Startseite
Icon Pfeil nach unten
Bayern
Icon Pfeil nach unten

Region: Wenn Schweizer über deutsche Autobahnen rasen

Region

Wenn Schweizer über deutsche Autobahnen rasen

  • |
  • |
  • |
    Auf deutschen Autobahnen ohne Tempolimits veranstalten Ausländer immer wieder illegale Autorennen.
    Auf deutschen Autobahnen ohne Tempolimits veranstalten Ausländer immer wieder illegale Autorennen. Foto: Inga Kjer/Archiv (dpa)

    Wer öfter auf der Autobahn 96 in der Region unterwegs ist, der erlebt es immer wieder: Schweizer Fahrer drücken gerne mal aufs Gas, wenn sie auf deutschen Autobahnen fahren. Denn Strecken ohne Tempolimits locken natürlich, den PS-starken Boliden mal auszufahren. So hat die Polizei in Memmingen erst am vergangenen Sonntag einen Autofahrer aus der Schweiz aus dem Verkehr gezogen, der mit 166 Stundenkilometern unterwegs war. Erlaubt waren 100 Stundenkilometer. "Ich würde mich aber nicht festlegen wollen, dass  Schweizer schneller auf der A 96 unterwegs sind als Deutsche oder Österreicher", sagt Christain Eckel, Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd.

    Doch im unmittelbaren Grenzgebiet zwischen Deutschland und der Schweiz kennt man das Phänomen. Peter Hauke vom Polizeipräsidium in Konstanz bringt sogar gewisses Verständnis dafür auf, dass Schweizer in Deutschland gerne mal schneller fahren: „Bei sich zu Hause dürfen sie nur 120 fahren – da reizt es halt, in Zonen ohne Tempolimits mal richtig Gas zu geben.“

    Wofür der Polizeisprecher vom Bodensee allerdings kein Verständnis hat, sind illegale Autorennen, die Schweizer auf deutschen Autobahnen veranstalten. Laut Hauke gab es im Landkreis Konstanz im Jahr 2015 bislang 39 Anzeigen wegen Beteiligung an illegalen Autorennen. Schwerpunkte sind die Autobahnen A 81, A 98 und die autobahnähnlich ausgebaute Bundesstraße B 33.

    Keine Vorfälle auf der A 96 bekannt

    Die Autobahn 96, die kurz hinter der Schweizer Grenze über Lindau, Memmingen und Landsberg nach München führt, gehört nicht dazu: "Auf der Strecke sind uns keine Vorfälle bekannt", sagt Polizeisprecher Hauke.  Das gilt auch für den bayerischen Bereich der A96. Christain Eckel, Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd, hat eine Vermutung: "Vielleicht liegt es ja daran, dass es auf der A 96 nicht viele Stellen ohne Tempolimits gibt."

    Auf anderen grenznahen Autobahnen sieht es allerdings anders aus - vor allem in Baden-Württemberg bereiten diese Rennen der Polizei Sorgen. Der Ablauf ist meist der gleiche: Zwei, drei oder mehr Autos bremsen auf der Autobahn nebeneinander ab. Sie gehen auf 60 oder 70 Stundenkilometer runter - und geben dann plötzlich Gas. "Sie testen, wer schneller ist", sagt Peter Hauke vom Polizeipräsidium in Konstanz. Illegale Autorennen sind in.

    Laut Polizei in der Grenzregion kommen die Fahrzeughalter bei illegalen Rennen oft aus der Schweiz. So gab es etwa Anfang November eine Wettfahrt von Eidgenossen auf der A98 bei Stockach. Sechs Autos hätten sich mehrfach formiert, den Verkehr auf der Autobahn bis zum Stillstand ausgebremst und dann massiv beschleunigt, heißt es im Polizeibericht. Die Beamten konnten die Teilnehmer des Rennens am Grenzübergang festhalten - sie mussten eine Kaution hinterlegen und erhielten unter anderem eine Strafanzeige wegen Nötigung im Straßenverkehr. Was die Ermittlungen für die Beamten schwierig macht: Oftmals fehlen Zeugenhinweise. Nur wenige meldeten sich bei der Polizei, sagt Polizeisprecher Hauke.

    Chinesen liefern sich Rennen im Allgäu

    Doch es sind nicht nur duie Schweizer, die auf Deutschlands Straßem gerne rasen. Bei einem illegalen Rennen im baden-württembergischen Allgäu waren 36 Chinesen beteiligt, die auf einer Bundesstraße zwischen Isny und Wangen ordentlich Gas gaben. Mit gemieteten Autos rasten sie über Sperrflächen und überholten trotz Verbots und Gegenverkehr vorausfahrende Fahrzeuge. "Ein Autofahrer fühlte sich von den rücksichtlosen Fahrern im Alter von 26 bis 51 Jahren so sehr bedrängt und gefährdet, dass er an einer Bushaltestelle anhielt und die Raser vorbeifahren ließ", heißt es im Bericht. Die Beamten bremsten die elf Autos schließlich. Die Insassen seien nur widerwillig bereit gewesen, eine Sicherheitsleistung von 200 Euro zu bezahlen. nos/dpa

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden