts mit dem Fall Mollath zu tun habe.

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Ursula Gresser ist Ärztin, Professorin und CSU-Mitglied - und hat wegen einer Nachricht im Netzwerk Twitter Besuch von der Polizei bekommen.

Ursula Gresser hat sich im Fall Gustl Mollath für den in der Psychiatrie sitzenden Mann stark gemacht. Die Ärztin twitterte über eine Veranstaltung mit Bayerns Justizministerin Beate Merk (CSU) am Montag. Das stand in dem Tweet der Professorin: «Wann Mollath freikommt? Diese Frage könnte man Frau Merk am Mo. 10.06.13 um 19 Uhr im Landgasthof Hofolding stellen.»

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Befürchtung, dass Frau die Veranstaltung stören könnte

Bald wurde der Beitrag auf Twitter gelöscht. Es wurde davon ausgegangen, dass der Tweet der Professorin Grund für den Polizeibesuch war. Die Polizei dementierte das später in einer Pressemitteilung. Der Einsatz habe nichts mit dem Fall Mollath zu tun gehabt.

Beim Justizministerium sei vielmehr ein Schreiben eines Rechtsanwalts eingegangen, in dem der sich besorgt gezeigt habe, dass es bei der Veranstaltung mit der bayerischen Justizministerin möglicherweise zu Störungen von Seiten der Frau kommen könnte. Deshalb habe man sich entschlossen, das Gespräch mit der Frau zu suchen, um eine mögliche Eskalation zu vermeiden. "Der Fall Mollath hat weder in dem Schreiben noch in der Veranstaltung eine Rolle gespielt", so die Polizei.

Professorin empfand Polizei-Besuch als Einschüchterungsversuch

Ursula Gresser sieht das anders. Wie die Ärztin am Dienstag sagte, hätten ihr die Polizisten erklärt, es gebe Bedenken wegen der Sicherheit der Veranstaltung. Das sei ein Versuch gewesen, sie einzuschüchtern und von einem Besuch abzuhalten, ist sie überzeugt. «Das war wie der Besuch von Marsmännchen. Da war ich platt.»

Die Veranstaltung übrigens verlief störungsfrei. Die selbst bei Twitter aktive Ministerin Beate Merk sprach unter dem Motto «Facebook & Co. - sicher surfen in sozialen Netzwerken, mit Staatsministerin Dr. Beate Merk». dpa/AZ

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